Ransomware: Lockbit erpresst Continental mit 40 Terabyte internen Daten
Die Ransomwaregruppe Lockbit will 40 TByte interne Daten von Continental kopiert haben und droht dem Autozulieferer mit deren Veröffentlichung. Das geht aus Chats zwischen Continental und den Erpressern hervor, welche die Ransomwaregruppe ins Netz gestellt hat. Der Hack soll bereits im August stattgefunden haben.
Dem Handelsblatt (Paywall) (öffnet im neuen Fenster) bestätigte Continental, Opfer eines Cyberangriffes geworden zu sein. Demnach soll eine Untersuchung des Vorfalls "mit Unterstützung externer Experten für Cybersicherheit" stattfinden. Diese erfolge mit "mit höchster Priorität" , dauere derzeit aber noch an, heißt es. Die Staatsanwaltschaft Verden hat Ermittlungen eingeleitet.
Den Angriff will Continental nach eigenen Angaben im August entdeckt und "daraufhin abgewendet" haben. Damals hieß es in einer Pressemitteilung, dass die Angreifer keine Daten auf konzerneigenen Servern verschlüsselt oder eine Lösegeldforderung gestellt hätten.
Chats mit Ransomwaregruppe
Laut den nun veröffentlichten Chats kontaktierten die Lockbit-Hacker den Autozulieferer am 23. September, erklärten, dass sie 40 TByte Daten kopiert hätten und forderten ein Lösegeld. Der Continental-Konzern fragte daraufhin nach Garantien, sollte er die Forderung begleichen.
"Ihre Daten werden gelöscht, und niemand wird davon erfahren, sollte die Zahlung erfolgen," antwortete die Ransomwaregruppe am 22. Oktober. "Wenn nicht bezahlt wird, werden sie auf unserer Website veröffentlicht." Zwei Tage später schrieb das Unternehmen: "Wir müssen ein Vorstandsmeeting einberufen und melden uns zum Ende des morgigen Geschäftstages."
"Können wir Ihr Schweigen als Verweigerung des Verhandlungsprozesses verstehen?," erkundigte sich Lockbit am 28. Oktober. Fünf Tage später kündigte die Ransomwaregruppe an, die Daten für eine Veröffentlichung vorzubereiten. Aus Konzernkreisen will das Handelsblatt erfahren haben, dass das Ausmaß des Datenlecks von 40 TByte zutreffend sei.
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