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Ralph Dommermuth: 1&1 räumt ein, nur 60 aktive Antennen zu haben

Auch bei einer Zusage zum Schließen von LTE-Funklöchern kommt 1&1 seit 2019 nur schlecht weiter.
/ Achim Sawall
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Standort von 1&1 (Bild: 1&1)
Standort von 1&1 Bild: 1&1

Das Mobilfunknetz von 1&1 besteht derzeit aus lediglich 60 aktivierten Standorten. Das berichtet das Handelsblatt, das ein Interview mit Konzernchef Ralph Dommermuth geführt(öffnet im neuen Fenster) hat. Anfang des Jahres 2024 werde 1&1 laut Dommermuth über mehr als 1.000 Antennenstandorte bei Partnern und über 400 reine Mietverträge für eigene Dachstandorte verfügen. Mindestens 200 Antennen sollen dann aktiviert, also bereits funktionstüchtig sein.

Dommermuth erklärte am 10. November 2023 in einem Brief an die Aktionäre, man werde "ab Dezember Smartphone-Tarife auf Basis unseres innovativen Open RANs anbieten". "So verfügten wir zum Ende des 3. Quartals über 503 Antennenstandorte (passive Infrastruktur als Kollokation)." Passive Kollokation bedeutet hier eigentlich nur "Stahl", man arbeite mit den anderen Netzbetreibern an passiver RAN-Infrastruktur zusammen, was neben den Masten auch passive Antennentechnik einschließen könne. Im C-Band und auf Grundlage der von 1&1 genutzten Open-RAN-Technik dürfte aber keine Zusammenarbeit bei passiver Antennentechnik möglich sein. Dommermuth machte keine Angaben, ob die Antennen schon eingeschaltet sind.

Ausbau kommt auch bei LTE-Funklöchern nicht weiter

Im Rahmen des Mobilfunkgipfels von 2018 hatte sich Dommermuth auch zum Aufbau von Mobilfunkantennen in Funklöchern, "weißen Flecken", mit LTE verpflichtet. Dieser Ausbau sollte ursprünglich 400 Standorte umfassen und Ende 2022 abgeschlossen sein. 1&1 übernahm diese Zusagen im September 2019. Im Interview mit dem Handelsblatt räumte Dommermuth nun ein, dass dieser Aufbau auch in diesem Jahr nicht abgeschlossen werden kann. Die Genehmigungsverfahren seien sehr aufwendig und der Mastaufbau komplexer, als zunächst avisiert. "Das kostet Zeit", sagte Dommermuth.

Die Mobilfunkbetreiber hatten im Juni 2018 mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vereinbart, zusammen mindestens 1.000 Standorte in weißen Flecken neu mit 4G auszubauen oder aufzurüsten und mindestens 10.000 Standorte neu zu bauen oder aufzurüsten. Dafür sollten Zahlungen der Netzbetreiber für 4G-Frequenzen vom Bundesfinanzministerium aufgeschoben werden.


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