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Ralph Dommermuth: 1&1 steigert sich von 60 auf 100 aktive Antennen

Ein Vergleich der Aussagen zum Ausbau von 1&1 durch seinen Chef Ralph Dommermuth lohnt sich. Trotz verpasster Zusagen bleibe man optimistisch.

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Eine SIM-Karte von 1&1 (Bild: 1&1)

Das Mobilfunknetz von 1&1 besteht derzeit aus lediglich 100 eigenen aktivierten Standorten und dem Roaming mit Telefónica und künftig Vodafone. Konzernchef Ralph Dommermuth sagte im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Es gibt jetzt rund 100 aktive Standorte." Damit hält Dommermuth ein weiteres Mal seine angepassten Zusagen nicht ein.

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Mitte November 2023 hatte Dommermuth erklärt, dass sein Netz aus 60 aktivierten Standorten bestehe. Anfang des Jahres 2024 würden mindestens 200 Antennen aktiviert sein. Doch daraus wurde offensichtlich nichts.

Zum Jahresende hätte man insgesamt über 1.055 Standorte mit rein passiver Infrastruktur verfügt. Hier würden vorhandene Masten mitgenutzt. Dommermuth erklärte: "Ich nutze unser Netz selbst. Der Übergang zwischen unseren Antennen und einer Telefónica-Antenne ist nicht merkbar." Das könnte auch daran liegen, dass der Wechsel selten vorkommt.

Dommermuth: Antennen anzuschließen, sei vor allem Fleißarbeit

Ranghohe Brancheninsider vermuten, dass Dommermuth versucht, den eigenen Netzausbau trotz Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur auf ein absolutes Minimum zu beschränken, um einige Milliarden Euro einzusparen. Dazu würde auch das ständige Betonen des umstrittenen Standards Open RAN passen, den alle anderen Netzbetreiber in Deutschland in der Breite noch nicht für marktreif halten. Das wirkliche 1&1-Netz kommt weiter von den Roamingpartnern. Die Bundesnetzagentur lasse ihn gewähren, weil sie unbedingt ein viertes Mobilfunknetz für den Wettbewerb will, um die Preise etwas zu senken. Dommermuth erklärte dagegen, dass "unser Hauptlieferant Vantage Towers uns sitzen gelassen hat. Aber wir haben neue Ausbaupartner gewonnen und kräftig aufgeholt."

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Im Februar wolle man 200 aktive Funkstandorte haben. "Der Flaschenhals beim Aufbau von Funknetzen ist die Verfügbarkeit von Mast-Standorten, den haben wir nun überwunden. Glasfaser zu legen und Antennen anzuschließen, ist vor allem Fleißarbeit. Wir haben Tausende Antennen auf Lager. Und Glasfaseranschlüsse sind das Tagesgeschäft von 1&1 Versatel", sagte Dommermuth.

Ab dem 8. Dezember 2023 kann das 1&1-Netz auch mit Smartphones genutzt werden. Zuvor gab es nur ein stationäres Angebot in Form von Home-Routern.