Golem testet, Hitzewelle in Deutschland ist die Folge

Trotz der früh bekanntgewordenen Probleme bei der Wärmeentwicklung des Raspberry Pi 4 wollen wir erste Benchmarks ganz in dem Zustand ausführen, in dem der Raspberry Pi 4 ausgeliefert wird - also ohne Kühlkörper oder Lüfter. Innerhalb weniger Minuten liegt die CPU-Temperatur um die 80° C, die CPU taktet herunter. Wir brechen die Messung ab und kramen einen Kühlkörper heraus, der eigentlich für frühere Pi-Modelle bestimmt ist.

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Wir starten den Benchmark erneut, doch der Kühlkörper zögert die Wärmeentwicklung nur für ein paar weitere Minuten heraus. Dabei wird nicht nur die CPU heiß, die ganze Platine wird unangenehm warm. Einen Dauerbetrieb wollen wir dem Raspberry Pi 4 so nicht zumuten.

Als weitere Maßnahme spielen wir einen Firmware-Patch ein, der sich nur über das Raspberry-Pi-Forum finden lässt und von Google-Drive geladen werden muss, nicht von der regulären Homepage. Dank des Patches bleiben wir während des Benchmarks jetzt unter 80°C.

Während der heißen Juli-Tage reichte das aber auch noch nicht. Die ultimative Lösung: Wir stellen den Raspberry Pi 4 hochkant in den Luftstrom eines Lüfters, so dass Front und Rückseite im Luftstrom liegen. Jetzt überschreitet die CPU-Temperatur kaum mehr die 60°C-Marke, bei sommerlichen 35°C Außentemperatur. Im klimatisierten Büro bleibt die Temperatur bei 40°C.

Raspberry Pi schließt zur Konkurrenz auf

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Unsere Tests und Experimente laufen jetzt mit voller Leistung durch. Wir verzichten hier auf die Auflistung der Messergebnisse, sie bestätigen die bereits veröffentlichen Werte der Raspberry Pi-Foundation. Der Raspberry Pi 4 ist in jeder Hinsicht seinen Vorgängern deutlich überlegen. Konkurrenten wie Odroid und Rock PI überholt er damit aber nicht, er hängt nur nicht mehr hinterher.

  • Raspberry Pi 4B(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der kleine Kühlkörper erwies sich als wenig nützlich.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf der Rückseite befinden sich keine Bauteile, aber auch hier wird der Raspberry Pi im Betrieb warm.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Nur anhand der Produktbezeichnungen auf dem RAM selbst ist das Modell zu erkennen. Hier ist die 1-GByte-Variante zu sehen.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Beim 4-GByte-Modell ist der Aufdruck kürzer.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • 2 USB-3-Ports kommen Nutzerwünschen entgegen.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die beiden Micro-HDMi-Ports anstelle des bisherigen HDMI-Ports.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Dual-Monitor-Setup hätten wir uns einst nicht vorstellen können.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Der kleine Kühlkörper erwies sich als wenig nützlich.(Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Aufgrund der Wärmeentwicklung und der damit einhergehenden Takt-Drosselung dürften aber gerade Neueinsteiger von der Leistung des neuen Pi nur bedingt profitieren. Was uns hier stört, ist nicht die Wärmeentwicklung an sich. Praktisch alle CPUs ab diesem Leistungssegment benötigen eine Kühlung, schon beim Raspberry Pi 3 war dies ein Thema. Deshalb werden mittlerweile viele Bastelrechner mit einem Kühllösung ausgeliefert oder der Hersteller weist explizit auf diese Notwendigkeit hin und spricht entsprechende Empfehlungen aus.

Beim Raspberry Pi findet sich nichts davon, abseits sporadischer Erwähnungen in den sozialen Netzwerken. Den offiziellen Raspberry-Pi-Kits liegt keine Kühllösung bei, einen offiziellen Raspberry-Pi-Lüfter gibt es nicht. Das offizielle Raspberry-Pi-Gehäuse besitzt nicht einmal Lüftungsöffnungen. Im Beginner-Tutorial wird das Thema Kühlung überhaupt nicht angesprochen, ein Verweis auf den Patch fehlt.

Nutzer müssen selbst auf die Idee kommen, sich bei Drittanbietern umzuschauen und zu informieren. Einige Hersteller bieten bereits aktive und passive Lüfterlösungen für den Pi an - die leider oft die Nutzung der GPIO-Leiste stören. Praktisch sind dadurch auch die meisten Pi-Erweiterungen nicht mehr direkt verwendbar.

Schreiben, surfen, spielen

Im Desktop-Betrieb wirkt sich die Wärmeentwicklung allerdings nicht ganz so offensichtlich auf die Leistung aus. Auch mit einem geringeren Takt sind die 4 Cortex-A72-Kerne des Raspberry Pi 4 flotter als die Cortex-A53-Kerne der Vorgänger-Pis. Das merken wir, wenn wir mit Libreoffice Texte schreiben, mit Chromium im Internet surfen oder 0 A.D. spielen.

Wesentlich signifikanter sind hier die Unterschiede durch die RAM-Ausstattung. Wie am Anfang erwähnt: Mit 4 GByte macht der Umgang mit mehreren Desktop-Programmen Spaß. Wir können diese wirklich parallel nutzen.

Beim 1-GByte-Modell trifft das leider nicht zu, hier werden wir gelegentlich zu Wartepausen gezwungen, wenn wir Programme wechseln oder im Browser durch die Tabs schalten. Wer den Raspberry Pi hauptsächlich nur mit einem Programm nutzen will, zum Beispiel als Medienplayer mit Kodi, wird aber auch mit dem 1 GByte-Modell glücklich. Unabhängig vom Speicherausbau, stehen 2 Monitorausgänge zur Verfügung.

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 Raspberry Pi 4B im Test: Nummer 4 lebt!4K auf zwei Monitoren läuft mit Einschränkungen 
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LinuxMcBook 20. Apr 2020

Lustig, genau das gleiche Netzteil nutze ich für meine Pi auch. Allerdings lief der 3...

bigm 03. Sep 2019

Hier stelle ich meine Lösung vor: https://forum.golem.de/read.php?128225,5465659,5468570

zuschauer 13. Aug 2019

Ich betreibe einige Kameras in engen Gehäusen von Kamera-Atrappen. Problem: mit dem...

zuschauer 13. Aug 2019

Und die "Helfershelfer" spielen mit - schließlich können sie ja nach einem getätigten...

RAW1 12. Aug 2019

Ach komm, das mit dem USB-C ist für mich beispielsweise vollkommen irrelevant, da das...



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