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RAN: Verspätete Stromanschlüsse bremsen Mobilfunkausbau erheblich

Der Mast steht, doch der Strom fehlt: Trotz gesetzlicher Nachbesserungen bleibt die Stromanbindung das Nadelöhr beim deutschen Mobilfunk-Ausbau.
/ Achim Sawall
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Mobilfunkausbau der Deutschen Telekom (Bild: Deutsche Telekom)
Mobilfunkausbau der Deutschen Telekom Bild: Deutsche Telekom

Trotz verschiedener Gesetzesänderungen in Deutschland bleibt die Stromversorgung ein Problem beim Mobilfunkausbau. Das ergab eine kleine Umfrage von Golem bei den Netzbetreibern.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf erklärte: "Langwierige Genehmigungsverfahren und verzögerte Stromanschlüsse bremsen den Mobilfunkausbau weiterhin. Wer die letzten Versorgungslücken schließen und die Ausbauauflagen erfüllen will, muss auch Mobilfunkstandorte beim Stromanschluss priorisieren und die Verfahren deutlich beschleunigen."

Dass die Mobilfunkversorgung nun laut Gesetz im "überragenden öffentliche Interesse" liege, habe an einigen Stellen Bewegung in die Verfahren gebracht. "Ob die Fortschritte maßgeblich auf die gesetzliche Änderung oder auf den intensiveren Austausch mit den Kommunen zurückgehen, lässt sich derzeit schwer trennen", sagte Petendorf

Bau eines Mastes und die Installation der Antennen schnell erledigt

Der eigentliche Bau eines Mastes und die Installation der Antennen – genannt RAN (Radio Access Network) – sind dabei relativ schnell erledigt, meistens jeweils innerhalb weniger Wochen. Die größten Herausforderungen und Zeitfresser sind laut Betreiber jedoch die Suche nach einem geeigneten Grundstück und deren vertragliche Sicherung, das behördliche Genehmigungsverfahren und der Bau des benötigten Stromanschlusses.

Auch 1&1-Sprecherin Jessica Imhof erklärte: "Verzögerungen bei der Bereitstellung von Stromanschlüssen führen in der Praxis dazu, dass neue Mobilfunkstandorte später in Betrieb genommen werden können und zusätzliche Mobilfunkkapazitäten später zur Verfügung stehen."

Das Problem liegt laut 1&1 insbesondere bei der Bürokratie: "In Einzelfällen liegen zwischen der Beantragung eines Stromanschlusses und dem Vorliegen der für die Umsetzung erforderlichen Unterlagen mehr als zwei Jahre." Für Netzbetreiber bedeute dies eine erhebliche Unsicherheit bei der Planung neuer Mobilfunkstandorte und könne deren Inbetriebnahme entsprechend verzögern.

Eine Erhebung des IT-Branchenverbands Bitkom im Juni 2026 ergab(öffnet im neuen Fenster): "Die eigentliche Planung durch die Unternehmen dauert durchschnittlich acht Monate, der Bau rund vier Monate. Auch die Stromanbindung kann bis zu eineinhalb Jahre dauern."

Genehmigungen müssten digital, einheitlicher und einfacher werden und das im vergangenen Sommer beschlossene überragende öffentliche Interesse nicht nur im Gesetz stehen, sondern auch in den Kommunen angewendet werden und die Verfahren spürbar beschleunigen, forderte der Bitkom.

Es geht auch ohne Stromnetz

Beim Netzanschlusspaket, das das Bundeskabinett am 29. Juli 2026 verabschiedete, setzten sich die Energieversorger durch und wehrten verbindliche Pflichten ab. Die IT-Verbände Bitkom und VATM kritisierten das scharf.

Es geht aber auch ohne Stromnetz: Im bayerischen Sindlbach errichtete O2 Telefónica im Jahr 2024 einen Mobilfunkstandort, der unabhängig von der allgemeinen Stromversorgung arbeitet. Den Betrieb gewährleisten eine Photovoltaikanlage und eine Biomethanol-Brennstoffzelle.


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