Ransomware: Kaseya will kein Lösegeld für Entschlüsselung bezahlt haben

Nach Spekulationen betont der IT-Dienstleister Kaseya, nicht mit der Ransomware-Gruppe verhandelt oder für den Generalschlüssel bezahlt zu haben.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Kaseya konnte an einen Generalschlüssel für die Ransomware gelangen - woher, ist unbekannt.
Kaseya konnte an einen Generalschlüssel für die Ransomware gelangen - woher, ist unbekannt. (Bild: GuHyeok Jeong/Pixabay)

Der jüngst von einem Ransomware-Angriff betroffene IT-Dienstleister Kaseya hat Spekulationen zurückgewiesen, er könnte Lösegeld für den Generalschlüssel zur Freischaltung der betroffenen Computer seiner Kunden gezahlt haben. Weder direkt noch über andere sei Geld an die Erpresser gegangen, betonte Kaseya nun.

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Die Ransomware-Gruppe Revil hatte Anfang Juli über eine Schwachstelle in der Kaseya-Software Rechner bei Dutzenden Kunden der Firma verschlüsselt. Vergangene Woche teilte Kaseya mit, man habe einen Generalschlüssel bekommen, mit dem man die blockierten Computer entsperren könne.

Die Erpresser hatten für ein solches Entschlüsselungswerkzeug zuvor 70 Millionen US-Dollar gefordert. Da Kaseya keine Angaben zur Herkunft seines Generalschlüssels machte, wurde zum Teil auch spekuliert, das Unternehmen könne ihn bei der Ransomware-Gruppe gekauft haben.

Herkunft des Generalschlüssels weiter unklar

Die US-Firma betonte nun jedoch, dass man sich dafür entschieden habe, nicht mit den Angreifern zu verhandeln: "Während jedes Unternehmen seine eigene Entscheidung treffen muss, ob es das Lösegeld bezahlt, hat Kaseya nach Rücksprache mit Experten entschieden, nicht mit den Kriminellen zu verhandeln, die diesen Angriff verübt haben, und wir sind davon nicht abgerückt", betonte Kaseya in einer Stellungnahme.

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"Daher bestätigen wir in aller Deutlichkeit, dass Kaseya kein Lösegeld gezahlt hat - weder direkt noch indirekt über eine dritte Partei -, um die Entschlüsselungssoftware zu erhalten", schreibt Kaseya. Die Herkunft des Generalschlüssels blieb unterdessen weiter unklar. Das Unternehmen versicherte aber, dass damit zu 100 Prozent bei der Attacke verschlüsselte Dateien gerettet werden könnten.

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Da viele der Kaseya-Kunden wiederum selbst IT-Dienstleister für andere Unternehmen sind, reichten die Auswirkungen bis nach Schweden, wo die Supermarkt-Kette Coop Hunderte Läden wegen nicht funktionierender Kassensysteme nicht öffnen konnte.

Betroffene Unternehmen, die entgegen Empfehlungen von Experten und Behörden bereit gewesen wären, den Erpressern Lösegeld für die Entschlüsselung ihrer Daten zu zahlen, verloren mit dem Abtauchen der Gruppe die Möglichkeit dazu. Jetzt will Kaseya sie nach und nach kontaktieren, um ihre Computer zu retten.

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