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Rassistischer Chat-Bot: Microsoft hat Twitter unterschätzt

Nutzer sollten mit der KI Tay chatten, Microsoft wollte aus den Konversationen lernen – und hat dabei nach eigenen Angaben unterschätzt, dass die Twitter-Gemeinde eine Schwachstelle des Programms ausnutzen könnte. Ob Tay wieder online gehen wird, ist noch unklar.
/ Tobias Költzsch
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Tay bleibt vorerst offline. (Bild: Microsoft)
Tay bleibt vorerst offline. Bild: Microsoft

Microsoft hat sich zur Abschaltung seiner Chat-KI Tay geäußert(öffnet im neuen Fenster) . Tay ging am 23. März 2016 unter anderem auf Twitter online , nur um bereits am Folgetag wieder offline genommen zu werden. Grund waren eine Vielzahl von rassistischen, frauenfeindlichen und homophoben Tweets, die Tay auf Twitter gepostet hatte.

Schwachstelle führte zu beleidigenden Tweets

Grund dafür war eine Schwachstelle in der Programmierung, die Microsoft zufolge gezielt von einer Gruppe von Nutzern auf Twitter ausgenutzt worden sei. Aufgrund dieser Attacke hatte Tay "unpassende und verwerfliche" Texte und Bilder gepostet. Wie genau die Schwachstelle ausgenutzt werden konnte, erklärt Microsoft nicht.

Am Tag der Abschaltung von Tay berichteten einige Medien, dass es offenbar möglich war, Tay gezielt Tweets wiederholen zu lassen. Dies dürfte die von Microsoft beschriebene Schwachstelle in der Programmierung sein. Unklar ist, wieso Tay daraufhin offenbar eigenständig beleidigende Tweets verfassen konnte.

Grund für Angreifbarkeit ist noch nicht bekannt

Microsoft übernimmt die volle Verantwortung, die Programmierschwäche im Vorfeld nicht erkannt zu haben. Offenbar hat das Unternehmen die Twitter-Gemeinde unterschätzt. Bei Microsofts erstem Chatbot – dem in China gestarteten Xiaolce – sind keine derartigen Probleme bekannt. Momentan versucht Microsoft noch herauszufinden, wie genau es zu der Angreifbarkeit von Tay kommen konnte.

Tay soll Microsoft zufolge solange offline bleiben, bis sich das Unternehmen bei einer erneuten Aktivierung sicher sein kann, dass es nicht erneut zu derartigen Probleme kommen wird. Wann dies sein wird, lässt Microsoft offen – von den Problemen mit Tay will der Hersteller aber für die Arbeit an künftigen AI-Projekten lernen.

Nachtrag vom 30. März 2016, 11:29 Uhr

Offenbar hatte Microsoft Tay in den Morgenstunden des 30. März 2016 wieder auf Twitter reaktiviert. Nachdem der Chat-Bot jedoch hauptsächlich die Nachricht "Du bist zu schnell, bitte ruh dich aus" tweetete, ist das Konto mittlerweile wieder gesperrt.


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