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Treiber-Wirrwarr unter Linux

Wer die Radeon VII unter Linux verwenden möchte, kann im Prinzip direkt loslegen. Das ist in erster Linie den Arbeiten an dem immer noch vergleichsweise neuen Treiberkonzept auf Basis des Linux-Moduls AMDGPU zu verdanken. Damit der Einsatz aber tatsächlich reibungslos funktioniert, müssen einige Voraussetzungen beachtet werden.

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Die für die meisten Nutzer einfachste und auch empfehlenswerte Variante ist der Radeon Software Treiber in der aktuellen Version 18.50, den wir auf Ubuntu 18.04 mit Langzeitsupport einsetzen. Das Treiberpaket vereint freie wie auch proprietäre Bestandteile im Userspace und liefert dem Linux-Kernel eventuell noch fehlende Funktionen über DKMS hinzu. In unserem Fall läuft der freie Treiber nach der Installation und einem Neustart direkt mit der Radeon VII.

Wir entscheiden uns aber für den proprietären Treiber AMDGPU-Pro, was vor allem praktische Gründe hat, denn wir wollen neben der Grafikleistung auch die OpenCL-Leistung testen. Dafür nutzten wir den neuen PAL-Treiber. Zwar gibt es mit ROCm einen freien OpenCL-Treiber von AMD, der ist aber vor allem für die Radeon Pro gedacht. Dieser verändert ebenfalls per DKMS das Kernel-Modul AMDGPU, was einen Konflikt zum Einsatz des einheitlichen Radeon-Treibers verursacht und so eine Installation nicht erlaubt.

Blender (BMW27)Luxmark (Luxball HDR)Unigine Superposition 4KBasemark GPU (OpenGL)Basemark GPU (Vulkan)
Radeon VII73 sec (OpenCL)50.748 pts5.958 ptk4.015 ptk7.173 ptk
RX Vega 6489 sec (OpenCL)31.156 pts4.395 ptk2.945 ptk5.725 ptk
RTX 208065 sec (CUDA)29.795 pts8.045 ptk8.837 ptk(Crash)
Radeon VII unter Linux

Dieser doch recht unübersichtliche Aufbau der Treiber von AMD mit verfügbaren Paketen, die in Konflikt zueinander stehen, ist - vorsichtig ausgedrückt - unglücklich. Besser wäre es wohl, wenn AMD den ROCm-Treiber direkt in den einheitlichen Treiber integriert oder sich an der Initiative beteiligt, eine einheitliche CUDA-Alternative schaffen, die die Upstream-Entwickler der Linux-Grafiktreiber vorgeschlagen haben.

Ehrlicherweise hat AMD in der Vergangenheit aber auch darauf hingewiesen, dass der ROCm-Treiber hauptsächlich für die Radeon-Pro-Karten gedacht ist. Dieser basiert außerdem auf der HSA-Treiber-Architektur und greift im Zweifel auf Hardware-Funktionen zu, die in kleineren Grafikkarten eventuell nicht vorhanden sind. Für die Vega 64 wie für die Radeon VII trifft dies jedoch nicht zu, so dass ROCm hier eigentlich laufen sollte. Wie erwähnt nutzen wir der Einfachheit halber aber den PAL-Treiber.

Im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger, der Vega 64, schneidet die Radeon VII wie erwartet gut ab. In den meisten von uns getesteten Fällen liefert die neue Radeon VII rund 30 Prozent mehr Grafikleistung und je nach Anwendungsfall bis zu 60 Prozent mehr Compute-Leistung. Vor allem in dem Luxball-HDR-Benchmark kann AMD hier die ganze verfügbare Speicherbandbreite ausnutzen. Im Vergleich zur Geforce RTX 2080 kann die Radeon VII beim Rendern per OpenCL immerhin fast mit der CUDA-Leistung von Nvidia mithalten. Hier fällt allerdings auch die klar schlechtere OpenGL-Geschwindigkeit auf. Das könnte aber auch an den von uns ausgewählten Benchmarks und fehlenden Optimierungen seitens AMD liegen.

Upstream-Treiber brauchen noch Arbeit

Zusätzlich zu diesen genannten Treibern, die sich außerhalb der offiziellen Entwicklungszweige der Linux-Grafiktreiber befinden, arbeitet AMD auch an Treibern, die in eben diese Hauptzweige eingepflegt werden. Letztere werden typischerweise direkt mit den Linux-Distributionen ausgeliefert und die Grafikkarten sollten dann ohne Zutun der Nutzer direkt funktionieren.

Noch haben wir es in unserem kurzen Test aber nicht geschafft, die Radeon VII problemlos mit diesen Upstream-Treibern zu verwenden. Da der komplett freie Teil des vereinheitlichten Treibers aber läuft, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis noch fehlende Patches und Bug-Fixes eingepflegt werden.

Ausprobiert haben wir die Upstream-Treiber auf Ubuntu 18.10 mit eigens installierten Updates auf Mesa 18.3 und den Linux-Kernel 4.20. Hier fehlt außerdem noch die Firmware für die Vega20-Chips, die der AMD-Linux-Entwickler Alex Deucher bereitstellt. Damit lädt immerhin der Kernel-Treiber problemlos, vor allem die OpenGL-Bestandteile im Userspace verweigern hier dennoch ihren Dienst. Unter Opensuse Tumbleweed zeigt sich uns ein ähnliches Bild.

 Viel Speicher, viel EnergieVerfügbarkeit und Fazit 
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Shrimpy 20. Feb 2019

Bis jetzt hat jeder GCN von seinem "zu großen" speicher profitiert. Vega 7 hier wird es...

Mimimimimi 17. Feb 2019

Wenn du alles so toll weißt - warum fragst du dann noch hier? Dann empfehle ihn doch...

Anonymer Nutzer 12. Feb 2019

Eine wichtige Kleinigkeit ist beim Test übersehen worden. Offensichtlich hat AMD bei...

Neuro-Chef 11. Feb 2019

Oder einfach eine Distribution mit immer aktueller Software zu verwenden.

Entchen 09. Feb 2019

Also wenn man das Potential von Cb hernimmt, landet man irgendwo bei gut 200W herum, was...


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