Rakete & Raumschiff: Raketen- und Raumschiffstest für Chinas Mondprogramm glückt
Während die US-Raumfahrtbehörde Nasa sich auf den Raketenstart ihrer Mondmission Artemis II vorbereitet, wird auch in China am eigenen astronautischen Mondprogramm gearbeitet. Am frühen Morgen des 11. Februar 2026(öffnet im neuen Fenster) wurden eine Rakete und ein Raumschiff getestet.
Ende Januar hatten die Verantwortlichen am chinesischen Kosmodrom Wenchang noch alle Raketenstarts für Februar gestrichen(öffnet im neuen Fenster) , ohne einen Grund zu nennen. Laut einem Mitarbeiter(öffnet im neuen Fenster) des Raumhafens sollte dort im Februar "nur der Testflug der neuen Rakete" stattfinden. Bis dato konnte nur spekuliert werden, dass es sich um die neue Mondrakete Langer-Marsch-10A handelt.
Vorbereitungsphase für das Mondprogramm
Am 3. Februar begannen dann die Vorbereitungen(öffnet im neuen Fenster) für die Niedrigflugdemonstration der Langen-Marsch-10A. Zunächst wurde die Oberverkleidung der Rakete entfernt, um das neue Mengzhou-Raumschiff (Schiff der Träume) dort zu befestigen. Mengzhou soll zukünftig als Besatzungsraumschiff für die chinesische Tiangong-Raumstation dienen, aber auch für Mondflüge eingesetzt werden.
Für den 11. Februar wurde eine 40 × 40 km große Sperrzone für Schiffe und Flugzeuge entlang der Küste der Provinz Haina und des Kosmodroms Wenchang eingerichtet. Die vierstündige Warnung umfasste den Zeitraum von 10:51 Uhr bis 14:50 Uhr Ortszeit (03:51 bis 07:50 Uhr MEZ).
Rakete samt Raumschiff wurden auf einer mobilen Startplattform befestigt und zum neuen Startkomplex 301 gefahren. Neben dem Demonstrationsflug der Mondrakete stand der Hochgeschwindigkeitsabbruchtest unter maximalem aerodynamischem Druck für das wiederverwendbare Mengzhou-Raumschiff auf dem Plan.
Zudem wurde in der Sperrzone das autonome Linghangzhe-Bergungsschiff (Navigator) platziert, das mit einem Auffangsystem für den Booster der Mondrakete ausgestattet ist. Die beiden Kapselbergungsschiffe Jiahaike-7 (Ausgezeichnete Meerestechnologie Nr. 7) und Tanhai-9 (Das Meer erkunden Nr. 9) befanden sich währenddessen vor der Küste. Zusätzlich wurde ein amphibisches Bergungsschiff bereitgestellt, das bei Anomalien des Raumschiffflugs zur Bergung eingesetzt wird.
Chinas Mondprogramm nimmt Fahrt auf
Das Bodentestkommandozentrum in Wenchang gab am 11. Februar um 11 Uhr (Peking Zeit) den Zündbefehl, und die Rakete hob planmäßig ab, wie der staatliche Nachrichtensender CGTN mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Dabei erreichte sie Bedingungen, die dem maximalen dynamischen Druckabbruchregime des Raumfahrzeugs entsprachen.
Nach Erhalt des Abbruchbefehls wurden die Abtrennungs- und Abbruchprozeduren durchgeführt. Anschließend landeten die Erststufe der Rakete ( siehe Video auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) ) und die Rückkehrkapsel des Raumfahrzeugs sicher unter kontrollierten Bedingungen im Meer.
Um 12:20 Uhr beendeten maritime Rettungsteams die Suche und Bergung der Rückkehrkapsel. Es war Chinas erste solche Mission mit einem bemannten Raumfahrzeug – wobei sich bei diesem Testversuch natürlich keine Menschen an Bord befanden.
Neben den erfolgreichen Technologiedemonstrationen zeigten die Missionsbeteiligten, dass die Schnittstellenkompatibilität über mehrere technische Systeme hinweg funktionierte. Die gesammelten Flugdaten werden nun ausgewertet. Damit befindet sich China weiterhin innerhalb seines Zeitplans, bis zum Ende des Jahrzehnts eine astronautische Mission auf dem Mond zu landen.
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