"Radio wie früher": Deutscher Sender greift nach Cyberangriff zu Platten und CDs

Eine Ransomware-Attacke hat bei Donau 3 FM die Technik lahmgelegt. Weiter geht es dennoch – mit analogem Mischpult, CDs, Platten, Stiften und Papier.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Bei Donau 3 FM geht es vorerst mit Platten und CDs weiter.
Bei Donau 3 FM geht es vorerst mit Platten und CDs weiter. (Bild: pixabay.com / Matthias_Groeneveld)

Der deutsche Radiosender Donau 3 FM ist am vergangenen Mittwoch Ziel eines Cyberangriffs geworden. Die meisten digitalen Geräte des Senders funktionierten seitdem nicht mehr, heißt es in einer Mitteilung auf der Webseite von Donau 3 FM. Derzeit werde der Betrieb unter Einsatz externer Laptops, Blöcke und Stifte aufrechterhalten.

"Wir machen Radio mal wieder ganz Old School, arbeiten mit Schallplatten, CDs und Live-Musik", erklärt die Redaktion des Radiosenders. Außen vor bleibe dabei allerdings vorerst der Webstream, der über die Webseite und die App des Senders sowie über "Alexaboxen" zugänglich sei. Dort laufe derzeit ein reines Notband. Grund dafür: Die Verbindung zu dem Stream sei durch den Angriff gekapert worden.

Angreifer noch unbekannt

Begonnen hätten die Ausfälle der IT-Systeme am Mittwoch kurz nach 15 Uhr, heißt es in der Mitteilung. Mehrere Bildschirme hätten plötzlich angefangen zu flackern – gefolgt von einem Textfenster mit einer Lösegeldforderung. Die geforderte Geldsumme nennt der Sender jedoch nicht.

Seit dem Angriff funktioniere kein Rechner mehr und sämtliche Dateien seien gesperrt. Auch die Ausspielkanäle des Senders seien für einen Moment verstummt, bis schließlich die Notbänder eingesprungen seien.

Wer genau hinter dem Angriff stecke, sei noch unbekannt. Die eigenen IT-Experten arbeiteten derzeit mit Hochdruck daran, die Systeme wieder einsatzfähig zu machen. Die Kriminalpolizei Ulm sowie der zuständige Landesdatenschutzbeauftragte seien über den Vorfall informiert worden.

Mit CDs und Platten geht es weiter

Trotz allem zeigt sich die Redaktion von Donau 3 FM entschlossen, den Radiobetrieb aufrechtzuerhalten. Zum Einsatz kommt dafür Technik aus längst vergangenen Tagen, darunter ein analoges Mischpult, ein CD-Player und "ein alter, verstaubter Notfallkoffer mit CDs – teilweise noch aus den Anfangstagen des Senders, von 2003."

Die Social-Media-Konten des Senders werden vorerst über Smartphones mit mobiler Internetverbindung versorgt. Hörer dürfen per Whatsapp Musikwünsche äußern, die Rufnummer dafür steht in der Mitteilung des Radiosenders. "Bringt eure CDs und Platten vorbei ... der Laden läuft auf alle Fälle weiter", heißt es dort. Lieder, die nicht verfügbar seien, würden die Mitarbeiter Peter Miller und Roland Eberhardt einfach selber singen. Beide seien "zufälligerweise Vollblutmusiker im Nebenberuf".

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