Radioaktive Abfälle: 800-Meter-Bohrung für die Endlagersuche
Gemeinsame Forschungen des Helmholtz-Zentrums für Geoforschung (GFZ)(öffnet im neuen Fenster) in Potsdam, des Nuclear Waste Services, Großbritannien, und der Universität Bern, Schweiz, sollen zeigen, welche Eigenschaften verschiedene Gesteine in den Tiefen der Erde aufweisen. Ziel ist es, zu verstehen, wie sich unterschiedliche Gesteinsschichten verhalten und welche geologischen Eigenschaften sich am besten für ein Endlager eignen.
Zwar entschied sich die Schweiz bereits für Opalinuston, doch dessen Eigenschaften als Barriere für radioaktive Abfälle sind noch unklar. Deshalb wird Opalinuston zusammen mit weiteren Gesteinsschichten im Felslabor am Mont Terri(öffnet im neuen Fenster) im Kanton Jura in der Schweiz angebohrt.
30 Jahre Forschung als Grundlage
Unter dem Mont Terri verläuft ein Autobahntunnel, in dessen Sicherheitsgalerie sich der Zugang zum Felslabor befindet. Dort finden bereits seit 30 Jahren Experimente statt, um die Eigenschaften von Opalinuston zu untersuchen. Zusätzlich zu den bisherigen Bemühungen wird jetzt auf Initiative des GFZ eine 800 m tiefe Bohrung in das Gestein und die darunterliegenden Schichten getrieben. Nach wenigen Tagen wurden bereits 55 m erreicht.
Der Bohrkern soll möglichst vollständig gewonnen werden, um die Eigenschaften entlang der gesamten Schichtung erfassen zu können. Es geht auch darum, welche Wechselwirkungen Gesteine wie Opalinuston, Steinsalz oder Kristallin aufweisen.
Am Ende erhofft sich das GFZ Erkenntnisse darüber, welche in Deutschland verfügbaren Bodenschichtungen sich bei der Endlagersuche am besten eignen und welche ausgeschlossen werden sollten. Opalinuston, der Favorit der Schweiz für radioaktive Abfälle, ist auch in Süddeutschland(öffnet im neuen Fenster) reichlich vorhanden.



