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Raketenantrieb: Erster erfolgreicher Plasmatest in Fusionsantrieb

Der Antrieb per Kernfusion soll mit weniger Treibstoff eine vielfache Beschleunigung erreichen. Bereits 2027 sollen Tests im Orbit stattfinden.
/ Mario Petzold
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Noch ist der Antrieb nur mit sehr heißem Wasserstoff befüllt. Zur Kernfusion ist es noch weit. (Bild: Pulsar Fusion)
Noch ist der Antrieb nur mit sehr heißem Wasserstoff befüllt. Zur Kernfusion ist es noch weit. Bild: Pulsar Fusion

Das britische Start-up Pulsar Fusion(öffnet im neuen Fenster) hat die Erzeugung von Plasma in einem Raketenantrieb demonstriert. Der Testlauf, der im britischen Bletchley stattfand, wurde auf die von Amazongründer Jeff Bezos abgehaltene Mars Conference(öffnet im neuen Fenster) in Kalifornien per Livestream übertragen.

Laut Unternehmen wurde der Wasserstoff im Inneren des Antriebs mit einer Kombination aus magnetischen und elektrischen Feldern in den Zustand eines Plasmas überführt. In den nun anstehenden Testläufen sollen der erreichbare Schub und die Austrittsgeschwindigkeit ermittelt werden. Kernfusionsprozesse fanden bisher noch nicht statt.

Gewicht soll der entscheidende Vorteil sein

Angestrebt wird eine Leistung von 2 Megawatt und ein Schub im Bereich von 10 bis 100 Newton. Das ist nur der Bruchteil des Schubs einer Raketenstufe, aber dank einer angestrebten Austrittsgeschwindigkeit im Bereich von 100 Kilometern pro Sekunde soll mit minimalem Treibstoffeinsatz eine hohe Beschleunigung erreicht werden.

Die Sunbird(öffnet im neuen Fenster) genannte Rakete soll später in der Lage sein, ein Raumschiff aus dem Orbit so zu beschleunigen, dass ein Flug zum Mars oder sogar Jupiter mit minimalem Gewicht ermöglicht wird.

Technische Reife kaum zu ermitteln

Genannt wird das Jahr 2027 als geplanter Zeitpunkt, ab dem Antriebstests im Orbit stattfinden sollen. Noch wurde aber nur gezeigt, dass Plasma erzeugt werden kann. Jedes Plasmaschweißgerät ist dazu ebenfalls in der Lage.

Ähnlich wie bei Versuchen, die Kernfusion zur Stromerzeugung zu nutzen, dürfte die größte Hürde sein, dass die Neutronenstrahlung während der Fusionsprozesse die Funktionsweise des Antriebs nicht stört.

Um diese Effekte zu erforschen, wurde bereits eine Zusammenarbeit mit der britischen Atomenergiebehörde beschlossen. Die Ziele für die Lebensdauer des Kernfusionsantriebs sind dabei nicht einmal überambitioniert. Knapp 3 bis 4 Stunden lang soll der Fusionsprozess aufrechterhalten werden können, um für den Flug zum Mars zu beschleunigen.


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