Raketen & Satelliten: Landspace darf chinesische Megakonstellationen starten

Der kommerzielle chinesische Raketenbauer Landspace hat einen Vertrag über den Start der beiden wichtigsten chinesischen Internetsatelliten-Megakonstellationen abgeschlossen(öffnet im neuen Fenster) : Qianfan (Tausend Segel) und Guowang (Nationales Netz).
Erst kürzlich wurde der Börsengang des Unternehmens an der Shanghai Stock Exchange bestätigt . Dadurch kann Landspace neues Kapital erwirtschaften, mit dem die Raumfahrtfirma die Wiederverwendbarkeit ihrer Raketen voranbringen kann. Landspace strebt dabei eine Kapitalbeschaffung von bis zu 1 Milliarde US-Dollar an.
Von der Börse in den Weltraum
Aus einem Dokument auf der Website der Schanghai-Börse geht hervor, dass die wiederverwendbare Trägerrakete Zhuque-3 von Landspace in die Liste der Kernlieferanten von China Satnet aufgenommen wurde – dem staatlichen Unternehmen, das das Guowang-Netzwerk betreibt.
Zudem erhielt Landspace den Zuschlag für das Projekt zur Beschaffung von Startdienstleistungen für Trägerraketen für 2025 von dem Betreiber der Qianfan-Konstellation, dem staatlich kontrollierten Unternehmen Shanghai Yuanxin Satellite Technology. Dieser Zuschlag gilt für einen einzigen Start mit 18 Satelliten.
Bislang wurden für den Start von Satelliten für Guowang und Qianfan ausschließlich Raketen vom Typ Langer Marsch des staatlichen chinesischen Unternehmens für Luft- und Raumfahrtwissenschaft und -technologie (CASC) verwendet. Bereits seit Jahren treibt Peking den Ausbau des kommerziellen Raumfahrtsektors massiv voran.
Die neuen Megakonstellationen aus China
Gegenüber der Internationalen Fernmeldeunion wurde angegeben, dass das Guowang-Netzwerk insgesamt aus 12.992 Satelliten bestehen soll. Davon sollen 6.080 Satelliten in einer Umlaufbahn von 500 bis 600 Kilometern und 6.912 Satelliten in einer Umlaufbahn von etwa 1.145 Kilometern operieren. Die Guowang-Konstellation umfasste im Dezember 2025 insgesamt 136 Satelliten.
Qianfan (Tausend Segel) plant den Start von 15.000 Satelliten, von denen bis Ende 2027 voraussichtlich 1.296 in der Umlaufbahn sein werden. Damit soll das Netzwerk bereits eine globale Abdeckung gewährleisten können. Im Dezember 2025 befanden sich 108 Satelliten dieser Konstellation im Erdorbit.
Um die beiden Netzwerke auf die gewünschte Anzahl zu erhöhen, muss die Kadenz von Raketenstarts drastisch erhöht werden – ein Ziel, das von der Regierung in Peking verfolgt wird. Im letzten Jahr sind bereits 93 Raketenstarts erfolgt , dies soll in diesem Jahr übertroffen werden.
Weitere chinesische Raketenbauer wie Space Pioneer, Galactic Energy, CAS Space, Deep Blue Aerospace, Sepoch und Orienspace, könnten 2026 ihre eigenen wiederverwendbaren Trägerraketen vorstellen. Erst Anfang des Jahres kündigten chinesische Unternehmen an, über 200.000 Internetsatelliten starten zu wollen.