Ranking: Wer ist der ultimative Jack Ryan?
Seit weit mehr als 30 Jahren ist Jack Ryan(öffnet im neuen Fenster) filmisch aktiv. Der von Bestseller-Autor Tom Clancy erdachte Agent erlebte von 1984 bis 2002 Abenteuer. Nach Clancys Tod übernahmen andere Autoren und entwickelten die Geschichte von Ryan, aber auch von anderen Clancy-Helden, weiter.
Bei seinen Romanen hielt Clancy sich nicht an eine Chronologie, er setzte immer an einem beliebigen Punkt in Jack Ryans Leben ein. Der als erstes publizierte Roman Jagd auf Roter Oktober ist darum chronologisch der dritte. Auch bei den Filmen hielt man sich an keine Chronologie. In Filmen und Serie gab es insgesamt fünf Ryans, von denen wir einen eindeutig am besten fanden.
5. Chris Pine in Jack Ryan: Shadow Recruit (2014)
Nach Jahren, in denen Jack Ryan als filmische Figur einen Dornröschenschlaf hielt, sollte Kenneth Branagh als Regisseur die Reihe neu beleben. Jack Ryan: Shadow Recruit ist der einzige Film(öffnet im neuen Fenster), der nicht auf einem spezifischen Roman basiert, die Story ist aber typisch für Clancy. Der junge Jack Ryan muss hier einen russischen Plan vereiteln, der vorsieht, die amerikanische Wirtschaft in die Knie zu zwingen. Der Film ist passabel, mehr aber auch nicht – und für Chris Pine gilt das Gleiche. Er wirkt etwas zu jovial in der Rolle. Von allen Jack Ryans ist er der, der die Rolle am wenigsten ausgefüllt hat.
4. Ben Affleck in Der Anschlag (2002)
Ben Affleck hatte das Problem, dass er in große Fußstapfen treten musste. Es waren zwar acht Jahre seit dem letzten Film vergangen, aber Harrison Ford war den meisten Kinogängern noch stark in Erinnerung. Der Film(öffnet im neuen Fenster) sollte so etwas wie ein softer Reboot der Reihe werden, indem man nun auf den jungen Jack Ryan setzte. Man adaptierte den Roman Das Echo aller Furcht, musste aber einige Änderungen vornehmen. Denn im Roman ist Ryan schon älter und wird Deputy Director der CIA, im Film ist er ein Jungspund am Anfang seiner Karriere. Im Film will zudem eine Neo-Nazi-Gruppe den Dritten Weltkrieg auslösen, im Roman kommen die Terroristen aus dem arabischen Raum. Affleck müht sich, ihm fehlt in jungen Jahren aber noch das Charisma für die Rolle.
3. Alec Baldwin in Jagd auf Roter Oktober (1990)
Eigentlich hatte man die Rolle in Jagd auf Roter Oktober Kevin Costner angeboten, der hatte aber abgelehnt, weil Jack Ryan in diesem Film nur eine Nebenfigur ist. Harrison Ford hatte man den Part ebenfalls angeboten, aber auch ihm war die Rolle zu klein. Hauptfigur ist Marko Ramius, Kommandant eines sowjetischen U-Boots, der überlaufen will. Im Film(öffnet im neuen Fenster) ist das Sean Connery, dessen Präsenz alle anderen beiseite drängt – insbesondere in der Enge eines U-Boots. Baldwin schlägt sich gut, bekommt aber nicht genug Raum, um zu glänzen. Es wäre interessant gewesen, ihn in weiteren Filmen zu sehen – und eigentlich war das auch so geplant. Als es dann aber an die Verhandlungen zu Die Stunde der Patrioten ging, forderte Baldwin eine weit höhere Gage, worauf die Produzenten gesagt haben sollen: "Für die Summe können wir auch Harrison Ford bekommen." Die bezahlten sie dann wohl auch. Für Harrison Ford.
2. John Krasinski in Jack Ryan (2018-2023)
Für eine ganze Generation junger Zuschauer ist John Krasinksi Jack Ryan. Die 2018 gestartete Serie(öffnet im neuen Fenster) schafft es elegant, die Clancy-Geschichten zu nehmen und der modernen Welt anzupassen. So ist die dritte Staffel zum Beispiel eine Variation von Das Echo aller Furcht. Krasinski überzeugt in der Rolle. Sein Jack Ryan ist kein Anfänger, aber auch noch nicht am Karriereende angelangt. Tatsächlich macht er im Verlauf der Serie eine Entwicklung durch – und die ist so exzellent umgesetzt, dass man im Grunde nur bedauern kann, dass nun Schluss ist und man die Serie beendet hat.
1. Harrison Ford in Die Stunde der Patrioten (1992) und Das Kartell (1994)
Zweimal spielte Harrison Ford den Agenten, wobei für Die Stunde der Patrioten(öffnet im neuen Fenster) leichte Änderungen nötig waren: Bei Clancy steht Jack Ryan hier ganz am Anfang seiner Karriere, im Film ist er schon mehr als etabliert. Es geht um ein IRA-Mitglied, das sich an Ryan rächen will.
Beim Sequel Das Kartell(öffnet im neuen Fenster) wurde die Geschichte größer aufgezogen, es geht um dreckige Geschäfte der Amerikaner in Südamerika. Im Unterschied zum Film ist im Buch John Clark die zweite Hauptfigur der Geschichte – tatsächlich taucht Jack Ryan auf den ersten 100 Seiten gar nicht auf.
Der Film ist hingegen ganz auf Harrison Ford zugeschnitten. Zurecht: Er verkörpert Ryan so gut wie kein anderer, ein Mann des Handelns – und mit Köpfchen. Ford hätte Ryan auch weitergespielt, man konnte sich aber nicht auf eine Geschichte für seinen dritten Einsatz einigen – und irgendwann verlor er offenbar das Interesse. Das ist auch insofern schade, als er die Figur bis heute hätte spielen können – schließlich wird Jack Ryan im Verlauf seiner Karriere sogar Präsident der Vereinigten Staaten.
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