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Quiet Comfort Earbuds II im Test: Bose macht Apples neue Airpods Pro platt

Bose deklassiert die Airpods Pro 2 : Die Quiet Comfort Earbuds II liefern die höchste ANC -Leistung, auch Klang und Steuerung sind toll. Bleibt nur ein Nachteil.
/ Ingo Pakalski
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Boses Quiet Comfort Earbuds II im Test (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
Boses Quiet Comfort Earbuds II im Test Bild: Nina Völkel/Golem.de

Bisher war es quasi ein Gesetz, dass Bluetooth-Hörstöpsel mit Active Noise Cancellation (ANC) immer deutlich weniger Leistung bei der Geräuschunterdrückung schaffen als große Over-Ear-Kopfhörer mit ANC. Das ändert sich das erste Mal mit den neuen Bose-Stöpseln Quiet Comfort Earbuds II .

Für unseren Test haben wir die Quiet Comfort Earbuds II vor allem mit dem Vorgängermodell verglichen, den Quiet Comfort Earbuds (g+) , und den Airpods Pro 2 von Apple - die bisherige Referenz. Mit den Airpods Pro der ersten Generation (g+) hat Apple seinerzeit Maßstäbe gesetzt, die zum Teil bis heute Bestand haben.

Die neuen Bose-Stöpsel sind angenehmerweise viel kleiner als die sehr klobigen Quiet Comfort Earbuds, die besonders gewaltig im Ohr aussehen und weit aus diesem herausragen. Die neuen Bose-Stöpsel werden nicht mehr so stark ins Ohr eingedreht wie beim Vorgängermodell, sondern eher ins Ohr gehängt. Bose greift hier also das Tragesystem der Airpods Pro auf.

Quiet Comfort Earbuds II sitzen fantastisch im Ohr

Dabei sitzen die Bose-Stöpsel sicher im Ohr und fühlen sich ausgesprochen angenehm an. Einen vergleichbaren Tragekomfort kennen wir sonst vor allem von den Airpods Pro, was diese auf dem Markt der Bluetooth-Hörstöpsel auch so außergewöhnlich macht. Die Bose-Stöpsel lassen sich mehrere Stunden tragen, ohne dass es im Ohr unangenehm wird.

Sie sind dabei erfreulicherweise auch mützentauglich. Denn die Stöpsel werden nicht schmerzhaft ins Ohr gedrückt und wir hören kaum störende Schab- und Kratzgeräusche, wenn wir den Kopf bewegen. Beides ist bei vielen Konkurrenzmodellen ein großes Problem. Die Stöpsel sind nach dem Schutzstandard IPX4 gegen Spritzwasser geschützt.

Den Quiet Comfort Earbuds II liegen drei unterschiedlich große Kunststoffaufsätze bei, damit sie in jedem Ohr passen. Außerdem gibt es für eine zusätzliche Fixierung Stabilitätsbänder in drei Größen. Die mitgelieferte App hilft dabei, die passende Größe zu finden.

Bose liefert die mit Abstand höchste ANC-Leistung

Die Technik Active Noise Cancellation (ANC) dient dazu, störende Umgebungsgeräusche zu verringern. Der primäre Einsatzzweck ist auf Flugreisen, aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Spazieren an einer viel befahrenen Straße kann ANC Störgeräusche verringern. Wir haben wie üblich getestet, wie stark die Stöpsel Störgeräusche dämmen, ohne dass wir dabei Musik hören.

Dabei zeigte sich Erstaunliches: Wir haben die neuen Bose-Stöpsel mit dem Vorgängermodell, mit den Airpods Pro 2, mit den Freebuds Pro 2 von Huawei und mit den Momentum True Wireless 3 von Sennheiser (g+) verglichen, die allesamt eine sehr hohe ANC-Leistung für Bluetooth-Hörstöpsel liefern. Aber die gesamte Konkurrenz musste sich überdeutlich den Quiet Comfort Earbuds II geschlagen geben. Keiner hat auch nur annähernd für so viel Stille gesorgt wie die neuen Bose-Stöpsel.

ANC-Leistung auf dem Niveau der besten ANC-Kopfhörer

Vor allem in Flugzeugen ist vom üblichen Lärmpegel kaum mehr etwas wahrnehmbar. Aber auch laute Baustellen oder die Fahrgeräusche in öffentlichen Verkehrsmitteln werden erheblich reduziert. Wir haben die Quiet Comfort Earbuds II deswegen auch gegen zwei Over-Ear-Kopfhörer, die beiden Sony-Topmodelle WH-1000XM4 (g+) und WH-1000XM5 antreten lassen. Beide liefern aktuell mit die höchste ANC-Leistung in diesem Segment. Dabei haben die Bose-Stöpsel die Flugzeuggeräusche so leise bekommen wie die großen Kopfhörer. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln wird es damit deutlich leiser. Bei Stimmen und ähnlichen Geräuschen sind die großen Over-Ear-Kopfhörer durch die Ohrmuschel-Abdämmung im Vorteil gegenüber den Bose-Stöpseln. Das fällt aber nur auf, wenn dabei keine Musik gehört wird.

Wenn die Bose-Stöpsel in einer lauten Umgebung aufgesetzt werden, ist die ANC-Leistung besonders deutlich zu merken. In der ersten Sekunde wird die optimale ANC-Leistung ermittelt, für einen kleinen Moment ist der Krach noch zu hören, bevor er dann sofort verschwindet. Dabei fühlt es sich so an, als ob der gesamte Krach der Umgebung von den Quiet Comfort Earbuds II quasi aufgesaugt wird. Bis wir die Musik eingeschaltet haben, ist es schon still um uns herum.

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Dabei agiert die Geräuschreduzierung nicht absolut rauschfrei, aber sobald aus dem Bose Klänge ertönen, ist das sehr leise Rauschen nicht mehr wahrnehmbar - auch nicht bei Podcasts oder Hörbüchern. In Anbetracht der unfassbar hohen ANC-Leistung können wir das leichte Rauschen verkraften.

Quiet Comfort Earbuds II sind nicht windempfindlich

ANC-Technik macht Geräte anfällig für Wind: Sobald es draußen etwas windiger ist, können sich stark pfeifende Geräusche in den Stöpseln entwickeln. Die Quiet Comfort Earbuds der ersten Generation sind dafür ein besonders unrühmliches Beispiel: Bereits ein seichter Windhauch lässt es in den Stöpsel laut pfeifen. Auch bei den Bose-Kopfhörern Quiet Comfort 45 (g+) und Noise Cancelling Headphones 700 hat der Hersteller keine Maßnahmen dagegen ergriffen.

Die Quiet Comfort Earbuds II sind erfreulicherweise die ersten ANC-Produkte von Bose, die nicht mehr so stark windempfindlich sind. Wir können damit also auch draußen ohne pfeifende Störgeräusche Musik hören, sofern es nicht zu doll windet. Bei starkem Wind pfeift es weiterhin. Anders als etwa bei den Airpods Pro 2 funktioniert die Windreduzierung der Bose-Stöpsel im ANC-, aber nicht im Transparenzmodus.

Bose hat Transparenzmodus mit Sonderfunktion

Wie bei vielen ANC-Geräten üblich, haben die Quiet Comfort Earbuds II einen Transparenzmodus, um gezielt die Umgebungsgeräusche in die Stöpsel zu leiten. Dieser klingt absolut natürlich. Wenn wir die Stöpsel bei aktiviertem Transparenzmodus ein- oder absetzen, ist kein Unterschied zu bemerken. Allerdings lassen sich die Bose-Stöpsel draußen im Transparenzmodus nur eingeschränkt verwenden, wegen der besagten Pfeifgeräusche.

Dem Transparenzbetrieb hat Bose eine Sonderfunktion mit der Bezeichnung Active Sense verpasst. Diese soll laute Geräusche wie etwa von einer Feuerwehr oder an einer Baustelle reduzieren und so das Ohr schonen.

Eine solche Technik will Apple auch in die Airpods Pro 2 eingebaut haben. Im Test zeigte die Einstellung aber keinen hörbaren Unterschied. Das ist bei den Bose-Stöpseln viel besser: Es ist deutlich zu merken, wie nur besonders laute Geräusche reduziert werden und Sirenengeräusche nur leise zu hören sind. Eine sehr angenehme Funktion, die es eigentlich für alle Kopfhörer mit Transparenzfunktion geben sollte.

Bose will auch den Klang der Quiet Comfort Earbuds II im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich aufgewertet haben - und das haben sie tatsächlich!

Quiet Comfort Earbuds II liefern einen tollen Klang

Die Quiet Comfort Earbuds II gehören zu den ANC-Geräten, die das Klangbild bei Aktivierung der ANC-Technik nicht verändern - das ist sehr positiv und keinesfalls selbstverständlich. Wir haben die Quiet Comfort Earbuds II hier mit dem Vorgängermodell und den Airpods Pro 2 verglichen.

Die neuen Bose-Stöpsel liefern einen deutlich besseren Klang als das Vorgängermodell, mit deutlich mehr Details und mit einer weiten Klangbühne und ausgeprägten Höhen, die für eine gute Verständlichkeit von Gesang sorgen. Dabei sind Höhen, Mitten und der intensive Tiefbass sehr gut abgestimmt. Das Klangbild der Quiet Comfort Earbuds II ist im Vergleich viel dynamischer und liefert eine bessere Räumlichkeit.

Auch die Airpods Pro 2 lässt Bose hinter sich, der Vorsprung fällt aber deutlich geringer aus als beim Bose-Vorgängermodell. Die Bose-Stöpsel spielen noch etwas druckvoller und reizen den intensiven Tiefbass aus. Die ausgeprägten Höhen sorgen für eine bessere Klarheit als bei den Apple-Stöpseln. Dennoch agieren beide Produkte bei der Klangqualität auf einem ähnlich guten Niveau.

Bose-Stöpsel nur mit leichtem Schritthall

Anders als beim Vorgängermodell hat Bose diesmal auch etwas gegen Schritthall unternommen. Wenn die Aufsätze stark abdichten, erzeugt das einen Druck im Ohr, der zu Schritthall führt. Dieser ist bei den Quiet Comfort Earbuds besonders ausgeprägt und stört beim Musikhören. Apple hat mit den ersten Airpods Pro (g+) als erster Hersteller eine Technik in Hörstöpsel integriert, um dies zu verhindern. Das spezielle Belüftungssystem löst das leidige Problem und kommt auch in den Airpods Pro 2 zum Einsatz.

Mit den Quiet Comfort Earbuds II hat Bose den Schritthall zwar nicht komplett beseitigt, aber immerhin deutlich verringert. Er ist ungefähr so leicht zu hören wie bei Sonys Link Buds S - in jedem Fall eine große Verbesserung zum Vorgängermodell.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten drinnen

Bei Telefonaten hat Bose für die Quiet Comfort Earbuds II eine bessere Sprachverständlichkeit vor allem draußen versprochen. Das haben sie nicht ganz eingelöst. Die neuen Bose-Stöpsel liefern drinnen und draußen eine gute Sprachqualität, Umgebungsgeräusche sind aber weiterhin deutlich als Störgeräusche in einem Telefonat zu bemerken - für die andere Seite. Man sollte beim Telefonieren also keine Dinge erledigen, die Krach machen, das ist für die Gegenseite entsprechend laut zu hören.

Wenn wir draußen telefonieren und an einer Straße entlanglaufen, ist das auch beim neuen Modell noch immer als lautes Störgeräusch wahrzunehmen. Fährt ein Bus vorbei, sind wir kaum mehr zu verstehen. Die vorbildliche Reduzierung von Umgebungsgeräuschen der großen Bose-Kopfhörer gibt es für die Stöpsel also weiterhin nicht.

Telefonieren wir mit den Quiet Comfort Earbuds II, sind Windgeräusche für die andere Seite als Pfeifgeräusche zu hören - immerhin etwas weniger laut als beim Vorgängermodell. Damit liegt die Telefonleistung der Bose-Stöpsel dennoch auf einem guten Niveau, die Airpods Pro 2 schneiden hier aber besser ab, weil es keine Windgeräusche gibt und Umgebungslärm für unsere Gesprächspartner weniger laut zu hören ist.

Bose gehört zu den vielen Herstellern, die nicht daran denken, dass es bei einem Telefonat nötig sein kann, das Mikrofon auszuschalten. Dafür gibt es bei den Quiet Comfort Earbuds II keinen Befehl. Abgesehen von diesem Nachteil ist die Steuerung der Quiet Comfort Earbuds II gelungen.

Quiet Comfort Earbuds II mit gelungener Sensorsteuerung

Bose nutzt bei den Quiet Comfort Earbuds II eine Sensorsteuerung - wie beim Vorgängermodell. Allerdings wurde sie anders implementiert, die gesamte Steuerung ist viel angenehmer und erfreulicherweise wenig fehleranfällig. Aufgrund der Bauform der Stöpsel berühren wir nicht versehentlich den Sensorbereich und das ist wichtig.

Denn bereits mit einem einfachen Tippen wird die Musikwiedergabe gesteuert und auch Anrufe werden so angenommen. Mit einem zweifachen Tippen wird ein Lied vorgesprungen und mit einem dreifachen Tippen können wir ein Lied zurückspringen. Durch Wischen über die Stöpsel können wir die Lautstärke verändern.

Halten wir den Finger länger auf die Sensorfläche, schalten wir zwischen ANC- und Transparenzbetrieb um. Das gelingt alles gut, Gesten werden nur selten falsch erkannt. Das ist sonst ein häufiges Problem, wenn zu viele Befehle auf dem Sensorfeld liegen.

Praktischerweise wird die Sensorfläche abgeschaltet, sobald der entsprechende Stöpsel aus dem Ohr genommen wurde. Dadurch wird wirksam verhindert, dass ungewollt Befehle ausgeführt werden, indem die Sensorfläche berührt wird.

Lediglich die Auflegegeste kann geändert werden, dann wird darüber ein digitaler Assistent aktiviert. Da sich diese Geste je nach Seite anders belegen lässt, stehen beide Funktionen bereit. Die Sensorflächen lassen sich mit normalen Handschuhen nicht bedienen, in der kalten Jahreszeit ist die Steuerung also mitunter eingeschränkt.

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Wenn wir den Transparenzmodus am Stöpsel aktivieren, wird die Musik weder angehalten noch wird die Lautstärke verringert. Andere Hersteller sind hier einfallsreicher und bieten entsprechend mehr Komfort. Bei Bedarf wird der jeweilige Modus auf Wunsch in deutscher Sprache angesagt, wenn er aktiviert wird. Ein klarer Vorteil gegenüber den Airpods Pro 2, die keine Sprachansagen kennen.

Vorbildliche Ohrerkennung der Quiet Comfort Earbuds II

Überzeugend arbeitet die Ohrerkennung der Quiet Comfort Earbuds II. Sobald einer oder beide Stöpsel aus dem Ohr genommen werden, unterbricht die Musikwiedergabe. Sie wird fortgesetzt, wenn wieder beide Stöpsel im Ohr stecken. Diese Funktion kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Dabei können wir die Stöpsel auch mehrere Minuten aus dem Ohr nehmen - die Musikwiedergabe setzt trotzdem ein, wenn die Stöpsel wieder im Ohr sitzen. Bei manch anderem Hersteller dürfen die Stöpsel nur wenige Minuten aus dem Ohr genommen werden - das macht die Funktion dann so gut wie wertlos.

Die Hörstöpsel von Bose bieten Bluetooth 5.3 und unterstützen die Codecs SBC sowie AAC. LDAC oder ein anderer Codec mit besserer Qualität ist nicht vorhanden. Bei Bedarf kann mit einem Firmware-Update vom Februar 2023 auch nur einer der beiden Stöpsel verwendet werden. Wie viele Konkurrenzprodukte, unter anderem die Airpods Pro 1 und 2, erlauben auch die Quiet Comfort Earbuds II keine zwei parallelen Bluetooth-Verbindungen. Wenn wir zwischen Geräten wechseln wollen, müssen wir das manuell machen. Huawei und Jabra gehören zu den wenigen Herstellern, die Bluetooth-Multipoint bieten.

Im Laufe des Tests kam es gelegentlich zu sonderbaren Begebenheiten. Nachdem wir die Bose-Stöpsel mit dem Smartphone verbunden und dann Musik abgespielt haben, fehlten für einige Sekunden alle Höhen. Danach gab es dann den normalen Klang. Ein weiteres Phänomen betrifft die Lautstärke: Es kam vor, dass wir die Bose-Stöpsel nicht so laut stellen konnten wie sonst. Wenn das passierte, mussten wir die Bluetooth-Verbindung trennen und die Stöpsel erneut verbinden, um den Fehler zu beheben. Hier sollte Bose mit einem Firmware-Update für Abhilfe sorgen.

Der größte Kritikpunkt an den Quiet Comfort Earbuds II ist die App, die dringend besser werden muss.

Bose-App für Quiet Comfort Earbuds II mit vielen Schwächen

Für die Quiet Comfort Earbuds II gibt es eine App für Android und iOS. Das ist ein gewaltiger Vorteil gegenüber den Airpods Pro und den Airpods Pro 2, weil Apple keine App dafür anbietet, wenn ein Android-Gerät verwendet wird. Daher lassen sich die Apple-Produkte nur mit Einschränkungen verwenden, wenn sie mit einem Nicht-Apple-Produkt benutzt werden.

Wie bei anderen Bose-Produkten kann die App nur verwendet werden, wenn Standortdaten verwendet werden. Andere Hersteller bekommen das auch ohne hin. Immerhin hat es Bose mittlerweile aufgegeben, dass die App nur mit einem Benutzerkonto genutzt werden kann.

Vor allem im Zusammenspiel mit Android-Geräten traten - wie auch bei anderen Bose-Produkten - immer wieder Probleme auf. Die App hat die Stöpsel immer wieder mal nicht gefunden. Dann müssen wir die Stöpsel neu mit der App verbinden. Vergleichbare Probleme kennen wir von Kopfhörerprodukten anderer Hersteller nicht. Bose sollte hier endlich reagieren und die Zuverlässigkeit der App verbessern.

Bose-App startet langsam

Wer sich dafür entscheidet, die Bose-App mit einem Benutzerkonto zu verwenden, muss sich auf anderen Ärger einstellen: Nach einem App-Update kommt es immer wieder vor, dass die Anmeldedaten gelöscht werden und wir uns erneut anmelden müssen. Das ist ärgerlich und nervig.

Falls mal kein Internet vorhanden ist, gibt es zudem eine lästige Fehlermeldung - immerhin kann die App aber normal genutzt werden. Der Start der Bose-App dauert mit bis zu zehn Sekunden auf modernen High-End-Smartphones eindeutig zu lang. Wenn wir die App mal kurz verlassen und etwas einstellen wollen, kann es entsprechend lange dauern, bis wir die Einstellung vornehmen können. Das ist ärgerlich und viele andere Hersteller zeigen, dass es besser geht.

Abgesehen davon ist die Bose-App gut strukturiert und es lassen sich alle grundlegenden Funktionen konfigurieren. Es gibt einen Equalizer und bei Bedarf lassen sich weitere ANC-Modi hinzufügen; es gibt nur einen Transparenzmodus. Wenn wir an den Stöpseln zwischen den Modi wechseln, werden alle durchgeschaltet. Wer also zwei weitere Modi eingerichtet hat, muss unter Umständen viermal die Sensorfläche gedrückt halten, bis der Transparenzmodus erreicht ist. Es gibt keine Funktion, Modi bei der Stöpsel-Steuerung auszulassen.

Etwas sonderbar: Bose erlaubt eigentlich, die Intensität des ANC einzustellen. Das geht aber nur, wenn ein dritter Modus angelegt wird und dann auch nur in den Modus-Einstellungen. Wir fänden es angenehmer, wenn dieser Schieberegler allgemein in der App zu finden wäre, ohne dafür einen weiteren ANC-Modus anlegen zu müssen.

Über die App können wir die Stöpsel konfigurieren und Updates einspielen. Bose gehört zu den wenigen Herstellern, die es nicht erlauben, ein Update manuell einzuspielen. Das erfolgt immer automatisch, ohne dass wir es abbrechen können. Ärgerlicherweise gibt es auch keine Informationen dazu, wie lange das Update dauert. In einem Fall hat das Update 25 Minuten gedauert und in der Zeit sind die Stöpsel nicht nutzbar. Der Ladestand der Stöpsel wird in Zehn-Prozent-Schritten angezeigt; für das Ladeetui gibt es keine Anzeige in der App.

Quiet Comfort Earbuds II mit langer Akkulaufzeit

Bose gibt für die Quiet Comfort Earbuds II eine Akkulaufzeit von sechs Stunden an. Diesen Wert haben wir locker erreicht, wir konnten fast sieben Stunden am Stück Musik damit hören. Mit diesen Werten liegt Bose weiterhin ganz vorne bei den Akkulaufzeiten und schafft noch immer fast das Doppelte vieler Konkurrenzprodukte.

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Mit dem mitgelieferten Ladeetui lassen sich die Quiet Comfort Earbuds II dreimal aufladen. Das ergibt eine Gesamtakkulaufzeit von etwa 24 Stunden - das Etui hat also genügend Reserven. Das Ladeetui für die Quiet Comfort Earbuds II hat einen USB-C-Anschluss. Auf die Qi-Technik zum drahtlosen Laden hat Bose verzichtet.

Das Ladeetui der Quiet Comfort Earbuds II hat eine angenehme Größe und die Stöpsel können sicher und bequem abgelegt und entnommen werden. Die Magneten halten die Stöpsel dabei vergleichsweise fest, das sorgt für einen stets sicheren Halt im Ladeetui.

Quiet Comfort Earbuds II - Verfügbarkeit und Fazit

Bose bietet die Quiet Comfort Earbuds II(öffnet im neuen Fenster) in Schwarz und Weiß zum Preis von 300 Euro an. Derzeit gibt es die Bluetooth-Hörstöpsel von Bose auch im Handel nur zum Listenpreis.

Fazit

Bose macht das Unmögliche möglich und bietet mit den Quiet Comfort Earbuds II erstmals Bluetooth-Hörstöpsel mit Active Noise Cancellation (ANC), die auf dem Niveau der besten ANC-Kopfhörer liegen. Die neuen Bose-Stöpsel schaffen eine besonders große Stille, indem Umgebungsgeräusche systematisch ausgeblendet werden. Es ist ein faszinierendes Gefühl, wenn wir die Stöpsel einsetzen: Wir haben das Gefühl, die gesamte Geräuschkulisse der Umgebung wird von den Stöpseln aufgesaugt. Damit deklassiert Bose derzeit alle ANC-Hörstöpsel am Markt - einschließlich der neuen Airpods Pro 2 von Apple.

Erfreulicherweise hat sich Bose erstmals um das Problem der Windgeräusche gekümmert - die Quiet Comfort Earbuds II sind die ersten ANC-Produkte von Bose, bei denen es nicht mehr laut pfeift, wenn es draußen etwas windet. Alle bisherigen ANC-Produkte von Bose haben bereits einen leichten Windhauch mit einem lauten Pfeifen im ANC-Produkt quittiert.

Bei all dem liefern die Quiet Comfort Earbuds II einen tollen Klang und übertreffen damit das Vorgängermodell deutlich. Auch die Airpods Pro 2 lassen sie mit geringem Abstand noch hinter sich. Sehr gelungen ist der Transparenzmodus, der besonders natürlich klingt und mit einem Lärmschutz versehen ist: Wenn etwa eine laute Feuerwehrsirene ertönt, wird das von den Stöpseln erkannt und die Geräuschintensität reduziert. Nur schade, dass die Bose-Stöpsel im Transparenzmodus draußen pfeifen, wenn es nur leicht windet. Anders als bei den Airpods Pro 2 funktioniert das bei den Quiet Comfort Earbuds II vorzüglich.

Die Quiet Comfort Earbuds II sitzen ausgesprochen angenehm im Ohr und erreichen den hohen Tragekomfort der Apple-Stöpsel. Sehr gut gefällt uns auch die Steuerung, die zuverlässig arbeitet, obwohl es eine Sensorsteuerung ist. Erfreulicherweise können wir die Lautstärke direkt am Stöpsel ändern - und das besonders bequem. Leider hat Bose wieder nicht daran gedacht, eine Mikrofonsteuerung am Stöpsel bereitzustellen.

Bose gehört zudem weiterhin zu den Herstellern, die bei Stöpseln kein Bluetooth-Multipoint anbieten. Wer gute Bluetooth-Hörstöpsel sucht, die das können, sollte zu den Freebuds Pro 2 von Huawei greifen, die ebenfalls keine großen Schwächen haben, aber bei ANC-Leistung und Klang etwas schlechter abschneiden.

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Der größte Kritikpunkt an den Quiet Comfort Earbuds II ist die Smartphone-App. Vor allem die mangelnde Zuverlässigkeit ist ein großes Problem und nervt gewaltig. Bose sollte die Qualität der App unbedingt verbessern. Immerhin muss man im Alltag nicht so oft etwas in der Smartphone-App einstellen - das mindert das Problem in der Praxis erfreulicherweise.

Wer bereits das Vorgängermodell besitzt, erhält mit den Quiet Comfort Earbuds II ganz eindeutig das viel bessere Produkt. Bose hat die Stöpsel in allen Punkten substanziell verbessert. Dabei sind die Quiet Comfort Earbuds II sogar noch besser als die Airpods Pro 2, die bisher als Gesamtpaket die Referenz gewesen sind - aber nur für sehr kurze Zeit.

Nachtrag vom 17. Februar 2023

Bose hat ein Firmware-Update für die Quiet Comfort Earbuds II veröffentlicht. Damit wird es möglich, nur einen der beiden Stöpsel zu nutzen. Wir haben die Information im Test nachgetragen.


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