Das GQ GMC-500+ als Vertreter des Mittelfeldes

In einer anderen Liga einzuordnen sind die Geräte der Firma GQ, die schon seit vielen Jahren im Markt ist. Die Geräte der GMC-300er Serie existieren schon etwas länger und wurden in Produkttests immer wieder gut bewertet. Das GMC-320 Plus aus dieser Serie liegt preislich zwischen 130 und 160 Euro. Neuere Modelle gehören zu den Serien GMC-500 und GMC-600, die verschiedene Varianten beinhalten. Auf der Webseite des Herstellers findet man eine Übersichtstabelle.

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Wir haben das GQ GMC-500+ getestet, das man für etwa 170 bis 200 Euro bekommt. Die Plus-Variante ist im Gegensatz zur regulären GMC-500-Version mit zwei unterschiedlichen Zählrohren ausgestattet, die in Kombination genutzt werden können. Eines der Zählrohre ist besonders sensibel, um niedrige Raten zuverlässig nachzuweisen.

Das zweite Zählrohr ist dazu da, auch hohe Raten noch zuverlässig detektieren zu können. Dabei spielt die sogenannte Totzeit bei Zählrohren eine wichtige Rolle. Im Zählrohr befindet sich ein bestimmtes Gas und es liegt an zwei Elektroden eine Hochspannung an. Wenn Strahlung im Zählrohr zu einer Ionisierung führt, breitet sich diese aus und führt zu einer Entladung, die dann gezählt wird und klassisch als Klickgeräusch akustisch wiedergegeben wurde.

Nach einer solchen Entladung dauert es eine Weile, bis eine erneute Entladung möglich ist und gezählt werden kann. Unterschiedlich konfigurierte Zählrohre können somit auf hohe Genauigkeit bei niedrigen und bei hohen Raten passend abgestimmt werden.

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Das GQ GMC-500+ erlaubt im Menü sogar, die Konfiguration der Zählrohre anzupassen und das Gerät nachzukalibrieren. Als Laie sollte man davon aber die Finger lassen, zumal das Gerät laut Hersteller bei der Fertigung bereits kalibriert wurde. Insgesamt wird aber an solchen Funktionen deutlich, dass man es hier mit einer deutlich besseren Geräteklasse zu tun hat. Auch die Verpackung offenbart das bereits und hat eine Vertriebsadresse in Deutschland aufgedruckt. Neben einem USB-Kabel erhält man als Zubehör auch eine Tasche zur Aufbewahrung des Gerätes.

Es unterstützt fünf Darstellungsmodi:

  • große einfache Textanzeige
  • Dosimeterfunktion
  • einen detaillierten Textmodus
  • eine graphische Darstellung
  • geführte Vergleichsmessung, als "Food/Sample" bezeichnet

All diese Modi lassen sich in ihren Details weiter anpassen. Gerade die Food/Sample-Funktion ist besonders spannend. Hierüber kann man Langzeitmessungen ausführen. Nach der eingestellten Zeit erhält man ein akustisches Signal, die Messung wird gestoppt und die gemittelte Rate automatisch berechnet.

  • Das NR-850 wird in einer einfachen Pappschachtel geliefert und lässt deutlich den chinesischen Ursprung erkennen. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das Innere der Pappschachtel wirkt ebenso einfach und schlicht. Zumindest ist ein komplettesMiniatur-Handbuch beigelegt, das neben einem chinesischen auch einen englischsprachigen Teilenthält. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die Anzeige des NR-850 bietet wenig Variationsmöglichkeiten. Datum und Uhrzeit sind nicht vorkonfiguriert. (Bild: Mathias Küfner)
  • Hier das Innenleben des NR-850 mit dem zerbrochenen Zählrohr aus Glas, das einfach auf der Unterseite mit der Platine verbunden ist und weitgehend frei im Gerät hängt. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die weiteren Komponenten des NR-850, mit dem Display auf der Vorderseite der Platine und dem Flachkabel zur Tastatur, die im Gehäuse integriert ist. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das GQ-GMC500+ kommt zwar auch nur in einer einfachen Pappschachtel, jedoch findet sich darin ein USB-Kabel und das Gerät ist in der mitgelieferten Tasche verpackt. Es macht insgesamt einen besseren Eindruck als das NR-850. (Bild: Mathias Küfner)
  • Der Lithium-Ionen-Akku ist bereits eingebaut und vorgeladen, lässt sich aber tauschen und auch im Gerät aufladen. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die einfachste Anzeigeoption des Gerätes gibt eine gut erkennbare Bewertung zurück. (Bild: Mathias Küfner)
  • Weitere Anzeige-Modi sind etwas komplexer und enthalten mehr Details. Man hat viele Variationsmöglichkeiten. Sinnvoll ist hier die Anzeige von gemittelten Werten, die aussagekräftiger sind. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die Auswertung der besonders nützlichen Differenzmessung stellt die Einzelmessungen und deren Unterschied gegenüber. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das GQ-GMC500+ hat umfangreiche weitere Funktionen. Dazu gehört auch das langfristige Speichern von Messwerten für eine spätere Auswertung. (Bild: Mathias Küfner)
Weitere Anzeige-Modi sind etwas komplexer und enthalten mehr Details. Man hat viele Variationsmöglichkeiten. Sinnvoll ist hier die Anzeige von gemittelten Werten, die aussagekräftiger sind. (Bild: Mathias Küfner)

Um die normale Hintergrundstrahlung von der Strahlung der Probe zu unterscheiden, führt man zwei Messungen nacheinander aus - einmal in Abwesenheit der Probe und einmal in direkter Nähe zur Probe. Die Differenz der Messungen wird anschließend übersichtlich in einer Tabelle dargestellt.

Wichtig: ausreichend Zeit mitbringen

Das ist sehr nützlich, da man nur auf diese Weise eine moderat höhere Strahlung überhaupt zuverlässig erkennen kann. Es macht aber gleichzeitig deutlich, dass eine Messung von Radioaktivität nicht mal eben binnen Sekunden im Supermarkt erfolgen kann, sondern man sich zumindest ausreichend Zeit und eine passende Umgebung suchen muss. Typische Messintervalle liegen bei einigen Minuten oder sogar mehreren Stunden, um hier auch geringe Unterschiede mit einem ausreichenden Signifikanzniveau ermitteln zu können.

Professionelle Messungen gehen noch einen Schritt weiter und messen über viele Stunden hinweg in speziellen abgeschirmten, teils unterirdischen Kammern. Dabei wird für die Wände Metall mit möglichst geringer Eigenstrahlung verwendet. Nicht selten finden alte Panzerplatten von Schlachtschiffen vor dem Nuklearzeitalter Verwendung, da diese noch nicht mit radioaktiven Isotopen verunreinigt wurden. Dieser Aufwand garantiert, dass man auch kleine Mengen Radioaktivität fundiert belegen und quantitativ präzise ermitteln kann. Die Möglichkeiten des GMC-500+ sind deutlich weniger ausgefeilt, aber für den privaten Einsatz ist das ein akzeptabler Kompromiss.

Das Gerät wird mit einem eingesetzten und vorgeladenen Lithium-Ionen-Akku vom Typ 18650 geliefert. Über die USB-Schnittstelle lässt sich dieser aufladen, aber da er nicht fest verbaut ist, kann man den Akku auch leicht tauschen. Im Stromsparmodus, bei dem das Display ganz abschaltet, kann das Gerät über diverse Tage aktiv bleiben.

Mit dem Netzwerk verbunden

Das Gerät ist auf das korrekte Datum und Uhrzeit vorkonfiguriert. Dass dies korrekt eingestellt wird, ist wichtig, da das Gerät langfristig Daten speichern kann, die sich dann über die USB-Schnittstelle (die einen simplen COM-Port emuliert) auslesen lässt. Noch spannender ist, dass man das Gerät mit dem eigenen WLAN verbinden kann.

Die Eingabe von SSID und Passwort ist dabei leider sehr mühsam. Als Resultat kann man dann leider auch nicht per Netzwerk auf das Gerät zugreifen. Die Netzwerkverbindung dient vielmehr dazu, dass das Gerät periodisch automatisch seine aktuellen Messwerte an einen Webserver übergeben kann.

Die eher simplen Schnittstellen und Protokolle sind dokumentiert und man kann damit beliebige eigene Webserver beschicken. GQ bietet jedoch auch eine offene Plattform an, die Daten entgegennimmt und (sofern man dies erlaubt) öffentlich für alle bereitstellt und visualisiert. Zu finden ist dies über www.gmcmap.com.

  • Das NR-850 wird in einer einfachen Pappschachtel geliefert und lässt deutlich den chinesischen Ursprung erkennen. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das Innere der Pappschachtel wirkt ebenso einfach und schlicht. Zumindest ist ein komplettesMiniatur-Handbuch beigelegt, das neben einem chinesischen auch einen englischsprachigen Teilenthält. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die Anzeige des NR-850 bietet wenig Variationsmöglichkeiten. Datum und Uhrzeit sind nicht vorkonfiguriert. (Bild: Mathias Küfner)
  • Hier das Innenleben des NR-850 mit dem zerbrochenen Zählrohr aus Glas, das einfach auf der Unterseite mit der Platine verbunden ist und weitgehend frei im Gerät hängt. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die weiteren Komponenten des NR-850, mit dem Display auf der Vorderseite der Platine und dem Flachkabel zur Tastatur, die im Gehäuse integriert ist. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das GQ-GMC500+ kommt zwar auch nur in einer einfachen Pappschachtel, jedoch findet sich darin ein USB-Kabel und das Gerät ist in der mitgelieferten Tasche verpackt. Es macht insgesamt einen besseren Eindruck als das NR-850. (Bild: Mathias Küfner)
  • Der Lithium-Ionen-Akku ist bereits eingebaut und vorgeladen, lässt sich aber tauschen und auch im Gerät aufladen. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die einfachste Anzeigeoption des Gerätes gibt eine gut erkennbare Bewertung zurück. (Bild: Mathias Küfner)
  • Weitere Anzeige-Modi sind etwas komplexer und enthalten mehr Details. Man hat viele Variationsmöglichkeiten. Sinnvoll ist hier die Anzeige von gemittelten Werten, die aussagekräftiger sind. (Bild: Mathias Küfner)
  • Die Auswertung der besonders nützlichen Differenzmessung stellt die Einzelmessungen und deren Unterschied gegenüber. (Bild: Mathias Küfner)
  • Das GQ-GMC500+ hat umfangreiche weitere Funktionen. Dazu gehört auch das langfristige Speichern von Messwerten für eine spätere Auswertung. (Bild: Mathias Küfner)
Das GQ-GMC500+ hat umfangreiche weitere Funktionen. Dazu gehört auch das langfristige Speichern von Messwerten für eine spätere Auswertung. (Bild: Mathias Küfner)

Allerdings reagiert der Webserver bei den Versuchen sehr langsam und war teilweise gar nicht verfügbar. Vermutlich gibt es hier eine notorische Überlastung, was das Erlebnis erheblich schmälert. Die Idee an sich ist aber sehr gut, zumal es erlaubt ist, auch Geräte anderer Hersteller mit anzubinden und die Messwerte anderer Benutzer übersichtlich in einer Kartendarstellung zu sehen. Für einige ältere GQ-Geräte und solche von anderen Herstellern ist jedoch der Umweg über eine PC-Software notwendig, um die Messwerte aus dem Gerät auszulesen und auf den Webserver hochzuladen.

Mitgeliefert wird auch eine kleine Plastikkarte, die eine grundlegende Orientierung gibt, welche Strahlungswerte als normal und welche als problematisch und gefährlich gelten müssen. Der Bereich 5 bis 50 CPM wird hier als der normale Strahlungsbereich klassifiziert, bis 99 CPM ist es mittlere Strahlung, darüber folgen weitere Stufen. Im einfachen Anzeigemodus setzt das Gerät diese Schwellwerte auch als großen einfachen Text um und zeigt entsprechend bei regulärer Umgebung ein für alle verständliches "Normal" an.

Wesentlich mehr Funktionen als das NR-850

Insgesamt ist das GCM-500+ wesentlich funktionsreicher und bietet viel mehr Einstellmöglichkeiten als das NR-850. Insbesondere die langfristige Auswertung, Mittelung, Speicherung und Auswertung von Messungen ist wesentlich umfassender und einfacher, was dem Thema Radioaktivitätsmessung deutlich besser gerecht wird. Bezüglich der Laufzeit sind beide Geräte aber ähnlich gut und können mit einer Aufladung die Dosis über mehrere Tage hinweg akkumulieren.

Schön wäre noch gewesen, wenn das GCM-500+ über eine eigene Netzwerk-API verfügen würde, mit der man es auch als Server im Netz ansprechen und abfragen kann. Das ist aber selbst bei noch teureren Geräten keineswegs Standard. Zudem ist das GCM-500+ nicht in der Lage, Alphastrahlung zu messen, was bei Geräten seiner Preisklasse aber auch nicht zu erwarten ist.

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 Das NR-850 als Beispiel für das NiedrigpreissegmentWelche Einheiten gibt es und wie liest man sie richtig? 
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