• IT-Karriere:
  • Services:

Rapid Prototyping: US-Armee steckt 3D-Druckereien in Container

Die US-Armee hat mobile 3D-Druckwerkstätten eingerichtet, die nach Afghanistan geschickt werden. Die Idee ist, dass Soldaten dort Ausrüstungsgegenstände, die sie brauchen, schnell anfertigen lassen können.

Artikel veröffentlicht am ,
Techniker der US-Armee in Rapid Prototyping Facility: 3D-Druckerei im Container
Techniker der US-Armee in Rapid Prototyping Facility: 3D-Druckerei im Container (Bild: Steve Rochette/US Army)

Schnell einen Gegenstand anzufertigen, wenn er gebraucht wird - das ist der Vorteil von 3D-Druck. Das hat auch die US-Armee erkannt. Sie hat die entsprechende Ausstattung angeschafft und nach Afghanistan verschifft.

Idee verloren

Stellenmarkt
  1. Melitta Business Service Center GmbH & Co. KG, Minden
  2. MBDA Deutschland, Schrobenhausen

Die Idee ist, dass Soldaten unmittelbar vor Ort in Afghanistan die Ausrüstung bekommen können, die sie brauchen. Bislang mussten sie dafür einen Antrag stellen, der an die entsprechende Stelle bei der Armee ging. Dort wurde das Teil dann angeschafft oder angefertigt. Dabei konnte dann auch schon mal die Ausgangsidee verloren gehen, wie Oberst Pete Newell, der Kommandant der Rapid Equipping Force (REF) in Fort Belvoir im US-Bundesstaat Virginia, dem US-Angebot Military.com erklärte.

Das will die REF ändern: Sie hat mobile 3D-Druckwerkstätten eingerichtet, bei denen die Soldaten Ausrüstungsgegenstände, die sie brauchen, direkt anfertigen lassen. Eine solche 3D-Druckerei, Expeditionary Lab genannt, verfügt über aktuelle Rapid-Prototyping- und Rapid-Manufacturing-Technik, darunter ein 3D-Drucker, der Gegenstände aus Kunststoff aufbaut, und eine CNC-Maschine, mit der Teile aus Metall gefertigt werden können. Außerdem verfügt sie über herkömmliche Werkzeuge wie Plasmaschneider, Schweißgeräte, Bohrer und verschiedene Sägen.

Container-Werkstatt

Damit die Werkstatt mobil ist, wird sie in einen 20-Fuß-Container gepackt. Der erhält zudem noch eine Satellitenkommunikationsanlage, einen eigenen Generator sowie ein System zum Kühlen oder Heizen. Diese Werkstatt kann vor Ort per Lkw oder Transporthubschrauber zu einem beliebigen Einsatzort an der Front gebracht werden. Zu einem mobilen Labor gehören zwei Techniker als Besatzung, die alle vier Monate abgelöst werden.

Die sollen allerdings weniger neue Ausrüstung entwickeln, sondern vielmehr vorhandene verbessern oder so verändern, dass sie anderweitig einsetzbar ist. Die US-Armee unterhält schon seit einigen Jahren Rapid-Manufacturing-Einrichtungen in Bagram und Kandahar. Diese hätten schon einige nützliche Gegenstände für die Soldaten produziert, etwa einen Adapter, der es ermöglichte, ein mobiles Bodenradar mit einem anderen Akku auszustatten, erzählt der REF-Offizier. Dem Originalakku setzte das Klima in Afghanistan derart zu, dass sich die Laufzeit von acht Stunden im Nu auf weniger als eine Stunde reduzierte. Die REF-Techniker hätten daraufhin einen Adapter konstruiert, der es ermögliche, das Bodenradar mit einem Standardakku der US-Armee mit einer Laufzeit von neun Stunden zu betreiben.

Drei mobile 3D-Druckereien

Allerdings habe sich die Lösung mit den stationären Werkstätten noch als zu langsam erwiesen, sagte Newell. Deshalb sei die Idee entstanden, die mobilen einzurichten. 2,8 Millionen US-Dollar kostet so eine Werkstatt im Container. Drei Stück hat die REF vom US-Unternehmen Exponent einrichten lassen. Die erste ist seit vergangenem Monat im Süden Afghanistans im Einsatz. Die Zweite soll im Herbst im Osten des Landes eintreffen. Die Dritte wird in den USA verbleiben.

Die mobilen 3D-Druckereien seien allerdings nicht nur für den Kriegseinsatz geeignet, sagte Newell. Sie könnten sich aber auch bei Katastrophen wie nach dem Wirbelsturm Katrina im Jahr 2005 oder nach dem Tsunami in Japan im vergangenen Jahr als nützlich erweisen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 67,89€ (Release: 19.11.)
  2. 19,49€
  3. 20,49€

nn.max 27. Aug 2012

Mit Blender das Teil nachmodellieren und dann bei z.B. shapeways dot com bestellen...

max2 27. Aug 2012

Jeder Modellbauer, jeder Camper, jeder Wanderer hat schon mal "im Feld" eine "customized...

Salzbretzel 27. Aug 2012

Wenn ich ein Soldat mit Zugang zu dem Drucker wäre würde nach einer Woche ein Master...

Balkanfuzzi 27. Aug 2012

Wenn der 3D-Drucker schon vorhanden ist, kann man sich die CNC-Fräse auch noch selber...

dynAdZ 27. Aug 2012

Den Artikel dazu gab es vor kurzem auch bei Golem. Im Prinzip eine gute Idee für die...


Folgen Sie uns
       


6G-Mobilfunk: Wie 115 Gigabit/s per Funk über 100 m übertragen wurden
6G-Mobilfunk
Wie 115 Gigabit/s per Funk über 100 m übertragen wurden

Die Funkverbindung wurde mit 300 GHz hergestellt. Dabei muss nur eine Photodiode mit dieser Frequenz arbeiten. Der Rest ist clevere Technik und Mathematik.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Software-Entwicklung Wenn alle aneinander vorbeireden
  2. Telekommunikation Warum US-Tech-Firmen so heiß auf Jio sind
  3. 450 MHz Bundesnetzagentur legt sich bei neuer Frequenzvergabe fest

Immortals Fenyx Rising angespielt: Göttliches Gaga-Gegenstück zu Assassin's Creed
Immortals Fenyx Rising angespielt
Göttliches Gaga-Gegenstück zu Assassin's Creed

Abenteuer im antiken Griechenland mal anders! Golem.de hat das für Dezember 2020 geplante Immortals ausprobiert und zeigt Gameplay im Video.
Von Peter Steinlechner


    Stellenanzeige: Golem.de sucht CvD (m/w/d)
    Stellenanzeige
    Golem.de sucht CvD (m/w/d)

    Du bist News-Junkie, Techie, Organisationstalent und brennst für den Onlinejournalismus? Dann unterstütze die Redaktion von Golem.de als CvD.

    1. Stellenanzeige Golem.de sucht Verstärkung für die Redaktion
    2. Shifoo Golem.de startet Betatest seiner Karriere-Coaching-Plattform
    3. In eigener Sache Die 24-kernige Golem Workstation ist da

      •  /