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Forscher warnen: Ransomware-Befall durch Interpol-Masche mit Fake-Beweisen

Angreifer geben sich bei Unternehmen als Personal von Interpol aus und ködern mit angeblichen Beweismitteln. Doch stattdessen gibt es Ransomware.
/ Marc Stöckel
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Vor dieser vermeintlichen Interpol-Mail sollten sich Anwender besser in Acht nehmen. (Bild: pexels.com / Fernando Arcos)
Vor dieser vermeintlichen Interpol-Mail sollten sich Anwender besser in Acht nehmen. Bild: pexels.com / Fernando Arcos

Sicherheitsforscher von Bitdefender haben eine ausgeklügelte Social-Engineering-Kampagne aufgedeckt, bei der die Angreifer versuchen, kleinen Unternehmen mit gefälschten E-Mails von Interpol eine gefährliche Ransomware unterzuschieben. Wie im Blogbeitrag der Forscher(öffnet im neuen Fenster) zu sehen ist, kommen die Mails scheinbar von Interpols Cybercrime Investigation Unit und setzen Empfänger mit angeblichem Beweismaterial unter Druck.

In der Mail behaupten die Angreifer, "verdächtige Aktivitäten" in Verbindung mit Konten, Systemen und Diensten des jeweiligen Unternehmens festgestellt zu haben. Die Empfänger werden gebeten, diese Vorgänge zu untersuchen, um etwa Risiken bezüglich der eigenen Finanzen, Geschäftstätigkeit oder Reputation zu minimieren.

Danach folgt ein Link zu einem bei Proton Drive gespeicherten Rar-Archiv mit einem angeblichen Video, welches als Beweis dienen soll. Die Datei ist passwortgeschützt, wobei die Angreifer das Passwort in der Mail direkt mitliefern. Doch anstelle des erwarteten Videos enthält das Archiv laut Bitdefender eine ausführbare Datei, die eine Ransomware nachlädt.

Kontaktaufnahme gefordert

Gelangt die Ransomware zur Ausführung, verschlüsselt sie Daten auf erreichbaren Laufwerken und zeigt anschließend eine Nachricht an, die auf den erfolgreichen Angriff hinweist. "Ihr Computer wurde kompromittiert, und ohne den Entschlüsselungsschlüssel können Sie Ihre verschlüsselten Dateien nicht wiederherstellen", heißt es darin.

Die Opfer werden anschließend gebeten, über das Messaging-Protokoll Tox(öffnet im neuen Fenster) Kontakt mit den Angreifern aufzunehmen, um über eine Lösegeldzahlung zu verhandeln. Ein geforderter Lösegeldbetrag wird vorab nicht genannt. Laut Bitdefender ist es aber heutzutage üblich, dass Ransomwarehacker erst während der Verhandlungen konkrete Beträge nennen, die sich nach der erwarteten Zahlungskraft des Opfers und dem vermuteten Wert der Daten richten.

Angriffe weltweit verteilt

Nach Angaben der Forscher gehört die eingesetzte Ransomware keiner bekannten Ransomware-Familie an und ist relativ einfach gestrickt. Sie soll sogar fest kodierte Passwörter für die Ver- und Entschlüsselung der Daten enthalten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Angreifer die Ransomware anhand frei verfügbarer Tools selbst entwickelt haben.

Auf die beschriebene Art attackiert wurden den Angaben zufolge Unternehmen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen wie dem Lebensmittelbereich, aus Landwirtschaft, Kanzleien, Pharmaindustrie, Medien, Technologie und Finanzen. Regional gab es offenbar keine Einschränkungen. Die Forscher haben wohl Betroffene in Europa, Asien, dem Nahen Osten und den USA identifiziert.

Im Falle einer bereits erfolgten Ransomware-Infektion empfiehlt Bitdefender unter anderem, infizierte Geräte sofort vom Netzwerk zu trennen und den zuständigen Admin zu informieren, damit dieser den Vorfall eindämmen und das Netzwerk auf weitere verdächtige Aktivitäten untersuchen kann.


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