Radeon RX 6500 XT: Diese Karte hätte es früher(TM) nie gegeben

In Zeiten irrer Grafikkarten-Preise wird ein winziger Laptop- als überteuerter Gaming-Desktop-Chip verkauft. Eine ebenso perfide wie geniale Idee.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Navi 24 als Gaming-Karte: die Radeon RX 6500 XT
Navi 24 als Gaming-Karte: die Radeon RX 6500 XT (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Die meisten Reaktionen auf AMDs neue Radeon RX 6500 XT (Test) reichen lapidar ausgedrückt von enttäuscht über spöttisch bis hin zu boshaft. Nur vergleichsweise wenige Stimmen ordnen die Grafikkarte als das ein, was sie ist: Der wahrscheinlich erfolgreiche Versuch, der Scalper ... ähm, entlang der kompletten Wertschöpfungskette, auch aus dem kleinsten Chip überproportionalen Gewinn herauszuquetschen.

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Leidtragende sind all diejenigen, die seit Monaten oder eher Jahren versuchen, eine halbwegs aktuelle Grafikkarte zu einem ansatzweise dem UVP ähnelnden Preis zu kaufen. Theoretisch kostet die Radeon RX 6500 XT nämlich 210 Euro, praktisch war sie dafür aber nur für Millisekunden verfügbar - derzeitige Angebote liegen bei weit über 300 Euro, wohlgemerkt in äußerst geringen Stückzahlen.

Ein kurzer technischer Blick auf die Radeon RX 6500 XT zeigt, dass sie weder ihren Namen verdient, noch dass sie in dieser Form als Desktop-Gaming-Ableger hätte erscheinen sollen: Der zugrunde liegende Navi-24-Chip wird mit 6 nm EUV gefertigt, er fällt mit 107 mm² winzig aus und wurde primär für das Laptop-Segment designt.

Mobile First, OEM Second

Leicht erkennbar ist das am fehlenden AV1-Decoder, den Laptop-Prozessoren wie AMDs eigene Rembrandt-APUs mitbringen, und an der schmalen PCIe-x4-Anbindung. GPUs wie der Navi 24 sind viel mehr dafür gedacht, dass System-Hersteller einen "Mit neuester dedizierter Grafik!"-Aufkleber anbringen können. Hat da jemand gerade Geforce FX 5200 gesagt? Deren miserable D3D9-Performance lässt uns bis heute schaudern ...

  • RX 6900 XT vs RX 6600 XT vs RX 6500 XT (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Radeon RX 6500 XT Fighter von Powercolor (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Radeon RX 6500 XT Fighter von Powercolor (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Radeon RX 6500 XT Fighter von Powercolor (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Radeon RX 6500 XT Fighter von Powercolor (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
RX 6900 XT vs RX 6600 XT vs RX 6500 XT (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
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Bei den Vorgänger-Modellen hat AMD die Namensgebung noch sinnvoll gestaltet: Für OEMs gab es die Radeon RX 5300, parallel dazu die Radeon RX 5500 mit 4 GByte und die Radeon RX 5500 XT mit 8 GByte. Tatsächlich gibt es mit der Radeon RX 6400 just erneut eine solche OEM-Karte, schön mit 53 Watt und ergo ohne Stromstecker.

Statt diese aber Radeon RX 6300 zu nennen und die nächstgrößere Radeon RX 6400 (XT), hat AMD sich dazu entschieden, den Navi 24 auf 2,8 GHz zu prügeln und als Gaming-Pixelbeschleuniger anzupreisen. In einem, wie Heise treffend formuliert, völlig kaputten Grafikkarten-Markt wechselt ein solches Modell dann auch ernsthaft für über 300 Euro den Besitzer, wo eigentlich unter 100 Euro wie zuletzt bei der ähnlich ausgelegten Geforce GT 1030 angemessen wären. Die hatte vor fünf Jahren bereits einen PCIe-x4-Link, wenngleich Gen3, konnte dafür aber das damals aufkommende VP9 beschleunigen.

Eine große Auswahl an Grafikkarten bei Alternate

Gekauft wird, was verfügbar ist

Die Realität ist, dass sich die Radeon RX 6500 XT verkauft und zwar ungeachtet des Preises so gut, dass das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann: PC-Spieler wollen eben lieber PC-Spiele am PC spielen, statt sich eine billigere Xbox Series X/S zu holen; Controller gibt's auf Wunsch ja optional. Laut Jon Peddie Research sind im dritten Quartal 2021 die Verkäufe von dedizierten Grafikkarten im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent gestiegen; inklusive Laptop- und integrierter Grafik immerhin noch um 12 Prozent.

Leider sind es allerhöchstwahrscheinlich nicht die Gaming-Systeme, die für diese Preise und Zuwächse verantwortlich sind. AMD und Nvidia haben im dritten Quartal 2021 jeweils über 40 Prozent (!) mehr Umsatz mit GPUs gemacht als im Vorjahr, allerdings dürften die meisten davon in Ethereum-Mining-Farmen gelandet sein.

Immerhin: Dafür taugt die Radeon RX 6500 XT nicht, irgendwoher müssen die Wafer für die Navi-24-Chips aber dennoch kommen. Und die paar, die es dafür gibt, lässt sich AMD sicherlich gerne vergolden. Früher™ hätte es eine solche Grafikkarte nie gegeben.

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KiznaLion 02. Feb 2022

Der vergleich hinkt. Die 6500 XT ist beher ein halber Rettungsring. und das ist auch...

KiznaLion 02. Feb 2022

Du vergisst das grö0te Problem mit Stadia: Es ist von Google. Wenn ein Google Produkt...

KiznaLion 02. Feb 2022

Hahaha, der war gut <.< Wenn ich mir hier den Rechner mti Ryzen APU ansehe und die...

thecrew 26. Jan 2022

nö, das ist Irrglaube.. Die Miningkarten laufen normalerweise undervoltet. Verballern...



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