Raspberry Pi: Open-Source-Grafiktreiber ist fertig
Simon Hall hat den Wettbewerb um die Entwicklung eines quelloffenen Treibers für das Raspberry Pi gewonnen(öffnet im neuen Fenster). Er erhält das Preisgeld von 10.000 US-Dollar. Mit seinem Treiber läuft Quake III auf dem Minirechner. Das war die Vorgabe des Raspberry-Pi-Projekts, das den Wettbewerb ausgerufen hatte. Der Treiber ist für die GPU Videocore IV, die in Broadcoms BCM2835-SoC(öffnet im neuen Fenster) enthalten ist.

Hall orientierte sich an den Spezifikationen für die GPU, die Broadcom zur Verfügung stellte. Der SoC-Hersteller hatte die Unterlagen sowie Referenz-Code für sein SoC BCM21553(öffnet im neuen Fenster) Anfang März 2014 veröffentlicht. Beide SoCs enthalten die gleiche GPU.
Noch steht der Code lediglich in einem Git-Repository zur Verfügung. Anwender müssen selbst den Linux-Kernel samt Quellcode übersetzen. Dafür benötigt das Raspberry Pi mit GCC 4.7 satte acht Stunden. Eine genaue Anleitung dazu steht im Blog(öffnet im neuen Fenster) auf der Webseite des Raspberry-Pi-Projekts. Es dürfte aber nicht allzu lange dauern, bis die verschiedenen Linux-Distributionen für den kleinen Rechner den Treiber integrieren, etwa Raspian. Mit dem Code soll es für freie Entwickler auch möglich sein, einen quelloffenen Treiber für Android 4.0 nachzubauen. Der Binär-Blob wird aber dennoch für den vollständige Betrieb des SoC benötigt, beispielsweise für den Zugriff auf die Hardware-Decoder der im SoC enthaltenen Multimedia-Erweiterungen.
Die Aktion wurde zum zweiten Jahrestag des Verkaufsstarts des Raspberry Pi gestartet(öffnet im neuen Fenster), von dem inzwischen mehr als 2,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Laut dem Raspberry-Pi-Projekt soll der kleine Rechner in absehbarer Zeit vollkommen ohne Binär-Blob auskommen. Das Fehlen eines echten quelloffenen Grafiktreibers und der dazugehörigen Dokumentation für Linux auf der ARM-Plattform sei bisher ein großes Problem gewesen, schreibt Eben Upton, der Mitgründer der Raspberry Pi Foundation und einer der Entwickler der Miniplatine. Es verhindere, dass Entwickler und Nutzer Fehler korrigieren und weitere Funktionen hinzufügen können. Nutzer sollten die Funktionalität ihrer Hardware vollständig verstehen können. Upton ist Angestellter bei Broadcom.
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