Smith setzt auf Graswurzel-Finanzierung

Als Beispiel nennt Smith die Invalidenstraße, eine Hauptverkehrsstraße, die vom Prenzlauer Berg zum Hauptbahnhof führt. "Es ist seltsam, dass dort kein vernünftiger Radweg existiert, wenn man mit dem Fahrrad zum Zug will." Hierfür zeigt die interaktive Fahrradkarte dem Nutzer mögliche Ausweichrouten. Der User kann sich neben allen eingezeichneten Straßen auch nur eine Teilmenge anzeigen lassen, etwa alle Wege, auf denen sich User sicher fühlen.

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Zugleich zeigt die Karte aber eben auch, wo die Infrastruktur noch deutlich verbessert werden muss. Viele Straßen auf der Karte sind rot markiert - womöglich auch ein Zeichen dafür, dass bislang vor allem Radfahrer teilgenommen haben, die ihrem Unmut über fehlende Radwege Luft machen wollten. Denn repräsentativ ist eine solche Open-Source-Karte natürlich nicht.

Das ist für Rachel Smith auch nicht entscheidend. Als nächsten Schritt - während die Karte sich weiter mit roten und grünen Linien füllt - wollen Smith und ihr Team Vorschläge machen, wie man die rot markierten Straßen für Radfahrer optimieren kann. Am besten, indem man breite Radspuren anlegt, vom Autoverkehr durch Bordstein getrennt.

Auch hier setzt Smith eher auf die Masse als auf Behörden. "Natürlich kann sich auch die Stadtverwaltung auf der Karte ansehen, wo Radwege angelegt werden müssen", sagt die Expertin. Doch gerade in Berlin fehle dafür dann das Geld. Smiths Alternative: eine Art finanzielle Graswurzelrevolution. Vielleicht seien ja private Nutzer bereit, Geld beizusteuern oder bei Sponsoren einzusammeln, um neue Radwege finanzieren zu können. Das funktioniere letztlich womöglich schneller, als darauf zu warten, dass die Kommune tätig wird.

"Macht's einfach!"

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Damit vertritt Rachel Smith ein grundlegendes Prinzip, das während des Labs in Berlin immer wieder in Workshops und Diskussionen zur Sprache kam und in das Kürzel DIO mündete: "do it ourselves", lasst uns die Dinge selbst in die Hand nehmen, statt das Feld Experten zu überlassen und auf Entscheidungen von oben zu warten - bottom-up statt top-down.

Corinne Rose, eine von Rachel Smiths Co-Laboranten vom Pfefferberg, sagt: "Jeder hat Wissen und Ideen." Wissen, das Smith im konkreten Fall bei Berliner Radfahrern abfragt. Ähnlich wie ihre interaktive Fahrradkarte funktioniert Wheelmap.org, eine Onlinekarte, auf der jeder weltweit rollstuhlgerechte Orte verzeichnen kann. Im Grunde ist das Prinzip simpel, darum ist Smith auch überrascht, dass bisher niemand auf die Idee kam, eine solche Fahrradkarte aufzusetzen. Sie selbst will nun auch für ihre Heimat Brisbane und New York City solche Projekte starten. Und Interessierten in anderen Städten, auch in Deutschland wie zum Beispiel Hamburg oder München, rät sie: "Macht's einfach! Es ist wirklich ganz leicht."

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 Radfahren: Fahrradkarte per Crowdsourcing
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GL 01. Aug 2012

Danke für den Hinweis. Leider zeigen meine Tests, dass auch extrem fahrradunfreundliche...

Anonymer Nutzer 01. Aug 2012

Strassenverkehr hat sehr viel mit Emotionen zu tun, anderen den Mittelfinger zu zeigen...

tangonuevo 01. Aug 2012

BBBike und OSM sind Routenplaner (auf den ersten Blick, vielleicht gibts da aber auch...

Anonymer Nutzer 01. Aug 2012

Kah Tee



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