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R-Mode: Alternative zur Satelliten-Navigation vom Boden aus

Probleme mit GPS -Signalen können zu schwerwiegenden Unfällen in der Luft- und Schifffahrt führen. Deswegen soll eine bodengestützte Alternative verbessert werden.
/ Patrick Klapetz
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Illustration zu dem alternativen GPS-System (Bild: DLR)
Illustration zu dem alternativen GPS-System Bild: DLR

Satellitennavigation wie GPS und Galileo sind nicht immer zuverlässig. Deswegen wird seit mehreren Jahren im Ostseeraum das landbasierte Funknavigationssystem Ranging-Mode (R-Mode) getestet. Unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR soll dieses nun mit dem Air-Mopsy-Projekt(öffnet im neuen Fenster) verbessert werden.

Denn der Luft- und Schiffsverkehr ist auf zuverlässige Navigationsdienste aus dem Weltraum angewiesen. Jedoch können Sonnenstürme und Störsenderangriffe wie etwa beim GPS-Jamming die Zuverlässigkeit der Satellitennavigation stark beeinträchtigen. Besonders bei Flügen über Konfliktgebieten im Nahen Osten, aber auch über sicheren osteuropäischen Ländern wie Polen, sind solche Jamming-Angriffe an der Tagesordnung(öffnet im neuen Fenster) . Das kann zu ernsthaften Konsequenzen und in extremen Fällen sogar zu Unfällen führen.

Beim Mittelwellen-R-Mode-Ansatz wird laut dem DLR ein Netz von bestehenden Sendern der maritimen Administrationen im Ostseeraum seit 2016 modifiziert, um sie für die Positionsbestimmung nutzbar zu machen. Atmosphärische Vorgänge in der oberen Atmosphäre und unteren Ionosphäre sind dabei jedoch ein Problem. Sie können die Genauigkeit des R-Mode-Verfahrens tageszeitabhängig verringern.

MR-Mode: Verbesserung durchs Air-Mopsy-Projekt

Deswegen wurde das Projekt Air-Mopsy-Projekt (Atmospheric Impact on the R-Mode Positioning System) am 30. Juni 2025 gestartet. Damit soll die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des R-Mode-Systems überwunden werden.

"Das Potenzial der R-Mode-Technologie als alternatives terrestrisches Navigationssystem zu GPS und Galileo hat für die Schifffahrt in den letzten acht Jahren seine Eignung erfolgreich bewiesen" , teilte Anke Kaysser-Pyzalla, Vorsitzende des DLR-Vorstands, mit.

Die Forschungsgruppe wird zunächst das bestehende Netzwerk von R-Mode-Messstationen erweitern. Messungen sollen durchgeführt werden, um Rückschlüsse auf den Zustand der unteren Ionosphäre, den Zustand der Atmosphäre und die Genauigkeit des R-Mode-Signals zu ziehen.

Während des Projekts soll zudem erstmals ein Modell der unteren Ionosphäre entwickelt werden, bei dem sowohl die geomagnetischen als auch atmosphärischen Einflüsse berücksichtigt werden.


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