Ransomware: EA will nicht auf Erpressungsversuch eingehen
Im Juni 2021 haben sich Unbekannte in das interne Netzwerk des Spiele-Publishers Electronic Arts gehackt und rund 780 GByte an Daten kopiert. Nun tauchen Dokumente aus diesem Einbruch nach und nach im Internet auf.
Bislang sollen dem Magazin Vice zufolge rund 1,3 GByte an Daten veröffentlicht worden sein, vor allem Dokumente rund um den Onlineshop Origin sowie interne Entwicklungswerkzeuge. Dennoch will Electronic Arts nicht auf die Forderungen der Erpresser eingehen – denen es schlicht um Geld geht.
Ein mutmaßliches Mitglied der Erpressergruppe sagte zu Vice(öffnet im neuen Fenster) , dass Electronic Arts bislang alle Kontaktversuche ignoriert habe. Wenn sich das Unternehmen nicht bald zurückmelde oder bezahle, sollen weitere Daten ins Netz wandern.
EA beschwichtigt
"Wir sind der Auffassung, dass keine Daten betroffen sind, die die Privatsphäre der Spieler beeinträchtigen," sagte ein Sprecher von Electronic Arts. "Wir haben auch keinen Grund zu der Annahme, dass ein wesentliches Risiko für unsere Games, unser Geschäft oder unsere Spieler besteht."
Electronic Arts hält sich mit dieser Vorgehensweise an die Empfehlung vieler Experten, die dazu raten, nicht auf derartige Erpressungsversuche einzugehen – einfach, um nicht zu weiteren Ransomware-Angriffen zu ermutigen.

Die veröffentlichten Daten könnten langfristig dennoch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Offenbar wurden unter anderem der Quellcode von Fifa 21 und Tools der Frostbite-Engine kopiert. Darin könnten andere Hacker nach Lücken für eigene Angriffe suchen – auch auf Spieler.
In den letzten Monaten gab es immer wieder ähnliche Attacken auf Spieleentwickler. Für besondere Schlagzeilen hat der Fall von CD Projekt Red gesorgt. Auch das polnische Studio hatte nicht gezahlt.
Deshalb versuchten die Angreifer, den Quellcode von Cyberpunk 2077, The Witcher 3 und dem ebenfalls von CD Projekt stammenden Rollenspiel Thronebreaker für mehr als 7 Millionen US-Dollar im Netz zu verkaufen.
Das hat nicht geklappt, stattdessen wurden die kopierten Daten per Auktion angeboten. Ein unbekannter Bieter hat sie tatsächlich gekauft – zu welchem Preis, ist nicht bekannt.
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