Raketen: Ariane 6 wohl nicht konkurrenzfähig

Der Start der Ariane 6 verzögert sich weiterhin. Sie soll eine Konkurrenz für die Raketen von SpaceX sein. Doch hat sich die Esa da etwa verkalkuliert?

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung der europäischen Rakete Ariane 6 wie sie den Weltraum erreicht.
Eine künstlerische Darstellung der europäischen Rakete Ariane 6 wie sie den Weltraum erreicht. (Bild: ESA - D. Ducros)

Vor etwa einem Jahrzehnt gab die europäische Raumfahrtbehörde Esa die Entwicklung seiner neuen Trägerrakete Ariane 6 in Auftrag. Eigentlich sollte diese ab 2020 dem Raketenmarkt und vor allem den wiederverwendbaren Raketen von SpaceX Konkurrenz machen. Doch es kam zu Verzögerungen, die weiter anhalten.

Im Oktober 2023 sollte ein weiterer Triebwerkstest des Haupttriebwerks Vulcain 2.1 erfolgen. Jedoch gibt es seit geraumer Zeit keine neuen Informationen dazu. Der Jungfernflug der Ariane 6 wird somit vermutlich nicht vor Mitte 2024 erfolgen. Und auch die Preisentwicklung dürfte sich negativ auf die Stars auswirken.

Der Basispreis eines Raketenstarts der Falcon 9 kostet etwa 63 Millionen Euro. Wie teuer die Startkosten der Ariane-Raketen ausfallen, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Eine vernünftige Schätzung für eine Ariane-5-Basisrakete liegt jedoch bei 150 Millionen Euro.

Das ist alles andere als konkurrenzfähig. Somit müssten die Startkosten der Ariane 6 etwa halbiert werden, damit potenzielle Kunden nicht zu SpaceX gehen. Doch auch über die Startkosten der Nachfolgerrakete der Ariane verlor der Vorstandsvorsitzende von Arianespace, Stéphane Israël, bei einer Pressekonferenz Anfang September kein Wort.

Wird die Ariane 6 doch nicht günstiger?

Arianespace ist für den Verkauf und den Start der Raketen zuständig, wogegen die Ariane Group (im Besitz von Airbus und Safran) die Rakete entwickelt. Finanziert wird das Ganze von der Esa. Seit 2021 wird die Ariane Group mit jährlich 140 Millionen Euro von der Esa und somit von den europäischen Steuerzahlern subventioniert – damit die Ariane 6 auf dem kommerziellen Raketen-Markt wettbewerbsfähig bleibt. Die Ariane Group fordert jedoch eine deutliche Erhöhung dieser Subventionen auf 350 Millionen Euro pro Jahr.

Wenn die Esa diesen Forderungen nachgeht, wird die Ariane 6 im Vergleich zur Ariane 5 keine Kosteneinsparungen generieren können. Je mehr Missionen mit der Ariane 6 angestrebt werden, desto kostengünstiger können die Raketenstarts tatsächlich ausfallen. Konkrete Zahlen gibt es aber nicht. Und da die Esa bereits vier Milliarden Euro in die Entwicklung der Rakete gesteckt hat, hält sie weiterhin an dem Vorhaben fest.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Jossele 23. Okt 2023

Die Starts wie die erwähnten wissenschaftlichen Missionen in spezielle Orbits oder...

Jossele 23. Okt 2023

Und noch einmal der Vergleich: Auto neu kaufen vs Auto polieren und volltanken Was...

Jossele 23. Okt 2023

Nunja... bis die Falcon 9 zuverlässig gefolgen ist, war die Ariane 5 der Marktführer...

Jossele 23. Okt 2023

Gegen Wegwerfraketen schon - gegen wiederverwendbar nicht. Aber bei heuer 100 Starts...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Drohendes Einfuhrverbot
Apple stoppt US-Verkauf der Apple Watch Series 9 und Ultra 2

Apple kommt in den USA den Behörden zuvor und nimmt die Apple Watch Series 9 und Ultra 2 aus dem Handel. Hintergrund sind Patentstreitigkeiten.

Drohendes Einfuhrverbot: Apple stoppt US-Verkauf der Apple Watch Series 9 und Ultra 2
Artikel
  1. Autonome Fahrzeuge und LLMs: Wofür KI im Militär genutzt wird
    Autonome Fahrzeuge und LLMs
    Wofür KI im Militär genutzt wird

    Hersteller von KI-Lösungen fürs Militär sind meist sehr sparsam mit Details - trotz vieler Warnungen wird künstliche Intelligenz aber für militärische Anwendungen entwickelt und bereits genutzt. Ein Einblick.
    Von Andreas Meier

  2. Per Laser: Nasa streamt Katzenvideo aus dem All
    Per Laser
    Nasa streamt Katzenvideo aus dem All

    Die Sonde Psyche hat erneut per Laser Daten aus dem All übertragen. Dieses Mal war es Katzen-Content.

  3. Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
    Whistleblower
    Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

    Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus SSD 500GB 39,99€ • Nur noch kurz: 3 für 2 Games-Aktion (PS5, PS4, Xbox, PC) • Apple Week • AVM Fritz Box 7510 74,99€ • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar, AC: Mirage & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ [Werbung]
    •  /