Raptor Lake: Intel stellt Prozessoren ohne Effizienz-Kerne vor

Intel hat ohne größere Ankündigung eine Reihe neuer Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) aus der Raptor-Lake-Refresh-Serie ins Sortiment aufgenommen. Sie sind ausschließlich mit Performance-Kernen ausgestattet und dürften sich damit hauptsächlich für Computerspiele sowie KI-Inferenz eignen. Insgesamt neun Prozessoren kommen mit dem Suffix "E" am Ende der Modellbezeichnung auf den Markt, denn der Embedded-Markt soll das hauptsächliche Einsatzgebiet der Chips sein.
Neben den Effizienz-Kernen fehlt auch deren L3-Smart-Cache, während der L2-Cache der Performance-Kerne gleich bleibt. Auch auf TVB verzichtet Intel bei den Embedded-CPUs, in der Spitze fehlen dem Core i9-14901KE dadurch 200 Mhz. Die Leistungsaufnahme bleibt laut TDP-Angaben auf dem Niveau der Desktop-Chips, pro Kern steht entsprechend mehr Strom zur Verfügung.
Einige der neuen Prozessoren könnten für Gamer interessant sein, sofern die Preise die verringerte Gesamtleistung widerspiegeln. Effizienz-Kerne sind für die meisten Spiele zwar kein Problem mehr und verringern die Performance nicht, deutliche Mehrleistung bringen sie in den allermeisten Spielen aber ebenso wenig. Prozessoren, die ausschließlich schnelle P-Kerne haben, sind dadurch gut geeignet.
Ein Prozessor mit 12 P-Kernen soll folgen
Bereits seit einiger Zeit gibt es außerdem Gerüchte um Bartlett Lake, ebenfalls eine Prozessorserie für Intels NEX-Sparte (Netzwerk und Edge). Dort sollen bis zu 12 Performance-Kerne verbaut werden, ebenfalls basierend auf der Raptor-Cove-Architektur. Im Gegensatz zu den am Wochenende präsentierten Prozessoren ist dieses Modell aber noch nicht bestätigt. Gerade für KI-Inferenz in Edge-Geräten sind Performance-Kerne gefordert, um möglichst schnellere Reaktionszeiten zu gewährleisten.
| Modell | Kerne/Threads | L3-Cache | L2-Cache | Boost-Takt | Basis-Taktfrequenz | TDP (Watt) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Intel Core i9-14900K | 24/32 (8P+16E) | 36 MByte | 32 MByte | 6,0 GHz (TVB) | 3,2 / 2,4 GHz | 125 |
| Core i9-14901KE | 8/16 (8P) | 36 MByte | 16 MByte | 5,8 GHz | 3,8 GHz | 125 |
| Core i9-14901E | 8/16 (8P) | 36 MByte | 16 MByte | 5,6 GHz | 2,8 GHz | 65 |
| Core i9-14901TE | 8/16 (8P) | 36 MByte | 16 MByte | 5,5 GHz | 2,3 GHz | 45 |
| Core i7-14701E | 8/16 (8P) | 33 MByte | 16 MByte | 5,4 GHz | 2,6 GHz | 65 |
| Core i7-14701TE | 8/16 (8P) | 33 MByte | 16 MByte | 5,2 GHz | 2,1 GHz | 45 |
| Core i5-14501E | 6/12 (6P) | 24 MByte | 12 MByte | 5,2 GHz | 3,3 GHz | 65 |
| Core i5-14501TE | 6/12 (6P) | 24 MByte | 12 MByte | 5,1 GHz | 2,2 GHz | 45 |
| Core i5-14401E | 6/12 (6P) | 24 MByte | 12 MByte | 4,7 GHz | 2,5 GHz | 65 |
| Core i5-14401TE | 6/12 (6P) | 24 MByte | 12 MByte | 4,5 GHz | 2 GHz | 45 |
Sollte die CPU ebenfalls erscheinen, hätte Intel damit für den Sockel LGA-1700 einen unverhofften Upgrade-Pfad geschaffen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Mainboard-Hersteller entsprechende UEFI-Updates veröffentlichen und Intel den Distributoren erlaubt, die Prozessoren auch im freien Handel anzubieten. Aus Effizienzgründen dürften Arrow Lake-S und Zen 5 dennoch in den meisten Fällen die sinnvollere Upgrademöglichkeit darstellen.



