Radioastronomie: Interstellares Objekt weist parallele Strukturen auf
Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIFR)(öffnet im neuen Fenster) hat durch die Beobachtung des Lichts des Pulsars PSR B1508+55 eine ungewöhnliche Struktur im interstellaren Raum entdeckt. Die streuenden Gase weisen keine zufällige Form auf, sondern besitzen Strukturen mit einer Vorzugsrichtung und gefaltete, dünne Schichten.
Möglich wurde die Entdeckung durch den Einsatz zweier leistungsstarker Radioteleskope, eines in der Eifel, eines im Südwesten Chinas, und die überhaupt erst zweite an einem Pulsar direkt beobachtete Szintillation. Dieses Funkeln des vom Pulsar ausgesendeten Lichts verrät durch seine Streuung, ob sich Objekte zwischen dem Pulsar, der selbst etwa 8.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, und unserem Sonnensystem befinden.
Das ausgesendete Radiolicht wird durch Strukturen im All verzerrt, so wie die Sonne bei Sonnenuntergang kurz über dem Horizont verzerrt wird. Die Beobachtungen legen nahe, dass sich bei dem Objekt aus Gas, das 430 Lichtjahren entfernt ist, geordnete Strukturen finden. Vermutet werden parallel verlaufende Filamente und dünne Schichten.
Neue Beobachtungstechnik verspricht mehr Daten
Wegen der geringen Größe des Objekts ist das genaue Aussehen noch nicht geklärt. Eine Ursache für die scheinbaren Regelmäßigkeiten konnte bisher noch nicht gefunden werden. Die Studie, die die Entdeckung beschreibt, findet sich in Astronomy & Astrophysics(öffnet im neuen Fenster).
Immerhin besteht begründete Hoffnung, dass bald weitere Aufnahmen folgen werden. Neu an der Entdeckung war vor allem die Technik, mit der sie aufgezeichnet wurde. Dafür blickten die beiden Teleskope, die auf der Erdoberfläche knapp 7.000 km voneinander entfernt sind, gleichzeitig auf den Pulsar.
Je nach Bewegungsrichtung wurde dadurch das Flackern des Lichts zunächst in Deutschland oder China aufgezeichnet. Das Ergebnis ist die beschriebene Entdeckung, die laut Erstautor Tim Sprenger kaum Ansprüche an die Beobachtungsinfrastruktur stellt und mit der Rechenleistung eines einfachen Laptops verarbeitet werden konnte.
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