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Büroraum von Yelp
Büroraum von Yelp (Bild: Spencer Platt/Getty Images)

Verlierer sind die aktiven Anwender

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Der von Yelp gewählte Prozess zeigt genau, wieso Produktübernahmen im Social-Web-Segment so schwierig und selten sind: Verlierer sind immer die aktiven Anwender. Nicht nur für Qype-User bringt die Entwicklung Unannehmlichkeiten, sondern auch für Gewerbetreibende und Gastronomen. Diese berichten im Yelp-Forum, dass ihnen seit dem Umzug der Inhalte von Qype zu Yelp Bewertungen verloren gegangen seien. Yelp nutzt die Gelegenheit augenscheinlich, um ein wenig aufzuräumen. Grundsätzlich kann dies zwar der Qualität der Empfehlungen dienlich sein, steigert aber das Unzufriedenheitspotenzial im Zusammenhang mit der Übernahme.

Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher wollte die Vorgehensweise von Yelp nicht kommentieren. Vom Yelp-Presseteam gab es bisher keine Antwort auf die Frage, wieso man einen für Qype-Anwender umständlichen Migrationsprozess gewählt hat. Vermutlich sind Datenschutzaspekte sowie strukturelle Unterschiede zwischen den zwei Plattformen dafür verantwortlich. Wie viele der mehr als eine Million Qype-Mitglieder, die das Unternehmen Anfang 2011 als Meilenstein verkündete, heute noch als aktiv gelten, ist nicht bekannt. Yelp nimmt mit dem gewählten Migrationsprozess in Kauf, inaktive Qype-Konten oder solche Anwender, die beim manuellen Umzug aus prinzipiellen Gründen oder Bequemlichkeit nicht mitziehen, zu verlieren. Das deutet sowohl auf eine vergleichsweise geringe Zahl aktiver User als auch darauf hin, dass es Yelp bei der 50-Millionen-Euro-Einverleibung von Qype maßgeblich um die existierenden Inhalte ging. Die absehbaren Komplikationen bei der reibungslosen Integration dürften ein Grund für den von einigen als zu niedrig wahrgenommenen Kaufpreis gewesen sein.

LinkedIn und Xing hätten ähnliche Probleme

Der gewählte Weg mag sich für eine vergleichsweise kleine zu integrierende Plattform wie Qype trotz der Unzulänglichkeiten als beste und einfachste Lösung erweisen. Er verdeutlicht aber die Herausforderungen eines Fusionsvorgangs bei Plattformen, die auf nutzergenerierten Inhalten basieren, und lässt erahnen, welches Chaos ein Verkauf von StudiVZ an Facebook nach sich gezogen hätte. Auch eine immer mal wieder gerüchteweise ins Gespräch gebrachte Akquise von Xing durch LinkedIn erscheint in diesem Lichte kaum realisierbar. Strategisch wäre ein solcher Schritt klug, Xing steht LinkedIn im deutschsprachigen Raum klar im Wege. Doch käme es dazu und würde LinkedIn dann die oft leidenschaftlichen Xing-Mitglieder auffordern, sich eigenhändig ein LinkedIn-Konto zuzulegen und ihre vertraute Umgebung zu verlassen, wäre die Hölle los. Von offenen Fragen zur Mitnahme des Kontaktnetzwerkes ganz zu schweigen.

Übernahmen lebendiger sozialer Netzwerke und Communitys durch Wettbewerber klingen auf dem Papier gut und logisch. In der Praxis aber kommen sie einer Operation am offenen Herzen gleich. Am ehesten laufen solche Versuche darauf hinaus, ein paar Nutzerinhalte zu erhaschen und den Konkurrenten aus dem Weg zu räumen - Kollateralschaden inbegriffen. Deshalb werden sie auch in Zukunft eine Seltenheit bleiben.

 Qype und Yelp: Verschmelzungen von Social-Web-Diensten sind schwierig

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braco86 24. Nov 2013

Anfangs dachte ich, "haja warum denn nicht verschmelzen" yelp war ja schon immer ein...

schattenklinge 22. Okt 2013

ich habe dieses Qype als App oft im Ausland genutzt, um Restaurants und Bars zu finden...



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