Ransomware: Capcom hat Erpresser offenbar nicht bezahlt

Geschäftsgeheimnisse rund um Resident Evil und andere Capcom-Spiele sowie persönliche Daten von 350.000 Personen sind im Netz aufgetaucht.

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Stand von Capcom auf der Tokio Game Show 2018
Stand von Capcom auf der Tokio Game Show 2018 (Bild: Tomohiro Ohsumi/Getty Images)

Der japanische Spielepublisher Capcom ist offenbar ins Visier von Erpressern geraten - und hat nicht gezahlt. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung für die Öffentlichkeit schreibt, gab es am 2. November 2020 erste Auffälligkeiten im internen Netzwerk.

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Als Ursache der Probleme habe sich wenig später eine Ransomware-Attacke einer Gruppe namens Ragnar Locker herausgestellt. Bei dem Angriff seien Daten von Capcom zerstört und verschlüsselt worden.

Für die Entschlüsselung habe Ragnar Locker Geld verlangt. Die Höhe der Forderung wurde nicht genannt.

Da Capcom offenbar nicht bezahlte, veröffentlichten die Erpresser nun das gesamte oder einen Teil des kopierten Materials. In seiner Mitteilung schreibt Capcom, dass zwar lediglich die Daten von 9 konkreten Personen betroffen seien - tatsächlich aber gehe es eher um rund 350.000 Kunden, Beschäftigte und sonstige Kontakte der Firma.

Kreditkartennummer oder andere Bezahlinformationen sind laut Capcom ausdrücklich nicht betroffen. Für diese Daten sei ein externer Dienstleister verantwortlich, bei dem es keinerlei Hinweise auf Ransomware gebe.

Neben diesen Daten sind auch einige Geschäftsgeheimnisse öffentlich geworden. So ist nun bekannt, dass Google rund 10 Millionen US-Dollar dafür gezahlt hat, dass Resident Evil 7 und 8 auch über Stadia erscheint. Und Sony hat rund 5 Millionen US-Dollar für den VR-Modus von Resident Evil 7 überwiesen.

Außerdem sind dem Material ein paar anvisierte Erscheinungstermine zu entnehmen - etwa der Plan, dass Resident Evil 8 im April 2021 auf den Markt kommt. Allerdings stammt zumindest ein Teil der Unterlagen mit diesen Daten aus dem Jahr 2018, ist also schon wieder veraltet.

Capcom ist der zweite große Publisher innerhalb weniger Wochen, der einem Angriff mit Ransomware zum Opfer fällt. Gerade erst wurde bekannt, dass Unbekannte nach einer Attacke auf Ubisoft den Quellcode von Watch Dogs Legion veröffentlicht haben.

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Proctrap 17. Nov 2020

Noch nichts passiert. Zu ihrem Glück keine bankdaten, steuernummern & sozialnummern...

quineloe 17. Nov 2020

Phasmophobia ist ein 1-Dev-Job.

dbettac 17. Nov 2020

Ja, ein Mitarbeiter wäre verbrannt. Allerdings weniger wegen des angerichteten Schadens...


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