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Rat und Ethikkommission: 26 Experten beraten die Regierung in digitalen Fragen

Jahrzehnte nach Beginn der Digitalisierung will sich die Bundesregierung nun externen Rat einholen. Während die Datenethikkommission bekannte Namen versammelt, dürften die Mitglieder des Digitalrats nur den wenigsten bekannt sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) mit den Mitgliedern des Digitalrats und Mitgliedern der Bundesregierung
Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) mit den Mitgliedern des Digitalrats und Mitgliedern der Bundesregierung (Bild: Steffen Kugler/Bundesregierung)

Gut ein halbes Jahr nach der Regierungsbildung stehen die Mitglieder der von Union und SPD angekündigten digitalen Beratungsgremien fest. Nachdem die Regierung bereits Mitte Juli die Mitglieder der Datenethikkommission berufen hatte, wurde die Besetzung des Digitalrats erst in dieser Woche bekannt. Der Rat solle ein schlagkräftiges Gremium mit zehn Experten werden, "die uns antreiben, die uns unbequeme Fragen stellen", hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Wochenende in ihrer wöchentlichen Videobotschaft angekündigt.

Inhalt:
  1. Rat und Ethikkommission: 26 Experten beraten die Regierung in digitalen Fragen
  2. Bekannte Gesichter in Datenethikkommission

Der Regierung zufolge gehören dem Rat die folgenden vier Frauen und sechs Männer an.

  • Chris Boos: Gründer des auf künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Unternehmens Arago
  • Prof. Dr. Urs Gasser: Direktor des Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University und Professor an der Harvard Law School
  • Stephanie Kaiser: Geschäftsführerin und Gründerin des Unternehmens Heartbeat Labs GmbH
  • Ijad Madisch: Gründer des Onlinenetzwerk ResearchGate für Wissenschaftler
  • Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger: Professor für Internet Governance and Regulation am Oxford Internet Institute
  • Prof. Dr. Beth Simone Noveck: Rechtsprofessorin an der New York University und Leiterin des dortigen Governance Labs
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Parycek: Leiter des Kompetenzzentrums Öffentliche IT am Fraunhofer FOKUS Institut
  • Prof. Dr. Ada Pellert: Rektorin der Fern-Universität in Hagen
  • Dr. Katrin Suder: frühre Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung und unter anderem für die Abteilungen Ausrüstung und Cyber/Informationstechnik verantwortlich, zuvor Direktorin bei McKinsey
  • Dr. Andreas Weigend: ehemaliger Chief Scientist von Amazon, promovierter Physiker und Dozent an der Stanford University und an der University of California in Berkeley

Vier zentrale Themen

Der Digitalrat soll von der früheren Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, Katrin Suder, geleitet werden. Dem Tagesspiegel zufolge war sie im Frühjahr dieses Jahres überraschend aus dem Ministerium ausgeschieden, um mehr Zeit für ihre Familie haben zu können.

Dem Bericht zufolge soll sich das Gremium mit vier zentralen Themen beschäftigen: der Zukunft der Arbeitswelt, dem Umgang mit Daten, der Gründerszene sowie neuen Partizipationsmöglichkeiten. Hinzu komme als Querschnittsthema die Frage, wie sich die Digitalisierung auf Kultur und Gesellschaft auswirkt. Merkel erhofft sich von dem Gremium einen "Wissenstransfer von den Experten hin in die Politik, damit wir dann richtig handeln können".

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Bundeskanzlerin Merkel hatte in ihrer Videobotschaft (Text als PDF) hingegen andere Schwerpunkte der Digitalpolitik genannt: Breitbandbausbau, digitale Bildung, digitale Behördengänge und eine Strategie für künstliche Intelligenz. Angesichts der Besetzung des Digitalrats ist jedoch schwer vorstellbar, wie dieser Vorschläge für einen schnelleren Breitbandausbau oder den Aufbau des Mobilfunkstandards 5G machen sollte. Zudem könnte das Gremium der Regierung den Tipp geben, auf ihrer Internetseite keinen Flash-Player mehr einzusetzen.

Kritik von Opposition

Der IT-Branchenverband Eco begrüßte prinzipiell die Einberufung des Gremiums, mahnte jedoch mehr Tempo bei digitalen Themen an. "Die Zeit des Redens ist vorbei. Der Digitalisierungszug fährt. Die Bundesregierung muss jetzt längst überfällige Antworten auf drängende Fragen zur Zukunft des Digitalstandorts Deutschland geben", sagte der Eco-Vorstandsvorsitzende Oliver Süme.

Kritischer äußerte sich hingegen die Opposition. "Eine Regierung, die im Jahr 2018 immer noch Nachhilfe bei der Digitalisierung benötigt, ist nicht nur ein Trauerspiel. Sie disqualifiziert sich vielmehr selbst durch ihre Ahnungslosigkeit", sagte Manuel Höferlin, digitalpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, dem Tagesspiegel. Die netzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Anna Christmann, sagte dem Blatt: "Die Einrichtung immer neuer Beratungsgremien erhöht nicht gerade meine Zuversicht in die Handlungsfähigkeit dieser Bundesregierung". In der Digitalpolitik gebe es "in vielen Bereichen kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem".

Bekannte Gesichter in Datenethikkommission 
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Fotobar 23. Aug 2018

Ja, genau das macht Sinn. - Weil die deutschen es selbst anscheinend nicht gesch...

Faksimile 22. Aug 2018

Die haben sich bestimmt freiwillig gemeldet. Sch... Kopfkino: Klassenzimmer, Fingerzeig...

Faksimile 22. Aug 2018

Warum sollte denn Jemand die Vorteile für die Wirtschaftsunternehmen kritisieren wollen...

chewbacca0815 22. Aug 2018

Nimm den direkten Link: https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2018/08/2018...

EQuatschBob 22. Aug 2018

und der berät kompetent und unabhängig.


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