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Ransomware: Qilin bekennt sich zum Angriff auf Japans größte Brauerei

Die Cybererpresser drohen mit der Veröffentlichung von Finanzunterlagen und persönlichen Daten.
/ Stefan Beiersmann
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Die Hackergruppe Qilin erpresst Asahi mit gestohlenen Daten. (Bild: Asahi)
Die Hackergruppe Qilin erpresst Asahi mit gestohlenen Daten. Bild: Asahi

Die mutmaßlich aus Russland stammende Hackergruppe Qilin hat die Verantwortung für den Cyberangriff auf die japanische Großbrauerei Asahi Group Holdings übernommen. Inzwischen führen die Cybererpresser das Unternehmen auf ihrer Website, die auch der Erpressung ihrer Opfer dient. Wie Silicon UK(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sind Qilin rund 27 Gigabyte Daten von Asahi in die Hände gefallen, verteilt auf 9300 Dateien.

Die Hacker behaupten demnach, im Besitz von Buchhaltungsunterlagen, Budgetaufstellungen, Verträgen, Plänen und Geschäftsprognosen zu sein. Außerdem wollen sie persönliche Daten von einer nicht genannten Zahl von Mitarbeitern abgezogen haben.

Bilder sollen gestohlene Daten zeigen

Als Beweis veröffentlichten sie 29 Bilder auf ihrer Website, zeigen sollen sie interne Dokumente der Asahi Group. Das Unternehmen selbst bestätigte lediglich den Einbruch in dessen Systeme und den Einsatz von Ransomware. Am 3. Oktober 2025 wurde zusätzlich mitgeteilt, dass es Hinweise auf einen "möglichen nicht autorisierten Datentransfer" gebe.

Während die Produktionssysteme selbst nicht betroffen waren, zwang der Cyberangriff Asahi doch, einige Standorte in Japan vorübergehend zu schließen. Als Folge der Attacke musste die Verarbeitung und Auslieferung von Aufträgen gestoppt werden.

Anfang der Woche teilte der Konzern mit, dass er auf eine manuelle Auftrags- und Versandabwicklung umgestellt habe. Die damit verbundene Wiederaufnahme der Produktion an sechs Standorten in Japan soll einen Engpass des in dem Land bekannten Lagerbiers Asahi Super Dry vermeiden.

Qilin auch für Angriffe auf Gesundheitssektor bekannt

Qilin ist als russisch sprechende Hackergruppe bekannt, die Dritten einen Infrastrukturdienst für Ransomware anbietet. Als Gegenleistung zahlen Nutzer des Diensts einen Anteil der erpressten Lösegelder. Wie andere Akteure auch verfolgt Qilin einen Double-Extortion-Ansatz. Daten von Opfern werden nicht nur verschlüsselt und unbrauchbar gemacht; sie werden vorher auf eigene Server kopiert und dienen als zusätzliches Druckmittel, falls eine Lösegeldzahlung verweigert wird.

In Großbritannien nahm Qilin vor zwei Jahren auch Gesundheitsdienstleister ins Visier, darunter den Londoner Pathologiedienstleister Synnovis. Infolge des Angriffs war die Patientenversorgung in mehreren Krankenhäusern beeinträchtigt, was nach Angaben eines Sprechers des staatlichen Gesundheitssystems National Health Service bei mindestens einem Patienten zu dessen Tod beitrug.


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