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Rassismus: Cloudflare will 8chan nicht länger schützen

Der mutmaßliche Attentäter von El Paso soll seine Tat auf 8chan angekündigt haben. Cloudflare verweigert der Plattform daher seine Dienste.

Artikel veröffentlicht am , Jona Spreter/Zeit Online
Gedenken an die Opfer des Attentäter von El Paso.
Gedenken an die Opfer des Attentäter von El Paso. (Bild: Mario Tama/Getty Images)

Der IT-Dienstleister Cloudflare hat angekündigt, das Portal 8chan nicht länger vor Angriffen zu schützen. Der mutmaßliche Attentäter von El Paso scheine von der Website zu seiner Tat "inspiriert" worden zu sein, schreibt Cloudflare-CEO Matthew Prince in einer Mitteilung. "Widerwillig dulden wir Inhalte, die wir als verwerflich empfinden, aber wir ziehen die Grenze bei Plattformen, die gezeigt haben, dass sie direkt tragische Ereignisse auslösen, die gesetzeswidrig sind." 8chan sei es deshalb nicht länger erlaubt, die Dienste von Cloudfare zu nutzen.

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Wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet, soll der 21-jährige Mann, der am Samstag in El Paso 20 Menschen getötet und 26 verletzt hat, auf 8chan eine nationalistische Hassrede veröffentlicht und einen Link zu einem Facebook-Livestream seiner Tat geteilt haben. Auch der mutmaßliche Attentäter von Christchurch in Neuseeland hatte seine Tat auf dem Imageboard angekündigt.

Auch wenn 8chan mit der Nichtmoderation seiner Foren nicht gegen das Gesetz verstoßen habe, habe die Website doch ein Umfeld geschaffen, in dem der "Geist des Gesetzes" verletzt worden sei, schreibt Prince weiter. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Cloudflare hatte 8chan mit DDoS-Schutz (Distributed Denial of Service) versehen. Dieser verhindert, dass der Server der Website von Aktivistinnen und Aktivsten mit sinnlosen Massenabfragen lahmgelegt wird.

"Die Leute hinter der Website sind Arschlöcher"

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Charlottesville in Virginia im August 2017 hatte Cloudflare den Account der Neonaziseite Daily Stormer geschlossen. "Die Leute hinter der Website sind Arschlöcher und ich hatte genug von ihnen", schrieb Prince damals in einer E-Mail an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Tausende Rassisten hatten in Charlottesville demonstriert. Ein Neonazi raste mit einem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstrantinnen und -demonstranten, tötete dabei die 32-jährige Heather Heyer und verletzte 35 Menschen.

Noch am Samstag hatte Prince dem Guardian gesagt, dass das Internet nicht sicherer werde, wenn Cloudflare 8chan seine Dienste verweigere. "Wenn ich einen magischen Zauberstab schwingen könnte und damit alle schlechten Dinge im Internet verschwänden - und ich persönlich würde den Daily Stormer und 8chan in die Kategorie schlechter Dinge packen - dann würde ich diesen Zauberstab schon morgen schwingen", sagte Price.

Nachtrag vom 5. August 2019, 12:19 Uhr

Nach dem Rückzug von Cloudflare war 8chan am Montag weitgehend offline. Zwar ließ sich die Startseite noch aufrufen, jedoch gab es Fehlermeldungen bei einzelnen Threads. Auf einer Übersichtsseite hieß es: "Dies ist nur ein Schlagloch. Erwarten Sie einige Ausfälle, da wir unsere Server in den nächsten Stunden updaten."

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OmranShilunte 08. Aug 2019

ich denke du hast schlichtweg nicht verstanden, wann etwas "eine extremistische website...

redmord 07. Aug 2019

Eigentlich hat er nicht auf die Kritik als solches abgezielt, sondern wollte auf die...

redmord 07. Aug 2019

+1 Auch, wenn in den letzten Jahren eine enorme Angleichung stattgefunden hat, ist es...

supergurki 06. Aug 2019

Bitte nicht gendern. Danke.

mp (golem.de) 06. Aug 2019

Bevor das hier noch weiter abdriftet, mach ich den Thread mal zu. MfG Maxime Pfaff mp...


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