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Radioteleskop Fast: Internationale Forscher dürfen Chinas Himmelsauge nutzen

Nach dem Einsturz des Radioteleskops in Arecibo darf künftig in China geforscht werden.
/ Werner Pluta
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Radioteleskop Fast in Südchina: Suche nach außerirdischer Intelligenz (Bild: Fast)
Radioteleskop Fast in Südchina: Suche nach außerirdischer Intelligenz Bild: Fast

Bald dürfen auch internationale Wissenschaftler mit dem Teleskop arbeiten: Ab Sommer dieses Jahres will die Leitung das Radioteleskop Fast für die internationale Wissenschaft öffnen. Das Teleskop ist schon seit einigen Jahren in Betrieb.

Ab dem 1. August können auch Forscher aus dem Ausland Beobachtungszeit am Fast, eine Abkürzung für Five-hundred-Meter Aperture Spherical Radio Telescope(öffnet im neuen Fenster) , erhalten. Etwa ein Prozent der Beobachtungszeit werde der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung stehen, berichtet die regierungsnahe Tageszeitung Global Times(öffnet im neuen Fenster) .

Anträge können ab 1. April gestellt werden

Ab dem 1. April können die entsprechenden Anträge online bei den National Astronomical Observatories eingereicht werden. Zwei Komitees, ein wissenschaftliches sowie eines, das für die Zeitzuteilung zuständig ist, werden die Vorhaben prüfen und über die Nutzung entscheiden,

Das Teleskop, das auch Tianyan, Himmelsauge, genannt wird, wurde in einer Mulde nahe Pingtang in der bergigen Provinz Guizhou in Südchina errichtet. Die Schüssel ist aus 4.450 dreieckigen Elementen zusammengesetzt und hat einen Durchmesser von 520 Metern. Sie liegt in einem Gitterrohrring, der von etwa 70 Masten getragen wird.

Fast ist größer als Arecibo

Tianyan wurde im Jahr 2016 fertiggestellt und hat das knapp 305 Meter große Arecibo-Radioteleskop als größtes Radioteleskop mit sphärischem Hauptspiegel abgelöst. Wegen irreparabler Schäden an den Halteseilen wurde im November der Abriss des Teleskops auf der Insel Puerto Rico beschlossen. Anfang Dezember brach das letzte Halteseil und die 900 Tonnen schwere Instrumentengondel stürzte in die Schüssel .

Das Radioteleskop in Südchina erfasst elektromagnetische Signale aus dem Weltall – unter anderem von Pulsaren. Bisher wurden damit bereits über 240 der schnell rotierenden Neutronensterne entdeckt. Seit Anfang 2020 wird mit dem Teleskop auch nach Signalen außerirdischer Zivilisationen gesucht.


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