Rabbit R1: KI-Gadget für 200 USD ist offenbar nur eine App

Das KI-Handheld Rabbit R1 ist offenbar nichts weiter als eine Android-App, die auf einer angepassten Version von AOSP auf extra dafür erstellter Hardware läuft. Android Authority(öffnet im neuen Fenster) hat die komplette Benutzeroberfläche als APK-Datei von einer anonymen Quelle zugespielt bekommen und auf einem Pixel 6a installieren können.
Die App entspricht der Benutzeroberfläche des Rabbit R1. Der Volume-up-Knopf des Smartphones übernimmt die Funktion des Eingabe-Buttons des Handhelds und erlaubte es Android Authority, die Einrichtung abzuschließen. Anschließend konnten die Journalisten mit dem Knopf den Sprachassistenten starten und Anfragen stellen.
Nicht ausprobiert hat Android Authority die KI-Abfrage über Bilderkennung oder die Spotify-Integration. Diese würden spezielle Berechtigungen auf Systemlevel erfordern, die offenbar nur über eine tiefere Systemintegration wie auf dem Rabbit R1 selbst möglich sind. Laut Android Authority konnten nur einige der Berechtigungen gewährt werden.
Rabbit-CEO kann Vorwurf nicht entkräften
Nachdem Android Authority seinen Bericht veröffentlicht hatte, meldete sich der Gründer und CEO von Rabbit, Jesse Lyu, zu Wort. Er widerspricht der Darstellung, dass es sich beim Rabbit R1 nur um eine App handele. Lyu zufolge sind "einige inoffizielle Rabbit-OS-Apps und -Webseiten-Emulatoren" im Umlauf.
Rabbit OS und das Large Action Model (LAM), über das die bislang vier unterstützten Apps gesteuert werden, laufen Lyu zufolge in der Cloud, was Android Authority nicht bestritten hatte. Darunter laufe ein "sehr angepasstes AOSP mit Lower-Level-Berechtigungen" – das widerspräche dem Umstand, dass die gesamten Funktionen des Rabbit R1 in einer App gebündelt sind, ebenfalls nicht.
Das Rabbit R1 schnitt in den ersten Tests nicht gut ab. Zwar verarbeite das Gerät schneller Anfragen als etwa Humanes AI Pin, Youtuber wie Marques Brownlee(öffnet im neuen Fenster) oder Dave Lee(öffnet im neuen Fenster) halten das Gerät aber dennoch für nicht ausgereift genug. In Brownlees Test des Rabbit R1 erwischte dieser das Gerät zudem offenbar bei einer Lüge(öffnet im neuen Fenster) , was die Standortbestimmung betrifft. Das Rabbit R1 kostet 200 US-Dollar und erfordert eine eigene SIM-Karte.