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Raspberry Pi 500: Fehlender M.2-Slot lässt sich nachrüsten

Die Kosten für den Einbau eines M.2-Slots in den Tastaturcomputer sind überschaubar. Aber es braucht eine gute Ausrüstung und ruhige Hände.
/ Johannes Hiltscher
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Der Raspberry Pi 500 und der passende Monitor: Für einen Desktop-Ersatz wäre eine M.2-SSD eigentlich Pflicht. (Bild: Raspberry Pi Ltd.)
Der Raspberry Pi 500 und der passende Monitor: Für einen Desktop-Ersatz wäre eine M.2-SSD eigentlich Pflicht. Bild: Raspberry Pi Ltd.

Aus bislang unbekannten Gründen hat die Raspberry Pi Ltd. beim Raspberry Pi 500 einen M.2-Slot für eine NVMe -SSD vorgesehen, diesen aber nicht bestückt. Eine Reihe von Bastlern hat das als Herausforderung gesehen und versucht, den Adapter selbst einzubauen – mit Erfolg, wie Youtuber Jeff Geerling in seinem Blog dokumentiert(öffnet im neuen Fenster) .

Dafür müssen neben dem Sockel noch Koppelkondensatoren in die PCIe-Lanes eingelötet werden. Die machen das Aufrüsten kompliziert, da hier die Bauform 0201 verwendet wird; die Bauteile messen lediglich 0,6 x 0,3 mm(öffnet im neuen Fenster) . Für einen erfolgreichen Umbau ist gute Lötausrüstung Pflicht. Welche Werte hier vorgesehen sind, lässt sich nicht sagen, da kein Schaltplan des Raspberry Pi 500 zur Verfügung steht.

Eine gute Wahl scheinen aber 220 Nanofarad (nF) zu sein(öffnet im neuen Fenster) , was laut PCIe-Spezifikation die Anforderungen von PCIe 2 und 3 erfüllt. Grundsätzlich sollte ein M.2-Slot eines beliebigen Herstellers passen, da dessen Footprint durch die M.2-Spezifikation vorgegeben ist.

Stromversorgung muss ergänzt werden

Zusätzlich ist für den M.2-Slot eine eigene 3,3-Volt-Stromversorgung über einen separaten Spannungsregler vorgesehen. Auch dieser und die zugehörigen Kondensatoren, Widerstände sowie eine Induktivität sind nicht bestückt.

Glücklicherweise haben die Raspberry-Pi-Entwickler das Rad hier nicht neu erfunden. Verwendet wird derselbe Spannungsregler wie beim M.2 Hat+ ( Schaltplan, PDF(öffnet im neuen Fenster) ), ein AP3441SHE(öffnet im neuen Fenster) von Diodes Incorporated.

Anders als beim M.2 Hat+ sind allerdings weniger Kondensatoren vorgesehen. Die Werte aus dem Datenblatt des Schaltreglers (PDF)(öffnet im neuen Fenster) dürften eine gute Wahl sein, auffällig ist lediglich, dass der Footprint für den Stützkondensator am Eingang des Reglers kleiner ist als der am Ausgang. Es könnten statt 22 μF lediglich 10 μF vorgesehen sein. Die Bauform lässt sich mithilfe eines Fotos von Geerling schwierig abschätzen, beim M.2-Hat+ werden 1206- und 0402-Komponenten verwendet.

Insgesamt kommen wir für die Komponenten auf Kosten von weniger als fünf Euro. Die passiven Komponenten kosten allerdings bei Einzelkauf überproportional viel. In der Serienproduktion lägen die Mehrkosten bei weniger als zwei Euro.


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