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Rabatte mit der Nocard: Widerstand gegen Kundenkarten in Österreich

In Österreich formiert sich offenbar Widerstand gegen das Sammeln von Daten mit Hilfe von Kundenkarten. Dort soll sich die Nocard verbreiten, die vor allem für Rewe ein Problem ist. Sie verwendet einen zufällig generierten Code, um "Schokolade billiger" machen und die "Datenbank füllen" zu können.
/ Andreas Sebayang
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Nocard wehrt sich gegen Rabatte durch Datenauswertung. (Bild: Nocard/Screenshot: Golem.de)
Nocard wehrt sich gegen Rabatte durch Datenauswertung. Bild: Nocard/Screenshot: Golem.de

Wie in Deutschland verwendet auch in Österreich der Handel Kundenkarten, um Treuerabatte auszugeben und Daten zu sammeln. Gegen dieses Vorgehen regt sich in Österreich nun Widerstand in Form der sogenannten Nocard(öffnet im neuen Fenster). Laut dem Twitter-Kanal(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich dabei um einen "Kundenkarten-Generator gegen Datenkraken in Österreich", der "für mehr Einheitsbrei in Österreichs Kundenprofildatenbanken!" sorgt. Damit sollte eigentlich niemand einkaufen können, es geht allerdings wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen der Supermärkte doch.

Noch folgen dem Projekt auf Twitter nur wenige Nutzer, doch allein der Bericht der Zeitung Standard(öffnet im neuen Fenster) dürfte für einige Aufmerksamkeit in Österreich sorgen. Dabei macht Nocard nichts Besonderes. Es wird nur ein gültiger Barcode erzeugt. Bei jedem Neuladen der Generierung erscheint in der hinteren Ziffernfolge ein neuer Code. Der Kartengenerator erzeugt Kundennummern für Bipa, Billa und Merkur. Die Märkte gehören allesamt zur Rewe-Gruppe.

Nutzung der Nocard ist strafbar

Während die Generierung der Karte nichts Schlimmes ist – es werden offensichtlich keine technischen Sicherheitsmechanismen umgangen -, ist die Verwendung der Karte verboten. Laut Standard begeht der Nocard-Nutzer Betrug, da er sich unberechtigt bereichert. Er bekommt Rabatte, obwohl er nicht für das Kundenprogramm angemeldet wurde.

Der Standard erfuhr allerdings zumindest von Billa, dass der Supermarkt nicht plant, seine Kunden anzuzeigen. Er will nur darauf hinweisen, dass die Nutzung verboten ist. Merkur hingegen erlaubt keine Kundenkarten mehr von Drittanbieter-Apps, die etwa Kundenkarten bündeln. Begründet wird dies auf der Merkur-Facebook-Seite mit Sicherheitsbedenken(öffnet im neuen Fenster): Wer eine Kundenkarte mit Zufallscode einsetzt, könnte offenbar unter Umständen Rabatte anderer Kunden in Anspruch nehmen. Andererseits könnten sich auch die Treuepunkte anderer Kunden plötzlich vermehren.

Damit hat Nocard nur wenige Tage nach dem Start bereits deutliche Reaktionen zweier Rewe-Töchter provoziert. Die Motivation hinter der Nocard ist es aber nicht, Guthaben anderer Kunden zu verbrauchen. Die Macher wehren sich gegen die Datensammelei. Außerdem gehe es darum, "Kinderschokolade günstiger zu bekommen", zitiert Der Standard einen nicht namentlich genannten Sprecher. Im Interesse der Märkte ist das natürlich nicht, erkaufen sie sich doch Daten zum Einkaufsverhalten mit der Weitergabe von Rabatten, die nur diesen Teilnehmern ausgegeben werden. Die Rabatte sind zum Teil sehr hoch. Der Standard berichtet von Rabatten bis zu 50 Prozent.

Auch in Deutschland möglich

Die Verwendung einer Nocard ist prinzipiell auch in Deutschland möglich, auch wenn die Nocard als österreichisches Projekt keine Kundenkarten für hiesige Märkte erstellt. Das liegt daran, dass hier ebenfalls zahlreiche Kundenkarten nichts weiter als Plastikkarten mit einem einfach aufgebauten Barcode sind. Vernünftige Sicherheitsmechanismen sind gar nicht möglich, solange nicht parallel eine Identifizierung per Ausweis verlangt wird. Es gibt allerdings auch bessere Kundenkarten, die etwa mit Magnetstreifen arbeiten oder eine Smartcard sind.


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