Rapid Prototyping: 3D-Druck mit - imitiertem - Mondgestein

US-Wissenschaftler haben getestet, ob Mondgestein für Rapid Prototyping taugt. Es lässt sich, so haben sie herausgefunden, mit einem Laser schmelzen und zu neuen Gegenständen verarbeiten. Astronauten können also in Zukunft auf fremden Himmelskörpern mit einem 3D-Drucker Gegenstände aufbauen.

Artikel veröffentlicht am ,
Gegenstände aus imitiertem Mondsediment: kein Schönheitspreis, aber brauchbar
Gegenstände aus imitiertem Mondsediment: kein Schönheitspreis, aber brauchbar (Bild: WSU)

Was machen Astronauten auf einem anderen Himmelskörper, wenn ihnen ein Werkzeug fehlt? Sie bauen sich eines, sagt Amit Bandyopadhyay von der Universität des US-Bundesstaates Washington (Washington State University, WSU) in Seattle. Mit einem 3D-Drucker.

Stellenmarkt
  1. Java Programmierer (m/w/d) Testautomatisierung
    MicroNova AG, Vierkirchen bei München, Ingolstadt, Leonberg, Wolfsburg (Home-Office)
  2. Softwareentwickler Angular (w/m/d)
    freenet DLS GmbH, Büdelsdorf
Detailsuche

Bandyopadhyay hat im Auftrag der US-Weltraumbehörde Nasa erkundet, ob es ein 3D-Druckverfahren gibt, das es ermöglicht, Gegenstände aus vorhandenem Material aufzubauen. Nach zwei Jahren Arbeit sind die Forscher zu dem Schluss gekommen: Ja, das geht. Das schreiben sie in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift Rapid Prototyping Journal.

Mondsteinimitat

Die Nasa hat Bandyopadhyays Team, zu dem auch seine Ehefrau Susmita Bose gehört, fünf Kilogramm Imitat von Mondsediment, Regolith genannt, zur Verfügung gestellt. Mit diesem Material konnten die Forscher arbeiten. Die Nasa selbst testet derzeit 3D-Druckverfahren für den Raketenbau.

Die Forscher haben den Regolith mit dem Verfahren Laser Engineered Net Shaping (Lens) verarbeitet. Der Regolith wird in Schichten aufgetragen und dann mit einem Laser verschmolzen. Auf diese Weise wird ein Gegenstand nach einem Computermodell angefertigt.

Regolith verschmelzen

Golem Karrierewelt
  1. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.11.2022, virtuell
  2. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Regolith besteht aus Aluminium, Eisen, Kalzium, Magnesiumoxiden und Silizium. Anfangs hatten die WSU-Forscher befürchtet, dass der Laser das Mondsediment nicht schmelzen würde. Das ließ sich aber schnell entkräften: "Die Ergebnisse zeigen, dass sich kristalliner Regolith mit der Lens-Lasertechnik durch vollständiges Schmelzen und Wiedererstarren in nanokristalline und/oder amorphe Regolith-Strukturen verwandeln lässt", resümieren die Forscher. Dabei habe sich die Zusammensetzung des Regoliths nur wenig verändert.

Die Forscher bauten verschiedene Gegenstände auf und schickten sie der Nasa zur Begutachtung. Mit der Technik sei es aber nicht nur möglich, Gegenstände aufzubauen. Es ließen sich damit auch stabile Verbindungen herstellen - sprich: zerbrochene Gegenstände wieder zusammenfügen. Schönheitspreise indes ließen sich damit nicht gewinnen, gibt Bandyopadhyay zu: "Es sieht nicht großartig aus, aber es lässt sich etwas damit anfangen."

Selbst machen statt mitnehmen

Rapid Prototyping ist für die Raumfahrt recht attraktiv: Fracht ins Weltall zu befördern, ist sehr teuer. Je weniger Nutzlast die Rakete mitnehmen muss, desto besser. Andererseits braucht eine Mannschaft, die auf dem Mond oder dem Mars eine Station errichten soll, dafür Werkzeuge oder Ersatzteile, oder sie muss kaputte Gegenstände reparieren. Per 3D-Druck könnten die Astronauten die benötigten Teile vor Ort anfertigen.

Diese Technik sei sicher nichts für morgen oder übermorgen, sagt Bandyopadhyay. In Zukunft, vielleicht in 50, vielleicht auch erst in 100 Jahren, werde das aber ein Standardverfahren sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


sofias 03. Dez 2012

bio-nachhilfe: ein dna-sequencer wird zum _lesen_ von vorhandener dna verwendet...

sofias 03. Dez 2012

bitte :3

Moe479 30. Nov 2012

es ist sicherlich nicht alles damit möglich, gerade sachen die organischer verbindungen...

Rulf 29. Nov 2012

soll (echter) mondstaub nicht extrem krebserregend sein?...also vorsicht bei solchen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Probefahrt mit EQS SUV
Geländegängiger Luxus auf vier Rädern

Nach einer Testrunde in Colorado versteht man, was Mercedes beim EQS SUV mit Top-End Luxury meint.
Ein Bericht von Dirk Kunde

Probefahrt mit EQS SUV: Geländegängiger Luxus auf vier Rädern
Artikel
  1. Hausanschluss: Warum sich einige nicht für Glasfaser entscheiden
    Hausanschluss
    Warum sich einige nicht für Glasfaser entscheiden

    Nicht alle geförderten Projekte für einen Glasfaser-Hausanschluss können umgesetzt werden. Manche Hausbesitzer wollen einfach nicht.

  2. Flexpoint, Bfloat16, TensorFloat32, FP8: Dank KI zu neuen Gleitkommazahlen
    Flexpoint, Bfloat16, TensorFloat32, FP8
    Dank KI zu neuen Gleitkommazahlen

    Die Dominanz der KI-Forschung bringt die Gleitkommazahlen erstmals seit Jahrzehnten wieder durcheinander. Darauf muss auch die Hardware-Industrie reagieren.
    Von Sebastian Grüner

  3. Windows und Office: Das neue One Outlook kann offiziell ausprobiert werden
    Windows und Office
    Das neue One Outlook kann offiziell ausprobiert werden

    Office-Insider bekommen die Preview-Version des neuen Outlook-Clients gestellt. Der soll irgendwann die bisherige Windows-Mail-App ersetzen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek nur noch heute • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • MindStar (Mega Fastro SSD 1TB 69€, KF DDR5-6000 32GB Kit 229€) • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ • Alternate (Be Quiet Tower-Gehäuse 89,90€) • PS5-Controller GoW Ragnarök Limited Edition vorbestellbar [Werbung]
    •  /