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Raspberry Pi Cam: Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen

Wer eine Babycam kaufen will, steht vor der Qual der Wahl und kann dabei viel Geld ausgeben. Wir zeigen, wie mit überschaubarem Aufwand auch Raspberry-Pi-Einsteiger selbst eine bauen können. Nebenbei wird gekocht.

Artikel von Christopher Bichl veröffentlicht am
Raspberry Pi Cam: Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen
(Bild: Quinn Dombrowski/CC-BY 2.0)

Wir erwarten unser erstes Kind, und damit verbunden sind viele Neuanschaffungen. Dazu gehört für uns auch eine Babycam. Doch der Blick auf die verfügbaren Geräte ist ernüchternd. Sowohl billige als auch teurere Babycams und Babyphones gibt es jeweils nur als herstellerspezifische Empfänger-Sender-Paare. WLAN-fähige Modelle funktionieren oft nur mit der App des Herstellers. Wie gut die Geräte gegen Lauschversuche geschützt sind, darüber kann ich nur spekulieren. Und was mache ich mit der Kamera, wenn das Kind älter wird? Deshalb habe ich mich entschlossen, selbst eine Babycam auf Basis eines Bastelcomputers, dem Raspberry Pi, zu bauen. Die Kosten sind kaum höher als für ein billiges kommerzielles Gerät, und nach zwei Jahren kann ich die Hardware für ein neues Projekt verwenden. Der Aufwand ist sehr gering: Während ich ein Polentagericht zum Abendessen koche, nutze ich die Arbeitspausen zum Basteln. Weniger als eine Stunde später ist beides fertig: das Essen und die Babycam.

Inhalt:
  1. Raspberry Pi Cam: Babycam mit wenig Aufwand selbst bauen
  2. Webserver und Webanwendung einrichten
  3. Netzwerk einrichten

Meine Eigenbau-Babycam soll ein Bild des Babybetts auf verschiedenen Endgeräten per Webbrowser zeigen können, deshalb will ich einen Webserver auf dem Pi aufsetzen. Zugunsten der Sicherheit will ich auf eine Einbindung in unser Heimnetzwerk verzichten. Stattdessen soll die Babycam ein eigenes, verschlüsseltes WLAN anbieten. Wir benötigen aufgrund unserer Wohnverhältnisse keine Tonübertragung und haben auch Befürchtungen, bei jedem lauteren Babyschmatzer sofort in Panik zu geraten.

  • Raspberry Pi Zero W mit Kamera bereits im Gehäuse (Foto: Christopher Bichl)
  • Raspberry Pi Zero W mit Kamera zusammengebaut (Foto: Christopher Bichl)
  • Die Konstruktion ist leicht und klein. (Foto: Christopher Bichl)
  • Die Montage ist nicht aufwendig. (Foto: Christopher Bichl)
Raspberry Pi Zero W mit Kamera bereits im Gehäuse (Foto: Christopher Bichl)

Die Eigenbau-Babycam ist vor allem eine Konfigurationsaufgabe

Dieser Funktionsumfang ist mit einem Raspberry Pi umsetzbar. Dafür benötigen wir nicht einmal das Topmodell, ein preiswerter Raspberry Pi Zero W reicht aus. Die notwendige Software ist kostenlos verfügbar, und es gibt ein passendes und preiswertes Kameramodul. Der Bau einer eigenen Babycam ist damit vor allem eine Konfigurationsaufgabe, die nur grundlegende Linux-Kenntnisse erfordert.

Ich benötige insgesamt folgende Hardware: den Raspberry Zero W und das Kameramodul V2.1 8MP NoIR vom selben Hersteller. Ein USB-Ladegerät mit mindestens 1,5 Ampere Leistung liefert dem Raspberry genügend Strom. Dazu kommt eine Mini-SD-Karte mit mindestens 8 GByte Speicher. Wer Videos aufnehmen und speichern will, sollte eine SD-Karte mit mehr Speicher kaufen. Mit der NoIR-Variante des Kameramoduls kann die Umgebung in der Nacht in Infrarot erfasst werden. Dafür kaufe ich einen LED-Infrarotstrahler. Meine Wahl sieht zwar überdimensioniert aus, aber später kann ich damit zum Beispiel unseren Innenhof beleuchten. Da Infrarotlampen für das menschliche Auge ein nur schwaches Licht erzeugen, ist auch ein großer Strahler im Kinderzimmer kein Problem. Alles zusammen kostet keine 100 Euro.

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Als Erstes setze ich einen halben Liter Wasser für die Polenta auf. Dann nehme ich das Flachbandkabel, das beim Kameramodul mitgeliefert wird, und suche am Raspberry Pi den passenden Anschluss. Er ist etwas breiter als das Flachbandkabel selbst und hat meistens einen andersfarbigen Kunststoffdeckel. Diesen Anschluss nennt man auch Zero Insertion Force oder kurz ZIF. Er ermöglicht einen unkomplizierten Zusammenbau. Zuerst öffne ich vorsichtig den Kunststoffdeckel am ZIF und setze das Flachbandkabel richtig ein. Ich achte darauf, dass die Metallkontakte des Kabels die Kontakte des ZIF berühren. Ich schließe den Plastikdeckel wieder und prüfe das Kabel auf festen Sitz, das Prozedere wiederhole ich auf der Seite des Kameramoduls. Hiermit ist der Zusammenbau vollendet. Als Nächstes kümmere ich mich um die Installation des Betriebssystems.

Dieses lade und installiere ich nach der Anleitung des Linux-Derivats Raspbian auf der SD-Karte. Auf dem frisch installierten System führe ich als Erstes ein Update über die Kommandozeile durch. Ich öffne sie vom Desktop aus über das Terminal-Icon oder im Startmenü über den Terminal-Eintrag. Mit sudo apt-get update und dann sudo apt-get upgrade geschieht auch schon alles, um das Betriebssystem zu aktualisieren. Danach konfiguriere ich mit dem Befehl sudo raspi-conf das Kameramodul unter dem Punkt Interfacing Options/Camera. Ansonsten funktioniert das Kameramodul nicht. Beim Programmpunkt Advanced/MemorySplit reserviere ich 128 MByte für den Grafikspeicher. So viel benötigt das Programm Motion zum optimalen Betrieb, das später noch gemeinsam mit dem Webserver installiert wird.

Während das Update läuft, rühre ich 100 Gramm Maisgrieß in das Wasser, füge ein paar getrocknete Tomaten hinzu und salze das Ganze. Ich lasse es zugedeckt im Kochtopf bei kleiner Flamme ein paar Minuten kochen, bis die Polenta das Wasser aufgesogen hat.

Im Terminal installiere ich dann zwei Programme mit dem Befehl sudo apt-get install hostapd dnsmasq. Das Programm Hostapd dient dazu, aus dem Raspberry einen WLAN-Access-Point zu machen. DnsMasq stellt auf dem Raspberry Pi einen DHCP- und DNS-Server bereit. Damit kann ich später den Bastelrechner per Domain-Namen statt IP ansprechen. Aber dazu später mehr. Als Nächstes installiere und konfiguriere ich die Applikationen, um die Webcam zu steuern.

Webserver und Webanwendung einrichten 
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kronosizm 07. Jun 2019

Die gleichen Probleme hatte ich auch. Wenn ich alle Schritte durchgeführt hatte und den...

starmagoo 18. Mai 2019

Habs gefunden: https://www.waveshare.com/wiki/RPi_IR-CUT_Camera

Spatzenfreund 21. Nov 2018

Hallo, danke für den Hinweis. Mein Hauptproblem war wohl das abtippen seltsamer...

gadthrawn 13. Sep 2018

Simpel. Viele Fälle von Respiratory-Syncytial-Virus im Krankenhaus, Ansteckung wohl...

nopy 11. Sep 2018

ja, die hab ich auch genutzt. war nur etwas irritiert als die plötzlich mitten in der...


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