Rakwon: Nordkorea verwendet eigene Videochat-Software
In Nordkorea wird zunehmend die eigene Videochat-Software Rakwon benutzt, wie die Webseite der südkoreanischen Tageszeitung Korea Herald berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Das Programm wird dem Beitrag zufolge nicht nur von Regierungsstellen, sondern auch Organisationen und Unternehmen verwendet.
Seit dem Ausbruch der Coronapandemie wird Rakwon in Nordkorea wohl verstärkt eingesetzt. Das Programm soll auch mindestens zwei Mal bei Sitzungen eingesetzt worden sein, an denen der De-facto-Staatschef Kim Jong-un teilgenommen habe.
Rakwon soll mittlerweile recht weit verbreitet in dem abgeschotteten Land sein. Demnach sollen die größten Industrieunternehmen mittlerweile darüber verbunden sein. Dem Korea Herald zufolge wurde die Software bereits 2012 an der Kim-Il-Sung-Universität entwickelt, genaue Details sind allerdings nicht bekannt.
Rakwon wird nur in Nordkorea verwendet
Außerhalb Nordkoreas ist Rakwon nicht zu bekommen. Für internationale Meetings verwenden nordkoreanische Behörden und Unternehmen andere Programme, laut dem Korea Herald unter anderem Voov von Tencent aus China.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über neue Informationstechnologie aus Nordkorea. So wurde im Herbst 2020 bekannt, dass das Land ein eigenes mobiles Bezahlsystem für Smartphones plant. Es wird geschätzt, dass lediglich ein Viertel der 25,5 Millionen Einwohner ein Smartphone besitzt.
Über die in dem abgeschotteten Land verwendete Technologie und Software gibt es meist nur spärliche Informationen. 2016 konnten Sicherheitsforscher aber beispielsweise das "Staatstablet" Woolim genauer untersuchen . Die nordkoreanische Linux-Distribution Red Star OS konnte Golem.de 2015 testen , nachdem die Software im Internet aufgetaucht war.
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