Abo
  • IT-Karriere:

Ransomware: Krankenhaus zahlt 60.000 US-Dollar trotz Backups

Nur Backups zu haben, reicht im Fall einer Ransomware-Infektion nicht aus. Unternehmen brauchen auch einen Plan, wie diese im Krisenfall schnell eingespielt werden können, wie ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Indiana erfahren musste.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Krankenhaus in den USA zahlte trotz Backups Lösegeld.
Ein Krankenhaus in den USA zahlte trotz Backups Lösegeld. (Bild: Peter Stehlik/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Indiana hat trotz Backups rund 60.000 US-Dollar an Ransomware-Erpresser bezahlt, um seinen Betrieb schneller wieder aufnehmen zu können. Ransomware-Banden nehmen mittlerweile gezielter Unternehmen ins Visier, von denen sie sich höhere Lösegeldzahlungen erhoffen als von Privatleuten. Das Krankenhaus selbst bestätigte den Angriff.

Stellenmarkt
  1. schröter managed services GmbH, Krefeld
  2. Hays AG, Nürnberg

Im Falle des Hancock-Health-Krankenhauses kam die auf Krankenhäuser spezialisierte Ransomware Samsam zum Einsatz. Samsam ist in verschiedenen Versionen seit 2016 aktiv. Der Einbruch in das Netzwerk erfolgte nach Angaben von The Register über einen Exploit im Remote Desktop Protocol (RDP) am 11. Januar 2018 gegen 9:30 Uhr.

Lebenserhaltende Systeme sollen nicht betroffen gewesen sein

Die Ransomware verbreitete sich dann im System und konnte "einen Teil der Informationssysteme des Krankenhauses infizieren", so dass Mitarbeiter in vielen Abteilungen auf Papierbackups der Krankenakten zurückgreifen mussten. Nach Angaben des Krankenhauses wurden Patientendaten nur verschlüsselt und nicht von Angreifern kopiert. Sicherheitsexperten warnen aber, dass Ransomware-Angriffe auch eine Tarnung für weitere Angriffe darstellen können. Lebenserhaltende Systeme des Krankenhauses waren ebenfalls nicht betroffen.

Zwar hatte das Krankenhaus Backups. Das Einspielen der Dateien ging den Verantwortlichen aber offenbar nicht schnell genug, so dass am 12. Januar die Entscheidung getroffen wurde, das Lösegeld in Bitcoin zu bezahlen. Bei der Entscheidung für die Zahlung soll auch die in den USA grassierende Grippewelle eine Rolle gespielt haben, außerdem die schlechten Wetterbedingungen. "Wegen des Eis- und Schneesturms und einer der schlimmsten Grippewellen in der neuen Geschichte wollten wir unsere Systeme so schnell wie möglich wieder lauffähig haben, um nicht andere Krankenhäuser übermäßig zu belasten", sagte CEO Steve Long The Register.

Das Beispiel zeigt, dass Unternehmen nicht nur Backups vorhalten sollten - sondern auch einen Plan, wie diese im Krisenfall einzuspielen sind.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (Monitore ab 147,99€ und Laptops ab 279,00€)
  2. 99,99€(Bestpreis!)
  3. GRATIS
  4. (u. a. Twilight Struggle, Carcassonne, Mysterium, Scythe)

SJ 27. Jan 2018

ZFS hat native Verschlüsselung. Die funktioniert uach gut. Nur gibts bald noch einen...

elcaron 21. Jan 2018

Ich weiß nicht, was Windows da mittlerweile bietet, aber ich hätte da wenig Probleme dank...

SJ 18. Jan 2018

Also kannst du keinen Beleg liefern. Schon verstanden.

Anonymer Nutzer 18. Jan 2018

transaktionen sind entweder commitet oder nicht. eine nicht commitete transaktion...

Oktavian 17. Jan 2018

Dann ist es aber kein Backup, sondern eine Stümperei. Ein Backup ist erst dann ein...


Folgen Sie uns
       


Proglove Scanhandschuh ausprobiert

Der Mark II von Proglove ist ein Barcode-Scanner, den sich Nutzer um die Hand schnallen können. Das Gerät ist klein und sehr leicht - wir haben es nach wenigen Minuten schon nicht mehr bemerkt.

Proglove Scanhandschuh ausprobiert Video aufrufen
Technologie: Warum Roboter in Japan so beliebt sind
Technologie
Warum Roboter in Japan so beliebt sind

Japaner produzieren nicht nur mehr Roboter als jede andere Nation, sie gehen auch selbstverständlicher mit ihnen um. Das liegt an der besonderen Geschichte und Religion des Inselstaats - und an Astro Boy.
Von Miroslav Stimac

  1. Kreativität Roboterdame Ai-Da soll zeichnen und malen
  2. Automatisierung Roboterhotel entlässt Roboter
  3. Cimon Die ISS bekommt einen sensiblen Kommunikationsroboter

Swobbee: Der Wechselakku kommt wieder
Swobbee
Der Wechselakku kommt wieder

Mieten statt kaufen, wechseln statt laden: Das Berliner Startup Swobbee baut eine Infrastruktur mit Lade- und Tauschstationen für Akkus auf. Ein ähnliches Geschäftsmodell ist schon einmal gescheitert. Dieses kann jedoch aufgehen.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Elektromobilität Seoul will Zweirad-Kraftfahrzeuge und Minibusse austauschen
  2. Rechtsanspruch auf Wallboxen Wohnungswirtschaft warnt vor "Schnellschuss" bei WEG-Reform
  3. Innolith Energy Battery Schweizer Unternehmen entwickelt sehr leistungsfähigen Akku

Urheberrechtsreform: Was das Internet nicht vergessen sollte
Urheberrechtsreform
Was das Internet nicht vergessen sollte

Die Reform des europäischen Urheberrechts ist eine Niederlage für viele Netzaktivisten. Zwar sind die Folgen der Richtlinie derzeit kaum absehbar. Doch es sollten die richtigen Lehren aus der jahrelangen Debatte mit den Internetgegnern gezogen werden.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media will Milliarden von Google
  2. Urheberrecht Uploadfilter und Leistungsschutzrecht endgültig beschlossen
  3. Urheberrecht Merkel bekräftigt Zustimmung zu Uploadfiltern

    •  /