Abo
  • Services:

Raspberry Pi 2: Fotografieren nur ohne Blitz

Das neue Raspberry Pi kann per Kamerablitz zum Absturz gebracht werden. Anscheinend wirkt ein bestimmter Chip unfreiwillig als Photodiode.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Raspberry Pi 2 hat jetzt vier Kerne statt nur einen.
Das Raspberry Pi 2 hat jetzt vier Kerne statt nur einen. (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Im Raspberry-Pi-Forum meldeten sich Benutzer, dass ihr Raspberry Pi 2 beim Versuch, sie zu fotografieren, abstürzte und neu startete. Dafür verantwortlich ist wahrscheinlich der benutzte Xenon-Blitz.

Stellenmarkt
  1. CompuGroup Medical Deutschland AG, Koblenz
  2. DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut (Raum Rosenheim)

Der Spannungswandler U16 auf dem Raspberry Pi, ein NCP6343, besitzt nur ein sehr dünnes Gehäuse. Die Energie des Blitzlichtes reicht anscheinend aus, um innerhalb des Chips nennenswerte, nicht beabsichtigte, photoelektrische Effekte auszulösen. In der Folge wird die Stromversorgung auf dem Raspberry Pi instabil und der Computer stürzt ab. Die älteren Raspberry-Pi-Modelle sollen von diesem Problem nicht betroffen sein.

  • Der wahrscheinlich verantwortliche Chip befindet sich in der Nähe des USB-Stromanschlusses und der HDMI-Buchse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der wahrscheinlich verantwortliche Chip befindet sich in der Nähe des USB-Stromanschlusses und der HDMI-Buchse (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Während unserer Tests in den vergangenen Tagen trat dieses Problem nicht auf. Normales (Winter-)Tageslicht oder Bürobeleuchtung reicht anscheinend nicht aus, um den Fehler zu provozieren. Auch die verbauten Blitz-LEDs in einem Nokia Lumia 920 und Nexus 4 schienen das Raspberry Pi nicht zu stören. Erst als wir ebenfalls einen Xenon-Blitz ausprobierten, konnten wir das Verhalten reproduzieren. Dabei muss der Blitz nicht nahe an die Platine gehalten werden. Aus bis zu zwei Metern Entfernung konnten wir so das Raspberry Pi zum unfreiwillen Neustart bringen.

Der Effekt tritt scheinbar insbesondere bei Xenon-Lampen auf, da sie Lichtwellen in jenem Bereich des Spektrums erzeugen, welche wahrscheinlich das dünne Chipgehäuse gut passieren können. Mit einem Laserpointer konnte der Effekt laut Aussagen im Raspberry-Pi-Forum ebenfalls reproduziert werden.

Als Lösung bietet sich derzeit nur an, das Raspberry Pi 2 in einem lichtdichten Gehäuse zu betreiben. Plastik- und Tupperdosen eignen sich nicht dafür, ein Pappkarton hingegen funktionierte als Schutz. Alternativ kann auch nur das betroffene Bauteil durch ein lichtdichtes Material nach allen Seiten versiegelt beziehungsweise abgedeckt werden. Das ist allerdings mit Vorsicht zu betrachten, da hierbei unter Umständen keine Wärme von den Bauteilen abgeführt werden kann.

Dass Halbleiterbauteile lichtempfindlich sein können, ist nichts Neues. Bei Photodioden und Solarzellen wird der photoelektrische Effekt explizit ausgenutzt. Auch spezielle EPROMs konnten früher mit Hilfe von UV-Licht gelöscht werden. Dass dieser Effekt nun aber unfreiwillig bei Consumer-Elektronik beobachtet werden kann, ist jedoch ungewohnt. Und war doch nicht auszuschließen: Aktuelle Elektroniktests beachten üblicherweise nur elektromagnetische Störeinflüsse. Das könnte sich nun speziell bei Bastelrechnern ändern.

Nachtrag vom 9. Februar 2015, 16:01 Uhr

Die Raspberry Pi Foundation hat den Fehler nun offiziell bestätigt. In ihrem Blogbeitrag schließt sie explizit aus, dass das Raspberry Pi durch Blitzlicht permanent beschädigt werden kann. Wie der Fehler nun korrigiert werden soll, wird noch geprüft.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 349€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de
  3. 59,90€
  4. und 50€-Steam-Guthaben erhalten

NaruHina 14. Feb 2015

im heimbereich steckt so eine platine i.d.r. in einem gehäuse...

FreiGeistler 13. Feb 2015

Alte oder neue Rechtschreibung?

Zwangsangemeldet 10. Feb 2015

Naja, immerhin steht im Artikel, dass es bis zu 200cm Entfernung funktionierte...

__destruct() 10. Feb 2015

Schau auf das Bild im Artikel. So sehr ich auch Alu-Klebeband mag, so ist es hier doch...

__destruct() 10. Feb 2015

kwT.


Folgen Sie uns
       


HTC U12 Plus - Hands on

Das U12+ ist HTCs Top-Smartphone des Jahres 2018. Der taiwanische Hersteller setzt bei dem Gerät auf Dualkameras vorne und hinten, einen berührungsempfindlichen Rand und Hardware im Oberklassebereich. Golem.de hat sich das Smartphone in einem ersten Hands On angeschaut.

HTC U12 Plus - Hands on Video aufrufen
Recycling: Die Plastikwaschmaschine
Recycling
Die Plastikwaschmaschine

Seit Kurzem importiert China kaum noch Müll aus dem Ausland. Damit hat Deutschland ein Problem. Wohin mit all dem Kunststoffabfall? Michael Hofmann will die Lösung kennen: Er bietet eine Technologie an, die den Abfall in Wertstoff verwandelt.
Ein Bericht von Daniel Hautmann


    PGP/SMIME: Die wichtigsten Fakten zu Efail
    PGP/SMIME
    Die wichtigsten Fakten zu Efail

    Im Zusammenhang mit den Efail genannten Sicherheitslücken bei verschlüsselten E-Mails sind viele missverständliche und widersprüchliche Informationen verbreitet worden. Wir fassen die richtigen Informationen zusammen.
    Eine Analyse von Hanno Böck

    1. Sicherheitslücke in Mailclients E-Mails versenden als potus@whitehouse.gov

    Oneplus 6 im Test: Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
    Oneplus 6 im Test
    Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

    Das Oneplus 6 hat einen schnellen Prozessor, eine Dualkamera und ein großes Display - mit einer Einbuchtung am oberen Rand. Der Preis liegt wieder unter dem der meisten Konkurrenzgeräte. Das macht das Smartphone trotz fehlender Innovationen zu einem der aktuell interessantesten am Markt.
    Ein Test von Tobias Költzsch

    1. Android-Smartphone Neues Oneplus 6 kostet ab 520 Euro
    2. Oneplus 6 Oneplus verkauft sein neues Smartphone auch direkt in Berlin

      •  /