RAM-Krise: Sogar DDR2-Arbeitsspeicher von 2003 wird merklich teurer
Der hohe Bedarf an DRAM-Bausteinen und Arbeitsspeicher generell ist mittlerweile wohl beim ältesten Standard angekommen, der noch aktiv produziert wird. Die Preise für DDR2-RAM steigen. Der Standard wurde vor mehr als 20 Jahren im Jahr 2003 eingeführt. Einige kleinere DRAM-Hersteller bieten entsprechende RAM-Module weiterhin an. Preise sind um etwa 55 bis 60 Prozent gestiegen.
Laut dem Analyseportal Trendforce(öffnet im neuen Fenster) (via Tom's Hardware(öffnet im neuen Fenster)) gibt es mehrere Effekte, die dafür verantwortlich sind. Durch den Bedarf neuerer und schnellerer Standards stellen Fabs vom Hersteller Winbond auf DDR3 oder DDR4 um, da sie höhere Gewinnmargen versprechen. Allerdings können dann weniger DDR2-Module gebaut werden.
Der zweite Hersteller ESMT will zusammen mit dem Partner PSMC mehr DDR2 herstellen und diese zu hohen Preisen verkaufen, um den Bedarf zu decken. Allerdings können die durch Winbond umgewandelten Kapazitäten aktuell nicht im gleichen Maße durch andere Hersteller ausgeglichen werden. Das führt schlussendlich zu Versorgungsengpässen und höheren Preisen.
Mehr Kunden, weniger Kapazitäten
Die höheren DDR2-Preise werden sich kaum auf den Markt der Server und Heim-PCs auswirken. DDR2 wird aber oft noch in Embedded-Systemen und Steueranlagen verwendet. Auch Netzwerkhardware und Microcontroller für Automobile nutzen teils den älteren Standard. Hier könnten Kunden in Zukunft höhere Herstellungskosten erwarten, da RAM-Preise weiterhin steigen.
Es wird zudem erwartet, dass die DDR2-Preise nicht auf dem aktuellen Niveau bleiben. Preise werden voraussichtlich um weitere 35 bis 40 Prozent ansteigen. Trotzdem entwickeln mehr Kunden ihre Produkte um den alten DRAM-Standard, um Herstellungskosten zu sparen. Denn neuere RAM-Standards wie DDR4 und DDR5 sind noch einmal deutlich teurer.