Abo
  • Services:

Ransomware: Ranscam schickt Dateien unwiederbringlich ins Nirwana

Niemals zahlen! Diese Warnung bei Ransomware-Angriffen ist bei einem neuen Vertreter der Spezies besonders angebracht - denn die Malware hat gar keine Wiederherstellungsfunktion.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Erpresserbotschaft.
Die Erpresserbotschaft. (Bild: Cisco/Talos)

Ciscos Sicherheitsabteilung Talos warnt vor einer neuen Ransomware, die die Dateien der Nutzer auch nach Zahlung einer Erpressersumme nicht freigibt. Dem Trojaner wurde der Name Ranscam verliehen. Wie er sich verbreitet, ist bislang leider nicht bekannt.

Stellenmarkt
  1. Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, Verl
  2. Bosch Gruppe, Grasbrunn

Ranscam möchte von den Nutzern 0.2 Bitcoin, also etwas mehr als 100 Euro an Lösegeld. Die meisten Trojaner verlangen etwas mehr, meist um die 200 Euro. Doch offenbar haben die Kriminellen keine Intention, die Dateien nach Zahlung des Betrages wirklich wieder zu entschlüsseln.

  • Die Erpresserbotschaft verändert sich, wenn die Zahlung überprüft wird. (Bild: Cisco/Talos)
  • Die Erpresserbotschaft des Trojaners (Bild: Cisco/Talos)
Die Erpresserbotschaft des Trojaners (Bild: Cisco/Talos)

Ganz im Gegenteil: Klickt ein Nutzer auf den Button, um die Lösegeldzahlung zu überprüfen, werde nur gemeldet, dass diese bislang nicht eingegangen sei. Außerdem werde eine Datei gelöscht. Nach Angaben von Talos findet aber keine wirkliche Überprüfung statt. Nachdem auf den Button geklickt wird, wird lediglich ein http-Get-Request ausgeführt, der ein PNG-Bild mit der neuen Botschaft herunterlädt und anzeigt. Tatsächlich werden alle Dateien schon vorher gelöscht, die Malware soll über gar keine Wiederherstellungsfunktion verfügen.

Malware sucht bei Systemstart nach neuen Dateien

Ranscam prüft auch, ob nach der Infektion neue Dateien vom Nutzer erstellt oder heruntergeladen wurden. Ist dies der Fall, werden auch diese Dateien verschlüsselt. In der Erpresserbotschaft gibt die Gruppe an, dass die Dateien der Nutzer in eine "versteckte und verschlüsselte Partition" verschoben wurden.

Die Malware ist mit dem .Net-Framework erstellt und mit einem Zertifikat von reca.net signiert. In dem von Talos untersuchten Sample soll das Zertifikat am 6 Juli dieses Jahres abgelaufen sein. Ranscam kopiert sich selbst in das Verzeichnis %Appdata% und nutzt den Task Scheduler von Windows, um bei jedem Systemstart ausgeführt zu werden. Außerdem wird die ausführbare Datei in das Temp-Verzeichnis entpackt.

Um eine Wiederherstellung der Dateien unmöglich zu machen, werden die Windows-Dateien zur Wiederherstellung des Systems und die Schattenkopien des Dateisystems gelöscht. Außerdem soll durch die Löschung verschiedener Registry Keys ein Booten im abgesicherten Modus verhindert werden.

Besonders erfolgreich waren die Malware-Autoren aber bislang nicht. Weil alle Instanzen der Ransomware eine einzige Bitcoin-Adresse nutzen, konnten die Forscher den bisherigen Gewinn berechnen: Etwa 280 US-Dollar. Andere Ransomware-Autoren verdienen 90.000 Euro im Jahr und mehr, wieder andere bestreiten finanzielle Absichten. Polizei und Strafverfolgungsbehörden warnen generell davor, Erpressersummen zu bezahlen, weil nie sichergestellt ist, dass die Freigabe der Dateien tatsächlich funktioniert. Der einzige wirksame Schutz ist also nach wie vor eine gute Backup-Strategie.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 55€ + 1,99€ Versand
  2. 55€ + 1,99€ Versand
  3. (aktuell u. a. QPAD DX-5 Maus 9,99€, NZXT Kraken X62 AM4 ready, Wasserkühlung 139,90€)
  4. 5€ inkl. FSK-18-Versand

SoniX 13. Jul 2016

Naja, irgendwo stimmt das schon. Irgendwo aber auch nicht. Klar, Aufklärung muss sein...

YoungManKlaus 13. Jul 2016

aber bald von den anderen Herstellern fest eine auf den Deckel kriegen. Immerhin ist das...


Folgen Sie uns
       


Bright Memory Episode 1 - 10 Minuten Gameplay

Wir zeigen die ersten 10 Minuten von Bright Memory, dem actionreichen Indie-Ego-Shooter mit spektakulären Schwertkampf-Einlagen.

Bright Memory Episode 1 - 10 Minuten Gameplay Video aufrufen
Datenleak: Die Fehler, die 0rbit überführten
Datenleak
Die Fehler, die 0rbit überführten

Er ließ sich bei einem Hack erwischen, vermischte seine Pseudonyme und redete zu viel - Johannes S. hinterließ viele Spuren. Trotzdem brauchte die Polizei offenbar einen Hinweisgeber, um ihn als mutmaßlichen Täter im Politiker-Hack zu überführen.

  1. Datenleak Bundestagsabgeordnete sind Zwei-Faktor-Muffel
  2. Datenleak Telekom und Politiker wollen härtere Strafen für Hacker
  3. Datenleak BSI soll Frühwarnsystem für Hackerangriffe aufbauen

Schwer ausnutzbar: Die ungefixten Sicherheitslücken
Schwer ausnutzbar
Die ungefixten Sicherheitslücken

Sicherheitslücken wie Spectre, Rowhammer und Heist lassen sich kaum vollständig beheben, ohne gravierende Performance-Einbußen zu akzeptieren. Daher bleiben sie ungefixt. Trotzdem werden sie bisher kaum ausgenutzt.
Von Hanno Böck

  1. Sicherheitslücken Bauarbeitern die Maschinen weghacken
  2. Kilswitch und Apass US-Soldaten nutzten Apps mit fatalen Sicherheitslücken
  3. Sicherheitslücke Kundendaten von IPC-Computer kopiert

Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  2. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor
  3. Turing-Grafikkarte Nvidia plant Geforce RTX 2060

    •  /