RAM aus Eigenproduktion: Russische Bastler löten DDR5-Module selbst zusammen

In Russland diskutieren Bastler auf Telegram, wie man DDR5-RAM aus einzelnen Komponenten zusammensetzt – ein Verfahren, das spezielles Werkzeug erfordert, aber technisch machbar ist.
Wie Tom's Hardware berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wird die Methode im Telegram-Kanal(öffnet im neuen Fenster) des russischen Youtubers Pro Hi-Tech besprochen. Ein Nutzer namens Vik-on, der bereits VRAM-Upgrades an Grafikkarten durchgeführt hat, erklärt dort das Vorgehen: Leere RAM-Platinen ließen sich bei chinesischen Anbietern für rund 6,40 Dollar pro Modul kaufen.
Die eigentliche Herausforderung liege in der Beschaffung der Speicherchips, da der Spotmarkt für Speicherkomponenten weitgehend ausgetrocknet sei. Chips von SK Hynix und Samsung sollen sich jedoch auf chinesischen Marktplätzen finden lassen – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Teilenummern.
Kostenfrage: Selbstbau rechnet sich kaum
Laut der in der Telegram-Diskussion genannten Zahlen kostet der Bau eines 16-GByte-Moduls mit Standardspezifikationen etwa 12.000 russische Rubel, umgerechnet rund 131 Euro. Dieser Preis liegt damit 30 bis 40 Euro unter dem, den Verbraucher für sehr günstige 16-GByte-Kits im Handel zahlen. Der DIY-Ansatz ist nur wirtschaftlich, wenn man die menschliche Arbeit nicht mitzählt.
Screenshots auf dem Telegram-Kanal zeigen DDR5-Module mit CL28-Timings, was darauf hindeutet, dass sich auch leistungsstärkeres und deutlich teureres RAM auf diesem Weg herstellen lässt.
Für den Zusammenbau braucht man eine BGA-Rework-Station(öffnet im neuen Fenster) zum Auflöten der Speicherchips auf die Platine – und viel Erfahrung. Schon ein einziger Fehler beim Erhitzen oder eine unsaubere Lötstelle führt dazu, dass das Modul vom System nicht erkannt wird oder instabil läuft. Damit nicht genug: Wenn der Computer hochfährt, liest das Bios oder das UEFI Daten aus dem SPD-Chip des RAM aus. Anhand dieser Informationen konfiguriert das Mainboard dann die richtigen Einstellungen für den RAM – also, welche Spannung angelegt werden muss, mit welcher Geschwindigkeit der Speicher laufen soll und welche Timings verwendet werden.
Genau deshalb ist die korrekte SPD-Programmierung bei selbstgebauten RAM-Modulen so kritisch: Wenn die Informationen im SPD-Chip nicht zu den tatsächlich verbauten Speicherchips passen, kann das Mainboard den RAM nicht richtig ansprechen. Das führt dann zu Instabilitäten, Abstürzen oder dazu, dass das Modul gar nicht erst erkannt wird, wie Winfuture anmerkt.(öffnet im neuen Fenster)
Bei alternativen Ansätzen werden Chips aus gebrauchten Speicherkits oder zweckentfremdetem Notebook-RAM mit Adaptern verwendet.