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Rassistische Ausschreitungen: Elon Musk droht dem ZDF mit Klage

Das ZDF hat in einer Nachrichtensendung behauptet, dass Elon Musk zur Jagd auf Migranten aufgerufen habe. Nun geht der X-Chef juristisch dagegen vor.
/ Friedhelm Greis
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Das ZDF hat Post von Musks Anwalt erhalten. (Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)
Das ZDF hat Post von Musks Anwalt erhalten. Bild: Thomas Lohnes/Getty Images

Elon Musk will mit juristischen Mitteln gegen eine Aussage des Fernsehsenders ZDF vorgehen. "Gegen das ZDF werden rechtliche Schritte wegen seiner unerhörten Lügen eingeleitet", schrieb der Tesla- und SpaceX-Chef am 15. Juni 2026 auf seiner Plattform X(öffnet im neuen Fenster). In einem weiteren Beitrag(öffnet im neuen Fenster) fügte er hinzu: "Im Laufe des Verfahrens gegen sie werden wir herausfinden, welcher Idiot konkret diese schreckliche Lüge geschrieben hat."

Musks Anwalt Joachim Steinhöfel fordert einem Bericht der Welt(öffnet im neuen Fenster) zufolge eine Unterlassungserklärung vom ZDF. Sollte der Sender die Unterlassungserklärung nicht abgeben, werde man Musk die "unverzügliche Einleitung gerichtlicher Schritte" empfehlen, zitiert die Welt aus dem Schreiben Steinhöfels.

Bericht über Ausschreitungen in Belfast

Das ZDF hatte am 12. Juni 2026 in einer 30-minütigen Sendung(öffnet im neuen Fenster) berichtet, welche Rolle Musk und rechte Influencer bei den ausländerfeindlichen Krawallen im nordirischen Belfast(öffnet im neuen Fenster) gespielt haben könnten. Die Moderation der Sendung startete mit den Worten: "Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt, das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk."

Inzwischen ergänzte das ZDF den Beitrag, der weiterhin komplett abrufbar ist, mit einem Hinweis. Darin wird die Formulierung als "unpräzise und deshalb missverständlich" bezeichnet. Weiter heißt es: "Tommy Robinson hat nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. Der Post wurde von Elon Musk geteilt."

Die Tatsache, dass Musk nicht direkt zu einer "Jagd auf Migranten" aufrief, bedeutet nach Ansicht der Nichtregierungsorganisation Center for Countering Digital Hate (CCDH) jedoch nicht, dass er und seine Plattform nicht eine maßgebliche Rolle vor den Ausschreitungen spielten. In einer 15-seitigen Analyse(öffnet im neuen Fenster) (PDF) behauptet die CCDH, dass Musks Account mit seinen 240 Millionen Followern eine entscheidende Rolle dabei spielte, die Inhalte von rechten Influencern wie Stephen Yaxley-Lennon alias Tommy Robinson und Rupert Lowe zu verbreiten.

Der Analyse zufolge fanden sich fast 4.000 Aufrufe zu Gewalt unter den Beiträgen von Musk, Robinson und Lowe. Musk selbst hatte zu Massenprotesten aufgerufen(öffnet im neuen Fenster). "Musks Verbreitung der Inhalte spielte eine entscheidende Rolle und trug mit 64 Millionen Aufrufen zu ihrer Reichweite bei – mehr, als Robinson und Lowe aus eigener Kraft zusammen erzielten", heißt es in dem Bericht. Von den 4.000 Gewaltaufrufen fanden sich demnach 240 unter den Beiträgen von Musk, 1.000 unter denen von Lowe und 2.690 unter den von Robinson.

Nachtrag vom 16. Juni 2026, 18:10 Uhr

Das ZDF teilte am 16. Juni 2026 mit(öffnet im neuen Fenster), eine Unterlassungserklärung abgegeben und die beanstandete Passage aus der Anmoderation entfernt zu haben.


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