Ransomware-Angriff: Anhalt-Bitterfeld hat keinen Zugriff auf wichtige Datenbank
Der Ransomware-Angriff auf die Stadtverwaltung Anhalt-Bitterfeld hat weitere merkliche Folgen. So wurde davon auch eine wichtige Datenbank für Umweltdaten befallen. Die Verwaltung kommt an die Daten nicht mehr heran, da sie mit vielen anderen Diensten im Jahr 2021 verschlüsselt wurden. Auf die Erpressungen ging die Behörde wohl nicht ein und die Daten bleiben unerreichbar. Sie wurden deshalb mittlerweile teilweise im Internet veröffentlicht.
Aus technischen Gründen lasse sich die Datenbank nun nicht mehr einfach so in die IT-Infrastruktur der Behörde einbinden, sagte ein Sprecher des Landkreises dem Magazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster). Die Umweltdatenbank soll laut Insiderquellen eine der wichtigsten ihrer Art in Deutschland sein. Dort werden Daten bezüglich drastischer Umweltverschmutzungen zu DDR-Zeiten und danach gespeichert.
Ökologisches Tschernobyl
Der Spiegel bezeichnet die Gegend auch als "ökologisches Tschernobyl". Vor dem Fall der Mauer verseuchte im Raum Bitterfeld-Wolfen die DDR-Chemieindustrie den Boden mit Giftstoffen. Auch mehr als 30 Jahre später sind die Folgen davon zu spüren und die Aufzeichnung in einer Datenbank entsprechend wichtig. Sie werde unter anderem dafür genutzt, neue Bauprojekte in der Gegend zu bewerten.
Der Cyberangriff im Juli 2021 hatte schwere Folgen für die Landkreisverwaltung. Fast drei Monate lang konnte diese nicht richtig arbeiten. Um Daten wiederherzustellen und die Infrastruktur zum Laufen zu bringen, wurde sogar die Hilfe der Bundeswehr erbeten. Der Fall in Anhalt-Bitterfeld ist aber nicht der einzige seiner Art: In der Zeit danach meldete etwa auch Schwerin, die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, einen Hackerangriff.
- Anzeige Hier geht es zu Erneuerbare Energien und Klimaschutz bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.