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Quiet Comfort Kopfhörer 2 im Praxistest: Boses neuer Kopfhörer überzeugt - bis die Schwächen kommen

Der neue Quiet Comfort Kopfhörer 2 von Bose hinterlässt einen vorzüglichen ersten Eindruck. Aber: Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto mehr negative Eigenschaften nerven.
/ Ingo Pakalski
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Der Quiet Comfort Kopfhörer 2 kann im Praxistest nur bedingt überzeugen. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Der Quiet Comfort Kopfhörer 2 kann im Praxistest nur bedingt überzeugen. Bild: Martin Wolf/Golem
Inhalt
  1. Quiet Comfort Kopfhörer 2 im Praxistest: Boses neuer Kopfhörer überzeugt - bis die Schwächen kommen
  2. Boses neuer Kopfhörer klingt gut
  3. Bose-Kopfhörer ohne HD-Codec und ohne Auracast
  4. Quiet Comfort Kopfhörer 2 – Verfügbarkeit und Fazit

Wir haben Boses Nachfolger des Quiet Comfort Kopfhörers getestet, und die ersten Eindrücke haben zunächst Begeisterung ausgelöst. Der Kopfhörer sitzt bequem, klingt gut, die ANC-Leistung gehört zum Spitzenfeld, die Sprachqualität in Telefonaten ist sogar in lauten Umgebungen gut, und der Transparenzmodus überzeugt in Innenräumen. Besonders genial: Active Sense ist beim Transparenzmodus dabei, das gab es bisher nur beim Ultra-Modell der Bose-Kopfhörer.

Active Sense reduziert bei aktivem Transparenzmodus laute Geräusche wie von einer Feuerwehrsirene oder an einer Baustelle und schont damit die Ohren. Wir merken deutlich, wie laute Signalspitzen im Transparenzmodus reduziert werden, können aber weiterhin alles in der Umgebung wahrnehmen. Diese enorm praktische Funktion vermissen wir bei jedem Nicht-Bose-Kopfhörer.

Sobald wir uns aber intensiver mit dem neuen Quiet Comfort Kopfhörer 2 beschäftigen, stoßen wir auf typische Bose-Krankheiten: eine sehr starke Windempfindlichkeit, Bluetoothprobleme und eine unzuverlässige App. Im Vergleich zur Konkurrenz fehlen zu viele mittlerweile übliche Komfortfunktionen. Beim Test ließen wir die Bose-Neuvorstellung vornehmlich gegen Sonys WH-1000XM6 antreten, für uns derzeit mit der beste ANC-Kopfhörer am Markt.

Quiet Comfort Kopfhörer 2 bietet vorzügliche ANC-Leistung

Bose konnte die ANC-Leistung beim neuen Modell nach oben schrauben und erreicht das hohe Niveau der Sony-Spitzenklasse, die ebenfalls kein Grundrauschen kennt. Jeder Krach draußen wird sehr effektiv leiser gestellt. Bose und Sony können dabei sogar Stimmengeräusche so weit unterdrücken, dass wir beide Kopfhörer auch verwenden können, wenn wir uns besser konzentrieren oder eine möglichst stille Umgebung haben wollen. Das schaffen viele andere Konkurrenzprodukte nicht.

Beim neuen Quiet Comfort Kopfhörer 2 hat Bose etwas gegen Windgeräusche getan, allerdings gibt es bei etwas stärkerem Wind immer noch Pfeifgeräusche. Wie beim Vorgängermodell findet sich sehr versteckt die Option, einen eigenen ANC-Modus anzulegen, in dem eine Windreduzierung dazugeschaltet werden kann.

ANC-Modus mit effektiver Windreduzierung gut versteckt

Unverändert müssen Kunden das alles selbst herausfinden. Die Windreduzierung übertrifft sogar die bereits vorzügliche Windunterdrückungstechnik des WH-1000XM6, so dass wir im ANC-Betrieb draußen auch bei stürmischem Wetter keine Pfeifgeräusche mehr hören.

Der Preis dafür ist wie beim Vorgängermodell eine verringerte ANC-Leistung. In den meisten Situationen wird die ANC-Leistung wohl ausreichen, aber zum Beispiel beim Podcasthören bekommen wir deutlich mehr von den Geräuschen in Zügen oder Bussen mit. Die Bose-Umsetzung hat den Nachteil, dass wir uns entscheiden müssen: maximale ANC-Leistung und mehr Pfeifgeräusche, oder deutlich weniger Pfeifgeräusche und eine geringere ANC-Leistung. Bei Sony ist das nicht nötig.

Zwar können wir die Belegung der ANC-Taste am Bose-Kopfhörer umfangreich anpassen, aber wenn wir dann neben zwei ANC-Modi noch den Transparenzmodus auf die Taste legen, ist kein direkter ANC-Transparenz-Wechsel mehr möglich, wie es bei der Sony-Konkurrenz der Fall ist.

Die Umschaltung der Modi wird angesagt, allerdings nur noch auf Englisch. Anfang des Jahres entfernte Bose unter anderem deutsche Ansagen bei verkauften Kopfhörern, auch Neuvorstellungen erhalten sie nicht mehr.

Transparenzmodus des Bose-Kopfhörers ist extrem windempfindlich

Wie bei vorherigen Bose-Kopfhörern klingt der Transparenzmodus beim neuen Modell angenehm natürlich. Nur selten werden Umgebungsgeräusche unnötigerweise mit verstärkt. Draußen ist der Transparenzmodus aber im Grunde weiterhin unbenutzbar, weil bereits ein leichter Windhauch genügt und schon pfeift es im Ohr.

Dabei schneidet das neue Modell so schlecht ab wie der alte Quiet Comfort 45: Laufen wir bei verschlossenen Fenstern innen herum, führt der Laufwind bereits zu Pfeifgeräuschen. Wenn es draußen windet, wird es unerträglich, Musikhören macht so keine Freude mehr. Auch kein Ruhmesblatt: Der Bose-Transparenzmodus besitzt ein Grundrauschen, das immerhin nicht mehr stört, sobald damit Musik oder etwas anderes gehört wird. An den rauschfreien Transparenzmodus der Sony-Konkurrenz kommt Bose allerdings nicht heran.

Bei der Klangqualität kann der Bose-Kopfhörer überzeugen.


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