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Rassistisch motiviert: Strafbefehl nach Gülleattacke auf syrische Glasfaserarbeiter

In Neukirchen beim Heiligenblut im Landkreis Cham hat ein Landwirt drei syrische Glasfaserarbeiter rassistisch beleidigt und anschließend mit Gülle bespritzt.
/ Andreas Donath
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Bodennahe Gülleausbringung mit einem Güllefass auf Grünland (Symbolbild) (Bild: Rasbak/Wikipedia)
Bodennahe Gülleausbringung mit einem Güllefass auf Grünland (Symbolbild) Bild: Rasbak/Wikipedia

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat nach einem Bericht von Regensburg Digital(öffnet im neuen Fenster) erfolgreich einen Strafbefehl wegen mehrfacher Beleidigung und Körperverletzung gegen einen Bauern beantragt, der syrische Glasfaserarbeiter fremdenfeindlich beleidigt und mit Gülle bespritzt hatte.

Der Vorfall ereignete sich am 29. August letzten Jahres an der Staatsstraße 2154. Nach einem heftigen Wortgefecht, bei dem der Landwirt die Arbeiter unter anderem als "Scheiß Ausländer" und "Dreckskanaken" bezeichnet haben soll, eskalierte die Situation. Der Bauer öffnete das Verschlussventil seines Gülleanhängers und übergoss die Arbeiter sowie deren Betriebsfahrzeuge mit Gülle.

Die Besonderheit des Strafbefehlsverfahrens liegt darin, dass es zu einer rechtskräftigen Verurteilung ohne mündliche Hauptverhandlung führen kann. Die Schuld des Täters muss dabei nicht zur Überzeugung des Gerichts feststehen, sondern es genügt ein hinreichender Tatverdacht(öffnet im neuen Fenster) .

Staatsanwaltschaft schenkt Behauptungen des Landwirts keinen Glauben

Der Landwirt behauptete später, er habe den Regler "unbeabsichtigt aktiviert" . Die Staatsanwaltschaft Regensburg glaubte dieser Darstellung jedoch nicht und beantragte einen Strafbefehl über 90 Tagessätze, den das Amtsgericht Cham inzwischen erließ. Ob der Bauer diesen Strafbefehl akzeptiert, bleibt abzuwarten.

Das Thüringer Unternehmen, bei dem die betroffenen Arbeiter beschäftigt sind, zeigte sich bestürzt über den Vorfall und die fehlende Berichterstattung über die ausländerfeindliche Motivation des Landwirts. Es sei nicht der erste rassistisch motivierte Vorfall in der Region, weshalb das Unternehmen nun erhebliche Bedenken habe, ob der Einsatz ausländischer Mitarbeiter in der Region noch zu verantworten sei, heißt es in dem Bericht.


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