Abo
  • Services:

Quellen-TKÜ: Der Bundestrojaner kommt zurück

Der Bundestrojaner zur Onlinedurchsuchung gehört zu den umstrittensten Ermittlungsmethoden der Polizeibehörden. Das Bundeskriminalamt darf seine selbst entwickelte Software jetzt trotzdem wieder einsetzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Bundestrojaner darf bald wieder eingesetzt werden.
Der Bundestrojaner darf bald wieder eingesetzt werden. (Bild: Andreas Donath)

Der vom Bundeskriminalamt selbst entwickelte Bundestrojaner zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) darf ab sofort eingesetzt werden. Zunächst hatte der Deutschlandfunk berichtet, dass sowohl das Innenministerium selbst als auch das Bundeskriminalamt bestätigt hätten, dass die Genehmigung kurz bevorstehe. In der Regierungspressekonferenz wurde heute erklärt, dass das Bundesinnenministerium die Einwilligung jetzt erteilt habe, wie Journalisten berichten. Eigentlich sollte die Software schon im vergangenen Herbst zur Verfügung stehen - einen Grund für die Verzögerung liefert der Deutschlandfunk nicht.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Das BKA hatte den Trojaner in den vergangenen Jahren selbst entwickelt, weil die kommerziell erhältlichen Lösungen die verfassungsrechtlichen Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts nicht erfüllten. Das Gericht hatte im Jahr 2008 in einem Urteil hohe Hürden sowohl für den Einsatz eines solchen Trojaners als auch für den Funktionsumfang festgelegt. So darf Software mit dem vollen Funktionsumfang eines Trojaners nur zum Einsatz kommen, um überragende Gefahren für Leib und Leben von Menschen oder Straftaten gegen den Bestand des Staates abzuwehren. Der jetzt entwickelte Trojaner soll nach Angaben der Behörden nur zum Abhören von direkt auf dem Gerät verschlüsselten Kommunikationsmitteln eingesetzt werden - dafür würden dann niedrigere Hürden gelten. Beispiele für diesen Einsatzzweck sind VoIP-Lösungen wie Skype und Messenger sowie möglicherweise PGP-verschlüsselte E-Mails.

Weiterhin Bedenken gegen den Einsatz der Software

Kritiker haben weiterhin Bedenken gegen den Einsatz von Quellen-TKÜ-Software. Einerseits ist die Rechtsgrundlage für den Einsatz von Quellen-TKÜ weiterhin umstritten, andererseits gibt es bislang keine unabhängige Prüfung des Quellcodes. Zwar war das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik an dem Vorgang beteiligt - doch die Unabhängigkeit der Behörde wird wegen der Nähe zu den Nachrichtendiensten immer wieder in Zweifel gezogen.

Zwischenzeitlich hatte das Bundeskriminalamt eine Kopie des Finfisher-Trojaners Finspy erworben - zu Testzwecken, wie es damals hieß. Dafür zahlte die Behörde mindestens 150.000 Euro an den Finfisher-Reseller Elaman, der im gleichen Gebäude sitzt wie der Spyware-Hersteller selbst. Eine Prüfung des Finfisher-Quellcodes wurde von dem umstritten IT-Outsourcing-Unternehmen CSC Deutschland durchgeführt. Das Produkt wird in zahlreichen autoritären Staaten eingesetzt, unter anderem in Ägypten und Bahrain - die OECD hatte das Unternehmen wegen mangelnder Menschenrechtsprüfungen gerügt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 864,99€ mit Gutschein: Z650 (Vergleichspreis 964,98€)
  2. 199€ für Prime-Mitglieder
  3. 399€ (Vergleichspreis 469€)

redsumuk 23. Feb 2016

http://tinyurl.com/zjm4wyl

Sharkuu 23. Feb 2016

je nach dem, was man unter bundestrojaner versteht^^ wir haben früher immer das...


Folgen Sie uns
       


Quo vadis, deutsche Spielebranche - Livestream

Wir diskutieren über Richtlinien für gewalthaltige Spiele, Battle-Royale-Trends, Politik in Games und Zuschauerfragen finden ebenfalls ihren Platz.

Quo vadis, deutsche Spielebranche - Livestream Video aufrufen
Google I/O 2018: Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler
Google I/O 2018
Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler

Google I/O 2018 Die Google I/O präsentiert sich erneut als Messe für Entwickler und weniger für konventionelle Nutzer. Die Änderungen bei Maps, Google Lens oder News sind zwar nett, spannend wird es aber mit Linux-Apps auf Chromebooks.
Eine Analyse von Tobias Költzsch, Ingo Pakalski und Sebastian Grüner

  1. Google Android P trennt stärker zwischen Privat und Arbeit
  2. Smartwatch Zweite Vorschau von Wear OS bringt neuen Akkusparmodus
  3. Augmented Reality Google unterstützt mit ARCore künftig auch iOS

Indiegames-Rundschau: Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht
Indiegames-Rundschau
Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht

Battletech schickt Spieler in toll inszenierte Strategieschlachten, eine königliche Fantasywelt und Abenteuer im Orient: Unsere Rundschau stellt diesmal besonders spannende Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Mutige Mäuse und tapfere Trabbis
  2. Indiegames-Rundschau Zwischen Fake News und Mountainbiken
  3. Indiegames-Rundschau Tiefseemonster, Cyberpunks und ein Kelte

Projektoren im Vergleichstest: 4K-Beamer für unter 2K Euro
Projektoren im Vergleichstest
4K-Beamer für unter 2K Euro

Bildschirme mit UHD- und 4K-Auflösung sind in den vergangenen Jahren immer preiswerter geworden. Seit 2017 gibt es den Trend zu hoher Pixelzahl und niedrigem Preis auch bei Projektoren. Wir haben vier von ihnen getestet und stellen am Ende die Sinnfrage.
Ein Test von Martin Wolf

  1. Sony MP-CD1 Taschenbeamer mit Akku und USB-C-Stromversorgung
  2. Mirraviz Multiview Splitscreen-Games spielen ohne die Möglichkeit, zu schummeln
  3. Sony LSPX-A1 30.000-Dollar-Beamer strahlt 80 Zoll aus 0 cm Entfernung

    •  /