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Rastplätze: Warnung vor Ladeplätzen zweiter Klasse an Autobahnen

An unbewirtschafteten Rastplätzen sollen tausend neue Ladesäulen installiert werden. Das führe zu einem Zweiklassensystem, warnen Ladenetzbetreiber.
/ Andreas Donath
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Verschneiter Rastplatz Eldetal an der A 19 (Bild: Wikipedia/Frank Liebig)
Verschneiter Rastplatz Eldetal an der A 19 Bild: Wikipedia/Frank Liebig / CC-BY-SA 3.0

An 200 unbewirtschafteten Autobahnrastplätzen sollen Lademöglichkeiten entstehen. Das sieht die Ausschreibung des Bundes für das sogenannte Deutschlandnetz vor. Nicht allen gefällt das.

Der Chef des des Ladeparkbetreibers Fastned, Michiel Langezaal, sagte dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) , der Standort sei nicht optimal: "Man vermeidet es derzeit als Autofahrer - und gerade als Autofahrerin - an unbewirtschafteten Rastplätzen zu halten. Allein durch Ladesäulen werden diese nicht attraktiver."

Es sei wichtig, dass es neben den Ladesäulen auch Verpflegungsmöglichkeiten gebe, sagte Langezaal. In der Ausschreibung wird eine Bewirtschaftung aber seitens der Autobahn GmbH ausgeschlossen.

Auch Ulf Schulte, Deutschlandchef des Ladesäulenbetreibers Allego, kritiserte die Pläne: So entstünden "Ladeplätze zweiter Klasse" . Diese könnten den Standorten des Unternehmens Tank & Rast, das 90 Prozent aller Konzessionen für Raststätten und Tankstellen an der Autobahn hält, wenig entgegensetzen. "Hier wird die Chance verpasst, die Rastanlagen richtig aufzuwerten und Aufenthaltsqualität zu schaffen."

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Dem Handelsblatt zufolge ist die Autobahngesellschaft nicht der Meinung, dass die Attraktivität des Standorts der allein ausschlaggebende Punkt sei. Wichtig sei eine schnelle Bedarfserfüllung sowie das wachsende Angebot an E-Mobilität.

Der Autor meint dazu:

Gerade an Ladesäulen entscheidet sich, ob die Elektromobilität vorankommt oder nicht. Neben der Zuverlässigkeit der Ladesäulen und angemessenen Preisen ist es schon wichtig, dass sich die Kunden wohl und sicher fühlen. Dazu gehört in jedem Fall eine saubere Toilettenanlage und eine gute Beleuchtung. Denkbar wäre es, statt personalintensiver Verkaufsstellen eine Automatengastronomie aufzustellen, in der lokal erzeugte Produkte rund um die Uhr angeboten werden, so wie dies in einigen ländlichen Ferienregionen mittlerweile der Fall ist.


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