Rasswet: Russische Starlink-Alternative bereits in Gebrauch
Laut einem Bericht von Tagesschau(öffnet im neuen Fenster), der auf einem vertraulichen Bericht der Bundeswehr beruht, könnte die erste Ausbauphase einer russischen Alternative des Kommunikationsnetzwerks Starlink bis Ende 2027 fertiggestellt sein. Bei lediglich 288 geplanten Satelliten wäre zunächst jedoch nur von einer bedingten Einsatzbereitschaft auszugehen.
Die ersten Satelliten sollen bereits 2023 in den niedrigen Erdorbit gestartet sein. In dieser Höhe von 500 km über der Erdoberfläche befinden sich auch andere Konstellationen für Kommunikation und Internetzugang. Neben Starlink, das zu Elon Musks Firma SpaceX gehört, sind dies vor allem Amazon Leo und das chinesische Qianfan. Die EU arbeitet an Iris2, das ähnliche Aufgaben übernehmen soll.
Die russische Konstellation, genannt Rasswet beziehungsweise Morgendämmerung, soll nach Einschätzung der Bundeswehr zunächst rein militärisch genutzt werden. Sie könnte dann so eingesetzt werden wie derzeit Starlink durch das ukrainische Militär. Wobei auch Russland noch bis Anfang 2026 ebenfalls Zugang zu dem Netzwerk hatte.
Zweifel an der Umsetzung
Bis 2035 soll die Zahl der Satelliten von Rasswet auf 900 anwachsen. Wegen der relativ geringen Zahl, die etwa einem Zehntel der Starlink-Satelliten entspricht, geht die Bundeswehr selbst dann von einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit aus.
Sicher ist das jedoch nicht. Bereits jetzt soll das russische Militär das Satellitennetzwerk verwenden können. Dann können Truppenbewegungen erkannt und mobile Ziele besser geortet und getroffen werden. Wegen der geringen Anzahl funktioniert das immer nur für wenige Minuten, bis die Satelliten nach 90 Minuten wieder in Reichweite sind.
Aktuell sollen 30 Satelliten von Rasswet im Orbit sein. Die Hälfte davon hat dem Bericht nach aber nicht ihre Zielhöhe erreicht. Weil zudem die Ukraine militärisch gegen Anlagen auf russischem Gebiet vorgeht, die Teile für das Satellitennetzwerk herstellen, geht die Bundeswehr davon aus, dass die Konstellation deutlich kleiner ausfallen wird und später in Betrieb gehen kann als geplant. Auch russische Angaben zur technischen Leistungsfähigkeit sollten der Bundeswehr zufolge mit Vorsicht behandelt werden.
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